Apple gibt das KI-Wettrüsten wohl auf und will sich auf die Stärken besinnen, die den iPhone-Hersteller einst so groß machten

Apple hat das KI-Rennen einem Bericht zufolge intern aufgegeben und setzt stattdessen wohl wieder auf profitable Hardware und Dienste - darunter ein neues Ökosystem für Drittanbieter-KI.

Apple Intelligence kam 2024 mit großen Versprechen, die sich nur bedingt erfüllten. (© Apple) Apple Intelligence kam 2024 mit großen Versprechen, die sich nur bedingt erfüllten. (© Apple)

Auf der WWDC 2024 hat Apple sein hauseigenes Zugpferd im KI-Geschäft ins Rennen geschickt: »Apple Intelligence« sollte die Art und Weise verändern, wie ihr iPhone, Mac und Co. verwendet.

Rund zwei Jahre später zieht das Unternehmen eine ernüchternde Bilanz – und Konsequenzen. Laut Apple-Experte Mark Gurman (via Bloomberg) soll Apple für die kommende WWDC 2026 eine neue Strategie präsentieren, die vom sich KI-Wettrüsten abwendet.

Stattdessen wolle sich das Unternehmen auf die Kernstärken fokussieren, also der Verkauf hochprofitabler Hardware sowie die Monetarisierung der Dienste, die darauf laufen.

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iOS 27 mit App Store nur für KI?

Das Herzstück der neuen Apple-Strategie ist laut Gurman das für iOS 27 geplante Feature namens »Extensions«.

  • Die sollen euch erlauben, Drittanbieter-KI-Chatbots wie ChatGPT oder Claude direkt in Siri zu installieren und von dort aus zu nutzen.
  • Der App Store erhält dafür einen eigenen Bereich, der faktisch einem KI-eigenen App-Store entspreche.

Damit könne Apple das Beste aus beiden Welten kombinieren: Die eigenen Siri-Funktionen bleiben als grundlegende Basis, während mehr Features (natürlich kostenpflichtig) über den App Store bezogen werden können, über den Apple mutmaßlich die üblichen 30 Prozent Provision einstreicht.

Insgesamt habe Apple der Gurman-Analyse zufolge hierzu auch schlicht keine Alternative: Das Unternehmen wurde von ChatGPT im Jahr 2022 kalt erwischt und hat seitdem KI-Talente an die Konkurrenz verloren. Ein Aufholrennen könne man sich zeitlich und personell einfach nicht mehr leisten.

Neue Gerätekategorien ohne KI ausgeschlossen – und genau das ist das Problem

Laut Gurman hat Apple intern dafür bereits konkrete Pläne für eine neue Welle von Geräten, die auf KI angewiesen sind. Dazu zählen höherwertige AirPods mit erweiterter Sprachsteuerung, eine smarte Brille oder Smart-Home-Produkte.

Verzögerungen beim neuen Siri haben jedoch mehrere dieser Produkt-Launches nach hinten verschoben. Laut dem Apple-Experten ergibt sich daraus eine paradoxe Situation:

  • Auf der Hardware sowie den zugrundeliegenden Chips laufen KI-Anwendungen grundsätzlich ziemlich gut – die hauseigene KI-Software hinkt aber der Konkurrenz hinterher.
  • Der Konzern könnte deshalb langfristig »besser als KI-Infrastrukturlieferant dastehen denn als KI-Softwareentwickler«.

Gurman sieht darin auch einen Hinweis auf die Nachfolge von CEO Tim Cook, um den sich immer wieder Rückzugsgerüchte kreisen: John Ternus, Apples Chef für Hardware Engineering, gelte intern als natürlicher Kandidat.

Ob und inwieweit die KI-Strategie tatsächlich aufgegeben wird, erfahren wir demnach am 8. Juni 2026, wenn Apple zur jährlichen Worldwide Developers Conference (WWDC) einlädt.

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