Asus ROG Falchion im Test: Ausgerechnet ihr einzigartiges Feature nervt

Die kompakte ROG Falchion von Asus hebt sich über ein spezielles Bedienelement von anderen Tastaturen ab, aber ausgerechnet dieses Element enttäuscht im Test.

von Nils Raettig,
11.02.2022 19:50 Uhr

Ausgerechnet die interessante Idee der Touch-Leiste an der Seite kann mich im Test der ROG Falchion nicht überzeugen. Ausgerechnet die interessante Idee der Touch-Leiste an der Seite kann mich im Test der ROG Falchion nicht überzeugen.

Das Wichtigste in Kürze: Asus liefert mit der ROG Falchion im Test eine gute Gaming-Tastatur mit den üblichen Vor- und Nachteilen des kompakten 65-Prozent-Formats. Die Touch-Leiste an der Seite entpuppt sich allerdings eher als störend und unpräzise,statt als praktisches Extra, das den hohen Kaufpreis von etwa 160 Euro rechtfertigen könnte.

Pro
  • präziser Tastenanschlag
  • kompakte Größe (spart Platz auf dem Schreibtisch)
  • gute Verarbeitung und langlebige PBT-Tastenkappen
  • kabellos
Contra
  • seitliche Touchleiste nicht sehr genau und ungünstig platziert
  • kompakte Größe (praktische Funktionen wie Multimediatasten nur per Doppelbelegung realisierbar)
  • metallisches Nachklingen der freiliegenden Tasten

Die Asus ROG Falchion findet sich trotz ihres recht hohen Preises von etwa 160 Euro seit langer Zeit stets in den Top 3 der beliebtesten Gaming-Tastaturen auf dem Preisvergleichsportal Geizhals. In diesem Test gehe ich der Frage auf den Grund, ob das zu Recht der Fall ist – und wieso ich ihr Alleistellungsmerkmal in Form der Touch-Leiste sehr schnell deaktiviert habe.

Der Blick auf die technischen Eckdaten unten offenbart sonst keine großen Überraschungen. Das kompakte Keyboard ohne Nummernblock und mit eingerückten Pfeiltasten - auch als 65-Prozent-Format bekannt - setzt wie so viele Gaming-Tastaturen auf mechanische Schalter von Cherry (siehe auch unsere umfangreiche Kaufberatung Die besten Gaming-Tastaturen für jedes Budget).

Genauer gesagt handelt es sich um die rote Variante. Die Tasten lassen sich also linear ohne zusätzliches taktiles Feedback betätigen und sie lösen kein zusätzliches Klick-Geräusch dabei aus. Zu den weiteren wichtigen Merkmalen gehören die drahtlose Funkverbindung (2,4 GHz), die RGB-Beleuchtung und die besagte Touch-Leiste am linken Rand:

Ein berührungsempfindlicher Bereich am linken Rand der Asus ROG Falchion ermöglicht zusätzliche Eingaben, etwa zum Anpassen der Lautstärke. Ein berührungsempfindlicher Bereich am linken Rand der Asus ROG Falchion ermöglicht zusätzliche Eingaben, etwa zum Anpassen der Lautstärke.

Technische Eckdaten der Asus ROG Falchion im Überblick

  • 65-Prozent-Format ohne Nummernblock
  • 68 Tasten (normale Höhe, rahmenlos)
  • lineare mechanische Schalter (Cherry MX Red)
  • RGB-Beleuchtung
  • N-Key-Rollover
  • sechs Profile
  • Tastaturabdeckung für den Transport im Lieferumfang enthalten
  • Abmessungen: 305 x 39 x101 Millimeter
  • Gewicht: 520 Gramm
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Was macht die Asus ROG Falchion gut?

Bei einer Gaming-Tastatur sind bestimmte Eigenschaften besonders wichtig und die ROG Falchion leistet sich bei keiner davon einen Schnitzer, ganz im Gegenteil. Im Kern sind das diese Elemente:

  1. Präzision und Zuverlässigkeit der Eingaben
  2. Tipp- und Spielgefühl
  3. Verarbeitung

(1.) Die Tasten reagieren stets zuverlässig, auch per Funkverbindung. Wer möchte, kann die Daten alternativ über das abnehmbare USB-C-Kabel übertragen, die Tastatur funktioniert aber in beiden Modi gleich gut. Dank N-Key-Rollover ist es gleichzeitig kein Problem, viele Tasten gleichzeitig zu betätigen.

(2.) Der Tastenanschlag überzeugt mit den seit Jahren im Gaming-Bereich etablierten Cherry-Schaltern in der roten RGB-Variante wie gewohnt. Sie sorgen für ein präzises Tipp- und Spielgefühl mit klarem Feedback. Ob man lieber Modelle mit zusätzlichem taktilem Druckpunkt wie die braunen Schalter oder ein Klick-Geräusch wie bei den blauen Modellen bevorzugt, ist letztlich Geschmackssache.

Sitzt die Halterung der Leertaste korrekt, kommt es so gut wie nie zu einer ungewollten doppelten Betätigung. Sitzt die Halterung der Leertaste korrekt, kommt es so gut wie nie zu einer ungewollten doppelten Betätigung.

Ein von den linearen roten Schaltern bekanntes Problem trat auch im Test auf, aber nur in Zusammenhang mit der Leertaste. Sie wurde zeitweise häufig ungewollt doppelt betätigt, das hing aber mit dem Verrutschen eines seitlichen Halteelements zusammen (siehe das Bild oben). Durch den rahmenlosen Aufbau ließ sich die Taste schnell abnehmen und das Problem beheben.

