Aktuell ersetze ich mein MacBook durch das Galaxy Tab S12 Ultra. Nicht aus Jucks, sondern um zu sehen, was auf den Samsung-Tablets so möglich ist – und was eben nicht.
Bislang habe ich nämlich den iPads von Apple treu die Fahne gehalten, seit dem iPad Mini 2 aus dem Jahr 2013, um genau zu sein.
Jetzt teste ich zum ersten Mal ein Tablet der Südkoreaner. In drei Punkten macht die Flunder mit One UI 9 eine deutlich bessere Figur. In einem Aspekt scheitert sie jedoch ähnlich wie die Konkurrenz aus Cupertino.
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1. Samsung DeX kommt dem Desktop-Feeling extrem nahe
Samsung DeX fühlt sich rund an. Wenn ich das Tablet an den Monitor anschließe, erhalte ich eine Taskleiste mit laufenden Apps sowie eine Leiste für Konnektivität, Benachrichtigungen und den Schnellzugriff auf den Kalender und die Schnelleinstellungen.
Das kann das iPad in ähnlicher Form auch.
Anders verhält es sich jedoch mit dem Fenstermanagement. Ich kann beliebig viele Apps frei in der Größe verändern, überlappen und minimieren.
Obendrein unterstützt DeX virtuelle Schreibtische wie Windows und macOS. Allein diese Funktion sorgt für mehr Desktop-Feeling.
Die Kopplung von Maus und Tastatur war schnell erledigt. Wahlweise nutze ich das Tablet auch als Touch-Trackpad. Das ist ziemlich clever, vor allem bei Apps wie Photoshop, wenn ich mal filigran rein- oder rauszoomen möchte.
In den Einstellungen gibt es zudem einige Optionen für die Peripheriegeräte:
- Ohne Drittanbieter-Apps kann ich den Maustasten einzelne Aktionen zuweisen.
- Auch die Scrollrad-Empfindlichkeit und die Zeigergeschwindigkeit lassen sich feinjustieren.
- Für die physische Tastatur gibt es Optionen, mit denen sich die Belegung zumindest geringfügig an meine Bedürfnisse anpassen lässt.
Auch bei der unterstützten Bildschirmauflösung gibt es nichts zu beanstanden. Das Tablet unterstützt nativ die Auflösung von 3440 x 1440 (UWQHD). Beim iPad habe ich links und rechts schwarze Balken.
Unterm Strich funktioniert DeX wie eine vertraute Desktop-Umgebung. Das untermalt das zugrundeliegende Dateimanagement: Drag-and-Drop funktioniert nahezu in alle Richtungen, ganz egal, ob App, Browser oder irgendein Uploader.
Während der Arbeit wird das Tablet nicht heiß und nicht langsamer (was auch für das iPad gilt). Bisher umfasste meine Arbeit auf dem S12 Ultra allerdings auch nur das Schreiben von Texten, das Hören von Musik, das Öffnen vieler Chrome-Tabs und die einfache Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop.
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| Spezifikation | Galaxy Tab S12 Ultra | Galaxy Tab S12+ |
|---|---|---|
| Preis | ab 1.689 Euro | ab 1.450 Euro |
| Display | 14,6" Dynamic AMOLED 2X, 2.960 × 1.848 px, bis 120 Hz | 12,6" Dynamic AMOLED 2X, 2.800 × 1.752 px, bis 120 Hz |
| Helligkeit | Bis 1.600 Nits Spitze / 1.000 Nits HBM | Bis 1.600 Nits Spitze / 1.000 Nits HBM |
| Prozessor | MediaTek Dimensity 9500 | MediaTek Dimensity 9500 |
| RAM / Speicher | 12 GB/256 GB, 12 GB/512 GB, 16 GB/1 TB | 12 GB/256 GB oder 12 GB/512 GB |
| Speichererweiterung | microSD bis 2 TB | microSD bis 2 TB |
| Akku | 11.600 mAh, bis 45 W Laden | 10.600 mAh, bis 45 W Laden |
| Akkulaufzeit | Bis 23 Stunden | Bis 21 Stunden |
| Abmessungen | 326,3 × 208,5 × 5,1 mm | 289,5 × 187,8 × 5,3 mm |
| Gewicht | 692 g (Wi-Fi) / 695 g (5G) | 553 g (Wi-Fi) / 555 g (5G) |
| Konnektivität | Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, optionales 5G | Wi-Fi 6E, Bluetooth 6.0, optionales 5G |
| Rückkamera | 13 MP + 8 MP Ultraweitwinkel | 13 MP |
| Frontkamera | 12 MP Ultraweitwinkel | 12 MP Ultraweitwinkel |
| Audio | Vier Lautsprecher, 4-Kanal-Spatial Audio | Vier Lautsprecher, 4-Kanal-Spatial Audio |
| Software | Android 17, One UI 9 | Android 17, One UI 9 |
| Schutzart | IP68 | IP68 |
| S Pen | Im Lieferumfang | Im Lieferumfang |
2. Es gibt Benutzer-Accounts
Was die Tablets von Samsung für mich deutlich attraktiver als die iPads macht, sind die Benutzerprofile. Dadurch wird es um Welten bequemer, ein Gerät mit zwei oder mehr Personen zu teilen.
