Wer sich bislang einen Streaming-Stick von Amazon an den Fernseher steckte, bekam für kleines Geld ein nahezu offenes System, das sich fast nach Belieben anpassen ließ.
Doch genau damit macht der Online-Händler jetzt Schluss: Seit gestern bietet Amazon den neuen Fire TV Stick 4K offiziell zum Einführungspreis von 35 Euro (regulär 75 Euro) im Handel an. Kaufen könnt ihr ihn – natürlich – auf Amazon.
Statt auf das bekannte Android-Fundament setzt Amazon beim neuen Modell erstmals auf das eigene Betriebssystem Vega OS, das nur noch Apps aus Amazons eigenem Store zulässt. Aber auch die Fernbedienung muss Federn lassen, da sie keine Spultasten mehr bietet.
0:42
Arnold Schwarzenegger als Weihnachtsmann: In der Amazon-Komödie The Man with the Bag mit Reacher-Star Alan Ritchson steht die Bescherung auf dem Spiel
Günstiger Startpreis, geschrumpfter Lieferumfang und 1-Stern-Bewertungen
Auf den ersten Blick wirkt das neue Modell durch den gewohnten Frühbucher-Rabatt attraktiv, da Amazon den regulären Listenpreis von 75 Euro direkt zum Verkaufsstart auf 35 Euro nahezu mehr als halbiert hat.
Wer jedoch genauer auf das Datenblatt schaut, stößt schnell auf ungewohnte Lücken: Zum verbauten Prozessor und zur Größe des Arbeitsspeichers schweigt sich der Hersteller auf der Produktseite komplett aus.
Klarheit herrscht hingegen beim Lieferumfang, der wie schon beim im April 2026 veröffentlichten Fire TV Stick HD deutlich zusammengestrichen wurde – im Karton fehlen sowohl ein USB-Netzteil als auch die bisher übliche HDMI-Verlängerung.
Bei den Nutzern kommt dieses Gesamtpaket überhaupt nicht gut an: Im Amazon Store sammeln sich bereits die Bewertungen der ersten Käufer, die bislang ausnahmslos die niedrigste Wertungskarte zücken.
Abschied von Fire OS
Der Hauptgrund für den Unmut vieler langjähriger Nutzer liegt unter der Haube. Der neue Fire TV Stick 4K läuft nicht mehr mit dem auf Android basierenden Fire OS, sondern nutzt Amazons neue Umgebung Vega OS.
Für Käufer hat dieser Systemwechsel eine deutliche Konsequenz: Auf dem Gerät lassen sich ausschließlich Anwendungen installieren, die Amazon offiziell im eigenen App Store anbietet. Das beliebte »Sideloading«, über das sich bisher alternative Mediaplayer, Browser oder nicht im Store gelistete Streaming-Apps problemlos installieren ließen, gehört damit der Vergangenheit an.
Neue Fernbedienung ohne Spultasten
Auch bei der Bedienung müssen Käufer ungewohnte Kompromisse eingehen. Während Amazon vollmundig von einer »optimierten Bedienung« spricht, könnte sich die kantiger gestaltete Fernbedienung im Alltag eher als Rückschritt entpuppen.
Zwar spendiert Amazon dem Eingabegerät eine Startseitentaste aus Metall, eine neue Taste mit Equalizer-Symbol sowie eine frei mit einer App oder Funktion belegbare Stern-Taste – gleichzeitig wurden jedoch die Tasten zum Vor- und Zurückspulen ersatzlos gestrichen.
Wie schon bei vielen Google-TV-Geräten ohne eigene Spultasten führt das je nach App-Umsetzung dazu, dass nicht mehr bequem per Knopfdruck gespult werden kann, sondern erst umständlich ein entsprechendes Symbol im Bildschirmmenü angesteuert werden muss. Amazon plant, die Fernbedienung auch einzeln für 16 Euro ab Ende Oktober zu verkaufen.
Mit dem neuen Fire TV Stick 4K zeigt Amazon überdeutlich, wohin die Reise geht: Der Konzern spart an Zubehör sowie Tasten und mauert sein System mit Vega OS endgültig ein. Selbst zum rabattierten Startpreis von 35 Euro zahlen Käufer für den neusten Fire-TV-Stick vor allem mit dem Verlust gewohnter Freiheiten.
Mehr zum Thema Streaming: Streaming vs. Blu-Ray: Lohnt es sich 2026, Netflix und Co. hinter sich zu lassen?
Als Alternative bietet Amazon noch die auf Android-basierten Produkte, wie den Fire TV Stick 4K Max (für momentan rund 52 Euro) oder den Fire TV Stick 4K Plus (für momentan rund 37 Euro) an. Wie lang die Produkte noch im Sortiment bleiben werden, ist allerdings unklar.
Nun ist eure Meinung gefragt. Was haltet ihr von Amazons neuem Streaming-Stick? Plant ihr vielleicht schon einen Wechsel oder stören euch die Einschränkungen? Schreibt uns dazu gerne unten einen Kommentar.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.