(3.) Auch die Verarbeitung der ROG Falchion überzeugt. Das Metallgehäuse wirkt wertig und stabil und die Beschriftung der im Double-Shot-Verfahren erstellten Tastenkappen sieht auch nach monatelanger Benutzung noch so gut aus wie am ersten Tag.

Was macht die Asus ROG Falchion schlecht?

Drei Aspekte haben mich im Test immer wieder gestört. Wie sehr das auch für euch gilt, ist allerdings eine subjektive Frage. Genauer gesagt geht es um diese Punkte:

  1. Seitliche Touch-Leiste
  2. Klang der Tasten
  3. Die Software

(1.) Beginnen wir mit der seitlichen Touch-Leiste. Sie ermöglicht per Wischbewegung nach oben und unten sowie per Druck auf den oberen, mittleren oder unteren Bereich zusätzliche Tasteneingaben und Steuermöglichkeiten. Ein naheliegendes (und voreingestelltes) Beispiel ist das Ändern der Lautstärke.

Ich habe die Leiste allerdings schnell komplett deaktiviert, weil sie für mich zwei zentrale Probleme hat: Zum einen kam es immer wieder zu ungewollten Tasteneingaben, wenn ich die Tastatur unbewusst mit dem kleinen Finger an der Seite angefasst oder sie leicht verschoben habe.

Zum anderen gelingt die Bedienung nicht zuverlässig genug. Es ist also nicht leicht, die Lautstärke genau im gewünschten Rahmen per Wischbewegung zu verändern, außerdem werden die einzelnen Tasteneingaben im oberen, mittleren und unteren Bereich nicht immer auf Anhieb richtig registriert.

Wenn die Feder im Inneren der mechanischen Schalter der ROG Falchion wieder nach oben schnellt, ist das gut hörbar. Wenn die Feder im Inneren der mechanischen Schalter der ROG Falchion wieder nach oben schnellt, ist das gut hörbar.

(2.) Nicht so gut gefällt mir außerdem der recht prominente, metallische Klang beim Loslassen der Tasten. Er ist für freiliegende mechanische Schalter aufgrund der darin enthaltenen Feder (siehe das Bild oben) zum Zurückschnellen zwar normal und wird nicht von jedem gleichermaßen wahrgenommen. Empfindliche Ohren können sich aber trotz gewisser Gewöhnung daran stören.

(3.) Bleibt noch die Asus-Software Armoury Crate. Sie bietet zwar alle wichtigen Funktionen, fällt aber recht unübersichtlich aus. Außerdem stören die ständigen Updates. Fast jedes Mal, wenn ich die Software in einem Abstand von einigen Tagen oder auch mal Wochen öffne, kann ich keine Einstellungen vornehmen, weil zuvor zwingend eine Aktualisierung nötig ist:

Ständiger Begleiter beim Einsatz der Peripherie-Software von Asus: Updates für alle möglichen Elemente. Ständiger Begleiter beim Einsatz der Peripherie-Software von Asus: Updates für alle möglichen Elemente.

Was ihr noch über die ROG Falchion wissen müsst

Wer sich für eine Tastatur im 65-Prozent-Format interessiert, hat dafür vermutlich naheliegende Gründe, wie zum Beispiel einen eher kompakten Schreibtisch oder die Bevorzugung von minimalistischer Hardware. Dennoch darf in diesem Test nicht unerwähnt bleiben, dass der Wechsel zu diesem Format mit eine längeren Umgewöhnungsphase einhergehen kann und auch handfeste Nachteile hat.

Durch die geringere Breite der Enter-Taste habe ich am Anfang beispielsweise oft ungewollt einer der Tasten rechts daneben gedrückt. Außerdem gehört es zu diesem kompakten Format dazu, dass bestimmte praktische Multimedia-Funktionen wie das Pausieren eines Liedes oder der Wechsel zum nächsten Titel nur per Doppelbelegung und Funktionstaste umgesetzt werden kann (von der nicht sehr überzeugenden Touch-Leiste am rechten Rand einmal abgesehen).

Und wie hoch fällt die Akkulaufzeit aus? Mit RGB-Beleuchtung bei maximaler Helligkeit musste ich die Tastatur nach ungefähr 40 Stunden wieder aufladen, was ich als etwas zu häufig empfinde. Ich habe die Beleuchtung daher abgeschaltet und komme so eher auf eine Laufzeit im Bereich von über 350 Stunden.

Für wen lohnt sich die Asus ROG Falchion?

Mit einem Preis von ungefähr 160 Euro ist die ROG Falchion nicht gerade günstig, auch in Anbetracht des kompakten 65-Prozent-Formats.

Wenn euch hohe Verarbeitungsqualität, etablierte Cherry-Schalter und eine normale Tastenhöhe wichtig sind und ihr der seitlichen Touchleiste trotz meiner Schwierigkeiten damit etwas abgewinnen könnt, lohnt sich die Investition möglicherweise dennoch.

Hier könnt ihr die ASUS ROG Falchion kaufen

Günstigere kabellose und kompakte Alternativen gibt es gleichzeitig durchaus, etwa die Coolermaster SK621 mit flachen Cherry-Schaltern für knapp 70 Euro (aber ohne zusätzliche Tastenleiste rechts am Rand für Einfügen, Entfernen und die Bildlauf-Tasten) oder eines der Keychron-Modelle mit Gateron-Schaltern im Bereich von 110 Euro.

Habt ihr selbst bereits Erfahrung mit der ROG Falchion gemacht? Oder ist das 65-Prozent-Format nicht interessant für euch? Und wie viel Geld würdet ihr maximal für eine Tastatur ausgeben? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

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