Zum Thema » X: Rebirth - Übersicht Patch-Infos und erste Mods » Die X-Serie - Galerie Alle Spiele in der Übersicht X: Rebirth ab 4,69 € bei Amazon.de X-Rebirth für 23,99 € bei GamesPlanet.com Von »Täuschung« ist im offiziellen Kundenforum die Rede, von »Denkzetteln«, die man den Entwicklern von Egosoft erteilen solle, und von einem »Desaster«. Kurz: Die Emotionen kochen hoch. Was ist passiert? Am 15. November erscheint nach rund sieben Jahren Wartezeit X: Rebirth, der jüngste Teil der X-Reihe, der dienstältesten noch lebenden Weltraumserie.

Der Untertitel Rebirth verspricht einen Neuanfang, eine Abkehr von alten Gepflogenheiten. Und zumindest die, das lässt sich feststellen, vollziehen die Machern tatsächlich. Allerdings nicht unbedingt mit positivem Ergebnis. Veteranen erkennen das Spiel nämlich stellenweise kaum wieder, sehr zum Unmut der Anhängerschar.

Der zweite Frustfaktor: Das Programm erweist sich als stark fehlerbehaftet. Zahlreiche kleine und größere Bugs vermiesen vielen Freizeitastronauten den Spaß. Auch wir sind betroffen: Wie etwa unsere Videos zeigen (siehe oben, in der Mitte und unter diesem Artikel) stellen aus heiterem Himmel schon mal wichtige Funktionen wie das Hauptmenü den Dienst ein oder das Programm hängt sich gleich ganz auf.

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X: Rebirth - Kontrollbesuch zu Version 3.0
Die echsenartigen Teladi sind gewiefte Händler, die fast immer nur auf Profit aus sind.

Das undurchdachte Universum

Nun entfalten die Teile der X-Serie ihren vollen Charme traditionell erst im späteren Verlauf, lange nach Abschluss der Hauptstory, wenn der Spieler eine ausgedehnte Handelsflotte und Produktionsstätten dirigiert. Ob das auch für Rebirth gilt, ermitteln wir noch.

Konfrontiert mit den benannten und einigen weiteren Problemen wie zerschossenen Savegames und mindestens einem Plotstopper sind wir für ein abschließendes Urteil schlicht noch nicht weit genug. Wir hoffen, eine umfassende Kritik des Spiels in der kommenden Woche abliefern zu können, inklusive eines aussagekräftigen Testvideos.

Schon jetzt wollen wir aber allen bislang unentschlossenen Interessenten eine Wertungstendenz anzeigen, um sie vor einer etwaigen Fehlinvestition zu bewahren. Und unser Urteil lautet aktuell: Mehr als ein »Befriedigend« hat X: Rebirth im Schulnotenschema schlicht nicht verdient, eher neigen wir zu einem »Ausreichend«.

Denn obwohl X: Rebirth viel Potential erkennen lässt, sind die technischen Fehler zu zahlreich und die Mängel im Spieldesign zu gravierend, als dass das Spiel es wirklich ausschöpfen könnte. Das beginnt bei den, gnädig formuliert, unhandlichen Menüs und setzt sich über nicht durchdachte Spielsystem fort: Warum etwa muss man in der Ursprungsversion von X Rebirth zwingend auf Raumstationen landen, um mit deren Bewohnern sprechen zu können? Eine der ersten Fan-Mods war prompt ein Funkgerät zur Kontaktaufnahme direkt aus dem Cockpit. Da hätten die Entwickler nach rund siebenjähriger Entwicklungszeit auch mal selbst drauf kommen können.

Immerhin: Die Macher von Egosoft haben viele Probleme identifiziert und arbeiten mit Hochdruck an Lösungen. Seit der Veröffentlichung am Freitag sind bereits drei Updates erschienen, die einige der gröbsten Bugs beheben, darunter die anfangs vertauschte Sprachausgabe und diverse Absturzursachen. Alle bis Montag erschienenen Patches werden wir in unserem Test berücksichtigen. Allerdings: Selbst wenn X: Rebirth technisch einwandfrei funktioniert, kommt es nach unserem bisherigen Eindruck in vielerlei Hinsicht qualitativ nicht an seine Vorgänger heran - mehr dazu im Meinungskasten.

Fazit

Rüdiger Steidle: Du meine Güte, Egosoft, was macht ihr denn da? Ihr habt eine der treuesten, engagiertesten Fangemeinden der Welt, die eure Spiele noch Jahre nach der Veröffentlichung mit Mods, Zusatzinhalten, ja sogar selbstgeschriebenen Geschichten am Leben erhält. Und dann setzt ihr all das, was ihr euch in knapp 14 Jahren hart erarbeitet habt, leichtfertig aufs Spiel. Okay, Bugs gab es früher schon zuhauf. Die werdet ihr schon noch in den Griff bekommen, auch wenn der technische Zustand von X: Rebirth in Anbetracht der langen Entwicklungszeit wirklich unverständlich ist.

Aber wenn ihr schon nicht die Hilfe eurer Community für den Betatest genutzt habt (das heißt: vor der Veröffentlichung), warum habt ihr dann nicht wenigstens vorab ihre Meinung zu all den spielerischen Veränderungen eingeholt, die eure »Wiedergeburt« mit sich bringt? Wenn ihr schon Steam als Kopierschutz nutzt - warum nehmt ihr dann nicht am Alpha-Programm der Valve-Plattform teil, um vorab das Wasser zu testen?

Die Neuerungen gehen nämlich für viele Veteranen einschließlich meiner Wenigkeit nach hinten los. Was soll dieser Unfug mit den Minispielchen auf den Raumstationen? Das ist doch nicht X! Oder diese Steuerung: Ihr habt sie vielleicht ein wenig leichter zu erlernen, aber auch fürchterlich unkomfortabel gemacht! In meinen Augen hilft jetzt nur noch eines: Sammelt so schnell wie möglich das Feedback eurer eingefleischten Anhänger und leistet Rebirth schleunigst Geburtshilfe!