Videospiele können schmerzhaft sein. Etwa, weil ein geliebter Charakter einen dramatischen Tod stirbt, oder weil man in einem Soulslike unzählige Seelen auf einen Schlag verliert.
Die PainStation allerdings nimmt das mit den Schmerzen komplett wörtlich. Wer damit den Spieleklassiker Pong spielt, lässt sich auf knallharte Konsequenzen ein. Hier werdet ihr fürs Scheitern mit körperlicher Peinigung bestraft.
25 Jahre Fingerkloppe
Falls ihr jetzt denkt: »Oh mein Gott, Leben am Limit! Ich muss dieses Teil haben«, haben wir schlechte Nachrichten. Die PainStation ist nämlich keine konventionelle Konsole, sondern eine Kunstinstallation.
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29:08
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2001 von den Kölner Kunststudenten Tilman Reiff und Volker Morawe entwickelt, malträtiert sie die Griffel der Spielenden bis heute - nur eben nicht im heimischen Wohnzimmer, sondern in Ausstellungen.
Das Gerät hat zwar schon einige Upgrades erhalten, das Spielprinzip blieb aber immer gleich. Zugrunde liegt ein speziell angefertigtes Gehäuse, das ein wenig an einen Air-Hockey-Tisch aus der Arcade-Halle erinnert.
In die Tischeplatte ist ein Bildschirm eingelassen, auf dem Pong gespielt wird. Die beiden Spielenden stehen sich gegenüber - mit einer Hand an der Steuereinheit, die andere ruht auf einer Platte neben dem Bildschirm.
Kassiert einer der Mutigen jetzt ein »Tor«, wird er wahlweise mit Stromschlag, Hitze oder Mini-Peitschenschlag bestraft. Deren Intensität steigt mit fortschreitendem Spielverlauf. Wer die Hand vor Schmerzen schließlich von der Platte zieht, verliert. Wie das Ganze aussehen kann, seht ihr beispielsweise auf dem Youtube-Kanal LetsPlay:
Link zum YouTube-Inhalt
Von 2001 bis 2007 ist die PainStation schon durch so einige Ausstellungen getingelt. So war sie schon im Technischen Museum in Wien, auf der Games Convention in Leipzig und der Schmerzausstellung in Berlin.
2011 hat sie in Berlin ihr dauerhaftes Zuhause gefunden. Wenn ihr selbst Hand anlegen wollt, dann plant ihr am besten einen Besuch des Computerspielemuseums. Die PainStation wird hier innerhalb der Daueraustellung »Computerspiele. Evolution eines Mediums« präsentiert.
Allerdings hat es eine Partie ganz schön in sich, weshalb ihr nur spielen dürft, wenn ihr 18 Jahre alt seid und einen Haftungsausschluss unterzeichnet. Besonders die Peitschenhiebe hinterlassen deutliche Blessuren, was auch die Autorin dieses Artikels leidlich bestätigen kann.
Ohne Kritik kam die Installation zu Zeiten ihrer Enthüllung nicht aus. Gegenüber dem Spiegel berichteten die Entwickler Anfang der 2000er von E-Mails, die sie erreicht hätten. Neben Bewunderungen schrieb man ihnen, dass ihre Erfindung »unheimlich« und »total krank« wäre.
Auch Sony fand die deutliche Anlehnung an die hauseigene Marke nicht besonders lustig. Neben dem Namen, verwendeten Reiff und Morawe zeitweise auch ein Logo, das an das PlayStation-Logo erinnerte, woraufhin der Videospiel-Konzern mit einer Klage drohte.
Seit dieser Auseinandersetzung bezeichnen die beiden Künstler ihre Kreation als »Kunstwerk, das früher als PainStation bekannt war.«
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