Zum Thema » X: Rebirth im Test Orbitale Bruchlandung » X: Rebirth im Technik Check Systemanforderungen und Grafikvergleich X: Rebirth ab 8,99 € bei Amazon.de X-Rebirth für 23,99 € bei GamesPlanet.com Das deutsche Entwickler-Team Egosoft hat eine schwere Aufgabe vor sich: Sie müssen das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen. Denn nach der Veröffentlichung ihres Weltraumspiels X: Rebirth im November gab es massive Kritik, sowohl von den Fans als auch von der Fachpresse. Rebirth wurde verbuggt und unfertig auf den Markt geworfen - nach sieben Jahren Entwicklungszeit.

Derzeit erscheinen zwar fast im Tagestakt neue Patches. Bis der jüngste Teil der X-Serie jedoch einen empfehlenswerten Status erreicht, werden sicher noch Monte vergehen. Und ob die gravierenden Gameplay-Schwächen überhaupt ausgeräumt werden, steht in den Sternen.

Wir sprachen mit Egosoft-Chef Bernd Lehahn über den Release von X: Rebirth, über die Zukunft des Spiels und über gute Verkaufszahlen, die Rebirth derzeit zumindest zum finanziellen Erfolg machen.

GameStar: Wie kam es dazu, dass X: Rebirth in einem so unfertigen Zustand veröffentlicht wurde?

X: Rebirth - Interview mit Egosoft-Chef Bernd Lehahn : Wir sprachen mit Egosoft-Chef Bernd Lehahn über X: Rebirth. Wir sprachen mit Egosoft-Chef Bernd Lehahn über X: Rebirth. Bernd Lehahn: Es gibt da viele Gründe die negativ zusammengespielt haben. Das Release-Datum wird ja schon eine Weile vorher festgelegt und nach sieben Jahren Entwicklungszeit muss man irgendwann mit dem Spiel rauskommen. Aber das Problem war nicht das Datum, sondern unser Kampf, immer mehr Features hinzuzufügen, und das auch noch sehr spät in der Entwicklung.

Wir wollen immer eine hohe Vielfalt anbieten und es ist eben ein X-Spiel geworden, auch wenn ich immer wieder betone, dass es nicht X4 ist. Diese Erwartung wollte ich auch nicht wecken, aber es ist trotzdem schwierig ein Spiel rauszubringen in dem über Handel, Stationsbau, Kämpfe, Plot und Tutorial so viele Dinge möglich sind.

Wir haben beispielsweise erst Anfang 2013 die Landeplattformen komplett umgebaut. Bis Ende 2012 hatten wir ein Modus in dem man per Knopfdruck landet und dann einmal interagiert, ohne freies Herumlaufen. Damit waren wir aber nicht zufrieden und haben vieles zu spät hinzugefügt.

Aber das größere Problem sind eigentlich die kleinen Bugs, die kleinen Crashes. Und das ist der Hauptgrund für den holprigen Start, da hatten wir nicht genug Tester. Ich habe das sehr unterschätzt. Wir hatten mit 150 Leuten mehr Tester als je zuvor, aber das Spiel ist sehr populär. Wir haben zwar einerseits erreicht, was wir wollten, dass viel mehr Leute das Spiel spielen.

Aber das hat auch mit sich gebracht, dass wir von vielen technischen Problemen überrascht wurden, die besonders auf schnellen Rechnern auftraten. Wir haben unterschätzt, wie viele Probleme es mit High-End-Rechner geben würde. Wir hatten hier im Büro nicht einen Rechner, der so stark war wie einige Systeme, auf denen Rebirth jetzt gespielt wird. Wir waren immer davon ausgegangen, dass das Spiel auf solchen Rechnern auch gut laufen würde, wenn es auf unseren Mittelklasse-Rechnern läuft.

Bild 1 von 152
« zurück | weiter »
X: Rebirth - Kontrollbesuch zu Version 3.0
Die echsenartigen Teladi sind gewiefte Händler, die fast immer nur auf Profit aus sind.

GameStar: Nun steht Rebirth aber nicht nur wegen seiner Bugs sondern auch wegen nicht gut durchdachter oder gut funktionierender Spielmechaniken in der Kritik. Hattet ihr während der Entwicklung nie das Gefühl, ihr müsstet jetzt irgendwann eine Linie ziehen?

Bernd Lehahn: Nein. Diese Problematik ist ja nicht neu und es ist jedes Mal so: Wir könnten weiter und weiter machen. Wir können da ja theoretisch alles einbauen. Und so werden wir auch weiterarbeiten, sobald die Bugs behoben sind. Es gibt jetzt schon eine unendlich lange Liste an neuen Features, die wir einbauen wollen.

Die Gameplay-Änderungen sehe ich da aber anders, als die technischen Probleme, die sicher ärgerlich und vermeidbar gewesen wären, wenn man sowas wie Early Access gemacht hätte. Wenn man einfach mit mehr Leuten testen würde. Einige Gameplay-Änderungen gefallen vielleicht vielen Hardcore-Fans nicht, aber das ist eben ein anderes Spiel. Mir war auch von vornherein klar, dass viele Hardcore-Fans lieber ein X4 hätten. Und vielleicht machen wir das ja auch irgendwann. Aber damit können wir keine neuen Kunden erreichen. Sowohl der Einstieg in das Spiel aber vor allem auch das Tempo der ganzen Gameplay-Mechanik werden sich zwischen diesen beiden Ansätzen immer unterscheiden.

GameStar: Und mit diesem Release habt ihr mehr Spieler erreicht?

Bernd Lehahn: Wir haben mehr Spiele in den ersten Wochen seit Release verkauft, als bei irgendeinem X-Spiel zuvor.

GameStar: Aber war das ein fairer Start, 50 Euro für ein Spiel in diesem Zustand zu verlangen?

Bernd Lehahn: Wir haben auch sehr viel positives Feedback bekommen, es wird leider von vielen technischen Problemen überschatten, aber es gibt auch viele Leute die dieses Spiel spielen und damit zufrieden sind. Es ist natürlich ärgerlich wenn ein Teil unserer Kunden, egal wie groß dieser Teil ist, Performance-Probleme hat oder aus irgendeinem Grund im Plot hängen bleiben. Und solche Sachen sind vermeidbar.

Aber solche Sachen wie die Umstellung auf die Highways. Sowas ganz konkretes, das radikal anders ist. Das Spiel ist schneller und actionorientierter sein. Der Handel soll zum Beispiel parallel ablaufen statt den Spieler zu zwingen persönlich diesen langsamen Teil des Spiels zu erleben. Bei solchen Dingen macht es keinen Sinn mit Fans über solche Features zu debattieren. Bei diesen grundlegenden Dingen macht die Frage nach besser oder schlechter wenig Sinn, da man Äpfel mit Birnen vergleicht. Es ist eben völlig anders. Wenn man ein Spiel macht, in dem die Spieler selbst handeln und ihre Handelsschiffe steuern, hat man ein deutlich langsameres Spiel. Aber das werden wir bei Rebirth nie ändern.

Auf der einen Seite haben wir detaillierte Pläne X: Rebirth zu erweitern und auch vieles zu ermöglichen was im Moment grade die alten Fans vermissen. Aber soviel wir auch hinzufügen werden, steht X: Rebirth trotzdem für eine Menge geänderter Mechaniken und an denen wird sich nichts ändern. Man muss da genau unterscheiden.