Beim Test von Torchlight ereilt uns schon auf den ersten Schritten das wohlige Gefühl, nach Hause zu kommen. Denn unsere Heldenkarriere beginnt in Torchlight, dem Dörfchen, dem das Action-Rollenspiel seinen Namen verdankt – und dort erklingen Gitarrenakkorde, die frappierend an jene erinnern, die wir bereits vor über 12 Jahren hörten. Wo? In Tristram natürlich, der Startsiedlung des allerersten Diablo! Ach, diese Hommage, sie passt so wunderbar, denn auch sonst fühlt sich Torchlight wie der modernisierte Wiedergänger des Klassikers an. Kein Wunder, schließlich stecken die ehemaligen Blizzard-Granden Max und Erich Schaefer dahinter.

Nach dem Hellgate-Desaster hatte das Brüderpaar die gekenterten Flagship Studios verlassen, um Runic Games zu gründen. Mit dabei: Travis Baldree, der bereits am Action-Rollenspiel Fate sowie für Flagship an der Online-Monsterhatz Mythos gewerkelt hatte und seine Erfahrung nun in Torchlight einfließen ließ. Umso merkwürdiger zwar, dass das Action-Rollenspiel keinen Mehrspieler-Modus hat. Dafür geht Torchlight aber so flüssig von der Maus, dass es eine Heldenfreude ist. Wie eben einst Diablo.

Die Handlung

Okay, in Torchlight ist’s keine Kathedrale, sondern eine Mine, unter der sich die monsterschwangeren Gewölbe erstrecken.

Torchlight : Die Handlung wird in langweiligen Monologen erzählt. Die Handlung wird in langweiligen Monologen erzählt. Falls Sie sich fragen, wo die Bestien herkommen – vergessen Sie’s. Die Handlung fällt so packend aus wie ein Treffen schweizerischer Hochseefischer und wird nur in kurzen, von mäßigen englischen Sprechern vertonten Monologen erzählt.

Selbst der Oberbösewicht Alric bleibt blass, die Schurkenriege des ersten Diablo war interessanter. Wer erinnert sich nicht gerne an Erzbischof Lazarus, (Skelett-)König Leoric und ihren roten Riesenteufel? Die Nebenaufträge von Torchlight erzählen zwar ebenfalls Geschichten zum Wegdösen, bringen aber wenigstens brauchbare Belohnungen.

Die Ausrüstung

Halt, das war das Stichwort: Belohnungen! Torchlight überhäuft uns mit nützlicher Ausrüstungsbeute, die Sammelsucht-Spirale greift sofort.

Zumal wir neben mannigfaltigen magischen Klamotten, Waffen und kompletten Ausrüstungs-Sets auch Zauber finden, die wir nicht regulär lernen können. Und verhexte Juwelen, die wir in gesockelte Gegenstände einsetzen.

In Torchlight (der Stadt) rüsten wir Ausrüstung gegen Goldgebühr mit zusätzlichen Magie-Boni auf. So bleiben ältere Fundstücke länger frisch; im Test knüpfen wir eine besonders innige Beziehung zu einem mehrfach aufgewerteten Zauberstab. Wie mit dem Horadrim-Würfel aus Diablo 2 dürfen wir zudem Gegenstände kombinieren, um neue zu erschaffen. Kurzum: In Sachen Ausrüstung lässt Torchlight keine Wünsche offen.

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Die Kämpfe

Und wie kommt man an Gegenstände? Indem man Monster knüppelt! Mit seiner stimmigen, gut animierten Comicgrafik und kunterbunten Effekten inszeniert Torchlight die Dauerklick-Scharmützel wunderbar knallig.

Torchlight : In den gefechten hagelt es bunte Effekte. In den gefechten hagelt es bunte Effekte. Dank der (simplen) Physikeffekte werden erledigte Bestien sogar gerne mal weggeschleudert.Außerdem stimmen das Tempo, der Takt, der Spielfluss – es lässt sich schwer erklären, aber die Monsterhatz fühlt sich einfach gut an.

Zumal auch die Steuerung sauber funktioniert, Runic hat sich einiges vom Interface von Diablo 3 abgeschaut. Zum Beispiel wechseln wir mit der Tab-Taste zwischen zwei Spezialfähigkeiten, die wir dann jeweils mit Rechtsklicks auslösen. Unsere restlichen Talente und Tränke verteilen wir in der Schnellzugriffs-Leiste auf die Zahlentasten.