Vor der Apple Keynote jedes Jahr im September wird in der Gerüchteküche besonders heiß gekocht. Da stand beispielsweise ein neuer Apple TV-Streamer auf dem Herd, der nun doch nicht vorgestellt wurde.
Ebenfalls im Suppentopf: AirPods-Kopfhörer mit Kameras. Erste Hinweise gab es bereits letztes Jahr, weshalb Leaker fest davon ausgegangen sind, dass die neuen AirPods 5 mit elektronischen Augen ausgestattet sein würden.
Pustekuchen. Laut Mark Gurman wurden die In-Ears mit Kameras verschoben (via Bloomberg). Wegen mir können die Kameras wegbleiben, denn wohl würde ich mich mit ihnen nicht fühlen.
Bevor es losgeht, findet ihr nachstehend die technischen Daten der neuen Apple AirPods 5:
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- Bauweise: In-Ear-Design
- Treiber: Spezieller High-Excursion-Apple-Tieftöner
- Chip: Apple H2
- ANC: Ja
- Hörmodi: Adaptives Audio, Transparenzmodus
- 3D-Audio: Personalisiertes 3D Audio mit dynamischer Kopferfassung
- Equalizer: Adaptiver EQ
- Mikrofone: 2 Beamforming-Mikrofone + nach innen gerichtetes Mikrofon
- Sensoren: Optischer In-Ear-Sensor, Bewegungs-/Spracherkennungs-Beschleunigungssensor, Drucksensor
- Schutz: IP57 gegen Staub, Schweiß und Wasser
- Konnektivität: Bluetooth 5.3
- Abmessungen Ohrhörer: 30,2 x 18,3 x 18,1 mm
- Gewicht Ohrhörer: 4,3 g pro Stück
- Ladecase: 46,2 x 50,1 x 21,2 mm
- Gewicht Case: 32,3 g (Standard) / 34,7 g (kabelloses Ladecase)
- Laden: USB-C; beim kabellosen Ladecase zusätzlich Apple-Watch-Ladegerät und Qi
- Akkulaufzeit: bis zu 4 Std. mit ANC; 5 Std. mit kabellosem Ladecase
- Gesamtlaufzeit mit Case: bis zu 20 Std. bzw. 22 Std. mit kabellosem Ladecase und ANC
- Schnellladen: 5 Minuten im Case ≈ 1 Stunde Laufzeit
- Besonderheit Wireless Case: integrierter Lautsprecher für „Wo ist?“
- Weitere Funktionen: Stimmisolation, Konversationserkennung, Live-Übersetzung, Siri-Interaktionen
Augen zum Hören?
Vielleicht habe ich zu viele SciFi-Filme gesehen, aber Techfirmen, die Kameras überall reinstecken, sind mir suspekt. Das ist ganz besonders dann der Fall, wenn die Linsen für das Gerät selbst augenscheinlich keinen Vorteil bieten.
Erschwerend kommt hinzu, dass sogenannte KI-Brillen gerade hohe Wellen schlagen. Sicherheitsbedenken sind nämlich groß, wenn jeder Brillenträger oder jede Brillenträgerin einfach so Videos aufnehmen kann, ohne dass es wirklich auffällt.
So berichtete Die Zeit Mitte August, dass HateAid Strafanzeige gegen Meta gestellt hat. »Vor Smart Glasses sind Menschen nirgends sicher. Man muss jederzeit damit rechnen, gefilmt und anschließend im Internet bloßgestellt zu werden«, heißt es im Zitat.
Deutsche Gerichte tun sich schwer, die Überwachungsbrillen zu verbieten, so Netzpolitik. In manchen Bundesstaaten der USA muss man die smarten Nasenfahrräder in Gerichten abgeben. Man könnte ja unbemerkt mitfilmen, was im Gerichtssaal passiert. In Deutschland würde die Rechtslage das wohl abdecken, heißt es.
So oder so, niemand fühlt sich sicher, wenn er vermeintlich heimlich gefilmt werden könnte. Im Falle von In-Ears wäre das nicht minder pikant, da man an kleinen Ohrknöpfen keine Kamera vermuten würde.
Apple hat meinen Bedenken bereits entgegengesteuert – oder es zumindest versucht. Bereits im Mai hieß, so The Verge, dass die Kameras eine niedrige Auflösung besäßen und gar nicht dafür gedacht seien, Bilder oder Videos aufzunehmen. Sie seien nur dafür gedacht, Siri AI und Visual Intelligence zu unterstützen, um beispielsweise einen Buchtitel zu erfassen. Aha.
Das beruhigt mich nicht, denn die Tatsache, dass die Kameras nach wie vor die Umgebung aufnehmen, bleibt ja bestehen.
6:12
AirPods Pro 3 Unboxing: Apples brandneue In-Ears frisch ausgepackt im Ersteindruck
Welchen Vorteil besäßen Kameras?
Am gestrigen Abend hat Apple Audio Intelligence vorgestellt, das in der Apple Watch verbaut sein wird. Die Funktion könnte ein Hinweis darauf sein, wie etwaiges Visual Intelligence arbeiten könnte. Ein Blick auf die entsprechende Webseite bei Apple gibt Aufschluss.
- Audiospuren werden nicht gespeichert und es gibt keine Möglichkeit, darauf zuzugreifen.
- Die Daten für das Siri-Recap-Feature seien nicht einmal von Apple einsehbar, so das Unternehmen.
- Sämtliche gespeicherten Daten, die für Siri-Recap oder Live Rewind (eine Art Echtzeitwiederholung der letzten 15 Sekunden) gebraucht werden, seien Ende-zu-Ende verschlüsselt.
- Leute werden durch die Audiodaten nicht identifiziert.
Zum aktuellen Zeitpunkt ist noch nichts davon auf dem Markt; Vorbestellungen werden erst nächste Woche verschickt. Was davon am Ende also der Wahrheit entspricht, bleibt abzuwarten, doch der Rahmen von Audio Intelligence könnte auch auf mögliche Kameras bei zukünftigen AirPods anwendbar sein.
Vielleicht liegt der Grund, wieso Apple die Kameras verschoben hat, aber auch ganz woanders. Ich könnte mir vorstellen, dass es Probleme mit der Funktion gibt, wenn man etwa lange Haare hat oder eine Kapuze trägt. Das würde die Linsen blockieren. Vielleicht wartet Apple auch ab, wie die Allgemeinheit weiterhin auf die KI-Brillen reagiert, um sich nicht unnötig in Nesseln zu setzen.
Alle Neuheiten der Keynote haben wir für euch in aller Kürze zusammengefasst. Einen Blick auf den Star der Show, das aufklappbare iPhone Duo, findet ihr in einem Artikel von Linh.
Einen Vorteil für die Kameras in den Kopfhörern gäbe es dann doch. Sie könnten es Menschen mit schlechtem Augenlicht leichter machen, ihre Umgebung im Blick zu haben. Mein Vater nutzt seit vielen Jahren eine Brille mit einer (offensichtlichen) Kamera, um sich Dinge vorlesen zu lassen. Hier könnten Kameras unterstützen.
Oder aber sie doppeln als Hörgeräte, um Lippenlesen für Schwerhörige zu erleichtern, indem sie etwa den Fokus mit den Mikrofon auf die Person legen, die mit einem spricht.
In meinen Augen überwiegen allerdings die Möglichkeiten, Kameras in Kopfhörern auszunutzen. Wenn sie sinnvoll sind, dann akzeptiere ich elektronische Augen – Musik hören ist kein Szenario, in dem ich Augen in den Ohren brauche.

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