Im HomeView-Werbespot hält niemand ein iPhone – obwohl weiterhin alles von davon abhängt

HomeView, Apple TV 4K und HomePod mini 2 funktionieren kaum als eigenständige Geräte, sondern als Erweiterungen des iPhones. In Europa, wo Siri AI fehlt, verändert das die Produkte grundlegend.

Im HomeView-Werbespot hält niemand ein iPhone, obwohl weiterhin alles von ihm abhängt. (Bildquelle: Apple) Im HomeView-Werbespot hält niemand ein iPhone, obwohl weiterhin alles von ihm abhängt. (Bildquelle: Apple)

HomeView, Apple TV 4K und HomePod mini 2 funktionieren kaum als eigenständige Geräte, sondern als Erweiterungen eures iPhones. In Europa, wo Siri AI fehlt, verändert das die Produkte grundlegend.

Im Werbespot zum HomeView versucht eine fünfköpfige Familie morgens das Haus zu verlassen – zwischen Toastbrot, verlegten Schlüsseln und Diskussionen über das Thermostat. Niemand hat ein iPhone in der Hand, doch alle tragen eines bei sich. Woher wir das wissen? Ohne das Smartphone könnte das Display in der Küche schlicht nicht erkennen, wer vor ihm steht.

Dieses Detail bringt auf den Punkt, was Apple vorgestellt hat: Keines der neuen Smart-Home-Geräte ergibt für sich allein wirklich Sinn. Sie alle hängen vollständig vom iPhone ab.

Dieser Artikel stammt im Original von unserer spanischen Schwesterseite Xataka.com und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.

Ein Bildschirm, der ohne euer iPhone nichts weiß: Das HomeView ist ein 7-Zoll-Display samt Lautsprecher, das in den USA 299 Dollar kostet, in der Europäischen Union aber gar nicht erst auf den Markt kommt. Es erkennt bis zu sechs Gesichter und zeigt jeder Person individuelle Nachrichten, Kalendereinträge sowie Erinnerungen. Autonom erledigt das Display diesen Job allerdings keineswegs.

Die wichtigsten Einschränkungen im Überblick

  • Kein Face ID: Um euer Gesicht zu erkennen, muss euch das Gerät zwar sehen, gleichzeitig muss sich euer iPhone jedoch im selben WLAN-Netzwerk befinden und vor Kurzem entsperrt worden sein.
  • Keine lokale Datenspeicherung: Es speichert eure Daten nicht ab, sondern fragt sie jedes Mal bei eurem iPhone an, sobald ihr etwas Persönliches wissen wollt.
  • Drittanbieter-Apps: Diese basieren auf derselben Technologie wie CarPlay. Das bedeutet: Es spiegelt lediglich kompatible Apps von eurem iPhone wider, anstatt euch eigene Downloads über einen App Store zu ermöglichen.

Beim Rest sieht es nicht anders aus – inklusive Apple TV 4K und HomePod mini 2, die hierzulande tatsächlich erscheinen.

  • Apple TV 4K: Um Siri AI mit persönlichen Daten zu nutzen, benötigt die Person, der das Zuhause zugeordnet ist, ein iPhone mit Apple Intelligence. Ohne Siri AI fallen die Neuerungen überschaubar aus.
  • HomePod mini 2: Siri AI soll erst später nachgereicht werden und setzt ebenfalls das iPhone voraus. Ohne Siri AI handelt es sich um ein Modell, das dem ursprünglichen HomePod mini aus dem Jahr 2020 fast aufs Haar gleicht.
  • Apple Home Collection: Das gemeinsam mit LG und Schneider Electric entwickelte Smart-Home-Zubehör wird konfiguriert, indem ihr euer iPhone heranhaltet. Das ist der nachvollziehbarste Aspekt – schließlich handelt es sich um reine Zubehörteile.

Apple hat kein eigenständiges Smart-Home-Ökosystem gelauncht, sondern iPhone-Zubehör für euer Zuhause. Genau das hat John Ternus bereits angedeutet, als er das Telefon in der Einleitung der Keynote im September als »intelligenten persönlichen Hub« bezeichnete.

Währenddessen in Europa: HomeView wird in der Europäischen Union nicht verkauft, weil Siri AI auf iOS in Europa fehlt. Das liefert den deutlichsten Beweis für diese These: Fehlt dem iPhone Siri AI, verliert HomeView seine eigentliche Daseinsberechtigung.

Das Apple TV 4K und der HomePod mini 2 schaffen es zwar zu uns, müssen aber auf das Feature verzichten, das ihre Existenz außerhalb Europas am stärksten rechtfertigt:

  • HomePod mini 2 (169 Euro): Neue Farben, ein schnellerer Chip, die Nutzungsmöglichkeit als Mac-Lautsprecher und »Sound Glow« – Lichteffekte, die das Albumcover nachahmen und auch für das aktuelle Modell nachgereicht werden.
  • Apple TV 4K (349 Euro): A19-Chip, AV1-Unterstützung, eine ortbare Fernbedienung und Raumklang mit bis zu vier HomePods.

Das sind solide Verbesserungen, wie man sie von einer typischen Modellpflege erwartet. Ob nun wegen des »RAMaggedon« oder nicht: Sie gehen mit spürbaren Preiserhöhungen einher. Der HomePod mini kostete im Jahr 2020 noch 99 Euro, während das Apple TV 4K von 2022 ab 169 Euro zu haben war (189 Euro in der vergleichbaren Version mit Ethernet und 128 GB).

Das entspricht Preissprüngen von 70 Prozent beziehungsweise 85 Prozent sowie 106 Prozent innerhalb von sechs und vier Jahren.

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Fazit

Was Apple gezeigt hat, ist keine eigenständige Smart-Home-Strategie. Es ist ein Konzept, das sicherstellt, dass das iPhone das Herzstück eures digitalen Alltags bleibt – selbst dann, wenn ihr es gerade gar nicht in der Hand haltet.

Genau deshalb hält im Werbespot niemand ein iPhone – und genau deshalb funktioniert dort alles reibungslos. Hierzulande werdet ihr es vorerst weiterhin fest in der Hand behalten müssen.


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