AMD hat mit dem Ryzen 7 9850X3D die eigenen Angaben zufolge neue, schnellste Gaming-CPU am Markt präsentiert.
Gewissermaßen handelt es sich beim neuen Prozessor um einen überzüchteten Ryzen 7 9800X3D, denn außerhalb eines gestiegenen Boost-Takts ändert sich zwischen den beiden Modellen nichts.
Nach den ersten Tests fällt das Urteil der Fachpresse jedoch gemischt aus. Während die Gaming-Leistung erwartungsgemäß steigt, rückt vor allem die deutlich gestiegene Leistungsaufnahme in den Fokus der Kritik.
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»Die Legende ist unschlagbar«: AMD stellt den Ryzen 7 9800X3D offiziell vor
Neue Gaming-Krone, aber zu welchem Preis?
ComputerBase attestiert dem neuen Prozessor zwar tatsächlich den Titel »schnellste Gaming-CPU am Markt«, merkt aber an:
Mit im Durchschnitt knapp 120 Watt Verbrauch ist von der bei Ryzen 5000X3D und später Ryzen 7000X3D noch so extremen Effizienz nicht mehr viel zu sehen.
Der 400 MHz höhere Boost-Takt gegenüber dem Ryzen 7 9800X3D sei nicht allein über Binning erzielt worden, sondern über eine deutlich gestiegene Leistungsaufnahme erkauft.
Die nackten Zahlen bestätigen diese Einschätzung: Im Gaming-Betrieb verbraucht der 9850X3D laut ComputerBase rund 20 Prozent mehr Strom als der 9800X3D, während die Gaming-Leistung im Durchschnitt nur um 5 Prozent steigt. Im Leistungsaufnahme-FPS-Rating fällt der neue Prozessor daher hinter seinem Vorgänger zurück.
| Ryzen 7 9800X3D | Ryzen 7 9850X3D | |
|---|---|---|
| CPU-Kerne | 8x Zen 5 | 8x Zen 5 |
| Basis-Takt | 4,7 GHz | 4,7 GHz |
| Boost-Takt | 5,2 GHz | 5,6 GHz |
| L3-Cache (inkl. 3D-V-Cache) | 96 MByte | 96 MByte |
| TDP | 120 Watt | 120 Watt |
| UVP zum Release | 529 Euro (aktuell: ab ~430 Euro) | 499 Euro |
Höherer Takt, moderate Leistungssteigerung
Die Gaming-Performance liegt nach Angaben von ComputerBase im CPU-limitierten Szenario durchschnittlich 5 Prozent über dem Ryzen 7 9800X3D.
- In Single-Core-Szenarien kann die CPU dank des höheren Boost-Takts von 5,6 GHz immerhin sieben bis acht Prozent Leistung gewinnen.
- Auch in Multi-Core-Szenarien erringt der 9850X3D einen Vorsprung – aber nur einen kleinen von zwei Prozent im Vergleich zum 9800X3D. Dieselbe Differenz ermittelt auch PC Games Hardware beim Benchmark von 16 Spielen.
Einen interessanten Aspekt hebt Igor's Lab hervor: Der größere L3-Cache des 9850X3D soll den Prozessor deutlich unempfindlicher gegenüber langsamerem Arbeitsspeicher machen. Nach Angaben von AMD büßt man beim Wechsel zu DDR5-4800-RAM nur 1 Prozent der Leistung im Vergleich zu DDR5-5600 ein.
Hardwareluxx zieht einen klaren Vergleich zu Intels KS-Modellen: »Der gute und effiziente Ryzen 7 9800X3D wird um seine Stärken beraubt und die Effizienz wird für ein paar Prozentpunkte an Gaming-Leistung geopfert.« Die Leistungsunterschiede zwischen beiden Prozessoren seien zu gering, um den 9800X3D obsolet zu machen.
Der Vergleich ist nicht gerade schmeichelhaft: Gerade der Intel i9-14900K(S) sorgte durch die sprichwörtliche Brechstange für ein regelrechtes Drama.
Fragwürdiges Timing der Machtdemonstration
Hardwareluxx kritisiert auch das Timing des Launches: »Gegen den Umstieg auf AM5 sprechen aktuell aber die Preise des Arbeitsspeichers.
Auch Grafikkarten werden zunehmend teurer, sodass Umsteiger eher abgeschreckt werden. Das Timing für einen Ryzen 7 9850X3D könnte man also als unglücklich bezeichnen.«
ComputerBase sieht den neuen Prozessor vor allem als Machtdemonstration: »Vielmehr ist der neue Ryzen 7 9850X3D eine Machtdemonstration, mit der AMD versucht das Preisniveau in einem Jahr, das aller Voraussicht erneut ohne echte neue Architektur im High-End-Desktop auskommen wird, hoch zu halten.«
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