Jeder Account hat seinen eigenen Speicherplatz, auf dem Apps, der Bildschirmhintergrund und vieles mehr gespeichert werden.
Praktisch ist auch das gesonderte Profil nur für Gäste.
2:16
Neue Galaxy-Geräte im Anflug: Samsung stellt das Galaxy Tab S12 Ultra und S12+ vor
3. Das Zubehör
Die Preispolitik von Apple-Produkten als Pferdefuß zu bezeichnen, ist eigentlich zu offensichtlich. Beim Auspacken der S12-Serie hätte ich jedoch gerne meinen Gesichtsausdruck auf Band gehabt.
Im Lieferumfang ist nämlich ein S-Pen enthalten, was mir im Vorfeld nicht klar war. Bei Apple muss der Pencil separat erworben werden und nicht jeder Stift ist mit jedem iPad kompatibel.
Ob sich mit dem S-Pen von Samsung mindestens genauso gut und professionell zeichnen lässt, steht auf einem anderen Blatt. Als Otto Normalo bekomme ich im Karton aber ein Eingabegerät, mit dem ich auf dem Tablet Notizen anfertigen und PDFs bearbeiten kann. Ohne Zusatzkosten.
In puncto Tastatur-Hülle kommt man bei Samsung ebenfalls günstiger weg. Der Straßenpreis liegt bei 130 Euro, während ich bei Apple stolze 300 Euro hinblättern muss. Die UVP liegt bei beiden Geräten nochmal deutlich höher.
Ein klares Plus des Samsung-Geräts ist die Unterstützung von Micro-SD-Karten. Damit kann ich den Speicher optional auf bis zu 2 TB erhöhen. Das iPad bietet nur den fest verbauten Speicher.
Wo das iPad hingegen brilliert
Wo Samsung mit seinen Tablets nicht mithalten kann, sind die Apps. Apple hat es richtig gemacht, indem es immer mehr professionelle Anwendungen auf seine Tablets geholt hat. Ganz egal, ob für digitale Illustrationen mit ProCreate oder das Schneiden von Videos mit Final Cut Pro oder DaVinci Resolve.
Und zumindest auf dem Papier kann der Mediatek-Prozessor bei rechenintensiven Aufgaben nicht mit den leistungsstarken M-Chips von Apple mithalten.
- Bill Gates urteilte über das iPad, bevor es im Handel stand – und lag gründlich daneben
- Apple hat große Pläne für 2027 und die betreffen zwei Geräte – so sollen sich das MacBook Pro und iPad verändern
Beide Plattformen haben ähnliche Baustellen
So gut mir die Arbeit mit den Galaxy-Tablets bislang auch gefällt, sie bleiben nur eine sehr gute Notlösung. Meinen Laptop werden sie nicht ersetzen. Dafür fehlen mir Browser-Erweiterungen, Apps für die Audio- und Videoproduktion sowie die Möglichkeit, mehr als einen externen Monitor anzuschließen.
Zudem sind einige Apps für Samsung-Tablets eine Mogelpackung. So erlaubt Adobe Photoshop beispielsweise nur eine sehr einfache Bildbearbeitung. Es ist nicht möglich, mehrere Tabs innerhalb der Software zu nutzen, und leistungsstarke Werkzeuge stehen teilweise nur in einer abgespeckten Version zur Verfügung.
Aber dennoch: Den Großteil meiner Arbeit kann ich am Tablet problemlos verrichten. Und allein das hat durchaus seinen Reiz.
Anders als die Preise: Ähnlich wie Apple hat auch Samsung seine Preise nachträglich noch einmal deutlich erhöht. Während das Galaxy Tab S12+ jetzt bei 1.450 Euro startet, kostet das Ultra-Modell 1.650 Euro. Wer auf eines der beiden Tablets schielt, sollte Geduld an den Tag legen und warten, bis die Geräte im Preis fallen.

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