Amazon Prime Day 2026: Das vielleicht traurigste »Angebot« bislang

Zum Prime Day gibt es viele Angebote, wenige echte Schnäppchen – und manchmal auch traurige Deals wie diesen hier.

Alle Jahre (oder besser gesagt: Monate) wieder gibt es zum Prime Day Angebote, die dafür sorgen, dass es Nils eiskalt den Rücken runterläuft. Alle Jahre (oder besser gesagt: Monate) wieder gibt es zum Prime Day Angebote, die dafür sorgen, dass es Nils eiskalt den Rücken runterläuft.

Wir leben in Zeiten, in denen die schnellste Gaming-Grafikkarte der Welt meist mehr als 6.000 Euro kostet. Aber hey – während ich diese Zeilen schreibe, liegt die RTX 5090 Solid OC von Zotac bei Amazon nur bei schlappen 5.496,61 Euro, und das sogar unabhängig vom aktuell laufenden Prime Day!

Bewegt man sich ans andere Ende des Preisspektrums, wird der Blick zu Amazon und zum Prime Day allerdings nicht erbaulicher. Das bislang traurigste Angebot, das ich gesehen habe, dreht sich um eine Geforce 210. Kostenpunkt: dank 20 Prozent Prime-Day-Rabatt nur 33,55 Euro statt 41,94 Euro (UVP).

Um welche GPU es sich handelt, sieht man erst auf einem der Bilder. Doch wenn eine Grafikkarte vom Hersteller Sxhlseller kommt, muss ich solche Details nicht kennen und greife bedenkenlos zu. Schließlich steht in der Beschreibung für Büro und Spiele – was soll da schon noch schiefgehen?


Video starten 1:04:00 Endlich Schluss mit Hardware-Dürre! Das steckt hinter den neuen Grafikkarten, Handhelds und der Nvidia-CPU


Der Preis ist noch das geringste Problem

Grundsätzlich können auch sehr langsame Grafikkarten trotz immer schnellerer iGPUs (im Prozessor integrierte Grafikeinheit) noch eine Daseinsberechtigung haben.

Etwa, um mehr Monitore anschließen zu können oder um im Falle von PC-Problemen eine weitere Grafikkarte da zu haben.

Ebenso kann es dabei gerne alte Hardware sein. Produkte möglichst lange am Leben zu halten, statt sie zu verschrotten, ist schließlich nicht unbedingt die schlechteste Idee.

Doch im Falle der Geforce 210 kann ich nur sagen: Lasst die Finger davon! Sie ist stolze 17 Jahre alt und der letzte offizielle Treiber stammt vom November 2015 und für Windows 10. Außerdem ist sie schrecklich langsam und generell technisch völlig veraltet.

LEGO #72306 PlayStation 1
LEGO #72306 PlayStation 1
Klemmbausteinnachbau mit 1.911 Teilen
Die LEGO-PS1 kommt im 1:1-Maßstab mit einem anschließbaren Controller. Der Deckel lässt sich öffnen und die Anschlüsse entsprechen denen des Originals. Außerdem gibt es zahlreiche Prints auf den Steinen und zwei Dioramen mit den PS1-Klassikern Ape Escape und Gran Turismo.
159,99 €

Performance im Vergleich

Die theoretische Rechenleistung der Geforce 210 liegt bei mageren 0,04 Teraflops. Die Geforce GT 710 von 2016 hat mal eben so knapp das neunfache dieser Leistung, von modernen Features, doppelt so viel VRAM und einem Treiber für Windows 11 aus dem Jahr 2024 (immerhin) mal ganz abgesehen.

Dafür kostet sie nur ungefähr 20 bis 30 Euro mehr als die Geforce 210. Gleichzeitig hat die GT 710 einen Videoprozessor mit Hardwarebeschleunigung für H.264 und bietet Unterstützung von DirectX 12.

Legt ihr nochmal etwa 40 Euro obendrauf, gibt es bereits eine Geforce GT 1030 mit aktuellerem GDDR5-RAM, die drei bis vier Mal so schnell unterwegs ist wie die GT 710. Sie beherrscht zusätzlich H.265/HEVC-Decodierung inklusive 10 Bit und VP9 in Hardware, was bei 4K-Streaming und modernen Videoformaten ein echter Vorteil ist.

Der neueste Nvidia-Treiber unterstützt die GT 1030 ebenfalls noch. Gleichzeitig gilt in Sachen Effizienz: Je neuer, desto besser. Die Geforce 210 verbraucht also für schmerzhaft wenig Leistung aus heutiger Sicht unverhältnismäßig viel Strom (auch wenn die Leistungsaufnahme von Einsteiger-GPUs generell vergleichsweise gering ist).


Auch interessant: Bill Gates hat einst zugegeben, dass die wohl bis heute bekannteste Tastenkombination von Windows nur ein Fehler war


Kein exklusives Prime-Day-Problem

Die sinnvollen Einsatzbereiche für sehr günstige Desktop-Grafikkarten sind durch immer schnellere iGPUs sicher begrenzt, und das hoffnungslos veraltete Hardware trotz deutlich empfehlenswerterer Alternativen weiter verkauft wird, ist kein Prime-Day-Problem.

Die Vorstellung, dass sich jemand zum Prime Day im Jahr 2026 noch eine Geforce GT 210 im Angebot kauft, tut mir aber dennoch irgendwie weh.


Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.