Ich muss so um die 12 Jahre alt gewesen sein, als ich das erste Mal Guitar Hero 3 bei einem Bekannten gezockt hatte. Das Rhythmusspiel mit Hits von den Stones bis zu Metallica hat mich so sehr gecatcht, dass ich meine Eltern zu Tode argumentieren musste, dass ich unbedingt Guitar Hero: World Tour mit Plastik-Gitarre, -Schlagzeug und Mikrofon haben musste – mit Erfolg!
Nachdem ich hunderte Stunden mit der Plastikklampfe verbracht hatte, wollte ich nicht mehr mit dem schnöden Klavier spielen, sondern endlich selber Gitarre lernen. Wenn mich heute jemand nach Tipps zum Einstieg ins Gitarrespielen fragen würde, dann würde ich Folgendes vorschlagen:
Holt euch den kleinen Fender Mustang Micro Plus Verstärker bei Amazon!Bevor ihr das Instrument holt: Warum wollt ihr eins kaufen?
Die erste Frage, die man sich immer stellen sollte: Warum will ich eine Gitarre kaufen? Wollt ihr euch an einem neuen Hobby versuchen, oder wollt ihr eurem Kind ein Instrument in die Hand drücken, damit es irgendwie musikalisch wird? Das wichtigste ist für den Anfang das Interesse am Instrument. Bei mir wurde es durch Guitar Hero erweckt. Bei anderen kommt es vielleicht durch Fortnite: Festival oder klassisch durch bekannte Idole wie Eddie Van Halen oder Slash.
Aber selbst dann: Die Vorstellung ein Instrument zu spielen ist oft spannender, als die Bewältigung der ersten Schritte, der Aufwand und die nötige Disziplin, um am Ball zu bleiben. Man kann schon früh merken, dass ein Instrument doch nichts für einen ist – bei mir war das z.B. beim gescheiterten Versuch Geige zu lernen. Mein erster Tipp: Leiht euch von einem bekannten ein Instrument, oder holt euch eine günstige Gitarre einer vertrauten Marke. Aber welchen Marken kann man trauen?
Meine erste Gitarre – ein Squier StratocasterFender, Ibanez, Donner – viele Marken und große Preis-Leistungsunterschiede
Eine günstige Gitarre muss nicht gleich schlecht sein, aber eine schlechte Gitarre kann trotzdem den Einstieg erschweren oder ruinieren. Eine persönliche Faustregel: Holt euch kein Gesamtpaket unter 100 €, denn allein wenige dutzend Euro mehr sind in der niedrigen Preiskategorie sehr viel wert. Ich stelle euch mal kurz drei bekannte Marken mit soliden Einstiegsmodellen vor.
Squier by Fender – die Budget-Marke einer der ältesten Gitarren-Hersteller
Die erste E-Gitarre, die ich in der Hand hatte, war ein Squier Stratocaster meines Vaters. Bei Squier handelt es sich um die Budget-Marke der legendären Marke Fender, die von Legenden wie Jimi Hendrix gespielt wurde und bis heute noch von vielen geliebt wird. Auf der Amazon-Shopseite von Fender gibt es eine übersichtliche Auflistung von Einsteigermodellen, die alle gute Bewertungen haben. Mit Fender kann man eigentlich nichts falsch machen, aber es gibt auch günstigere Marken.
Werft einen Blick auf die Einstiegsmodelle von Squier by Fender
Donner – die günstige chinesische Marke mit überraschend guter Qualität
Falls euch das Prestige großer Namen egal ist und maximale Preis-Leistung für den Einstieg sucht, dann ist die chinesische Marke Donner eine solide Wahl. Diese punkten nicht nur mit starken Preisen, sondern auch mit interessanten Ideen und Innovationen, aber für den Einstieg sind erst einmal ihre Gitarren-Einsteiger-Sets von Interesse, die schon unter 150 € solide Gitarren mit starkem Zubehör liefern.
Schaut auf die verschiedenen Gesamtpakete von DonnerIbanez – die vielseitige Marke für den starken Einstieg
Die japanische Marke wird weltweit von wichtigen Namen genutzt, wie Tim Henson von Polyphia. Ich selbst spiele einen Bass von Ibanez und kann die Marke herzlichst empfehlen – nicht selten sieht man eine Ibanez auch als erste E-Gitarre von vielen Anfängern. Leider gibt es keine günstigen Gesamtpakete wie bei Fender und Donner, weshalb die Einstiegsmodelle von ca. 200 € eher nicht für kleine Kinder gedacht sind, sondern für diejenigen, die es mit dem Gitarrespielen schon etwas ernster meinen.
Stöbert durch die Einstiegsmodelle von IbanezWas bei der Wahl des Instruments noch zu beachten ist
Wenn ihr einen Blick auf die verschiedenen Hersteller geworfen habt, dann habt ihr vielleicht bei einigen gemerkt, dass die Modelle sehr ähnlich sind. Viele basieren auf dem klassischen Look eines Fender Stratocaster und für den Anfang ist ihr ergonomische Design für mich die beste Form für Anfänger. Bei der Form ist auch zu beachten, ob es sich um ein Modell für Rechtshänder oder Linkshänder handelt, das solltet ihr bei der Suche nicht vergessen!
Ein weiteres Merkmal ist vor allem dann wichtig, wenn ihr wisst, dass auch härtere Musik gespielt werden soll. Die Verzerrung kommt zwar hauptsächlich aus Verstärker und Effekten, aber ein Humbucker an der Bridge ist ein Muss, wenn ihr Metal spielen wollt.
Falls ihr euch fragt, WTF das ist: Als Bridge bezeichnet man die "Halterung der Saiten" auf dem Körper der Gitarre, während ein Humbucker ein "doppelter Tonabnehmer" ist. Ihr seht den Unterschied ganz gut auf dem Bild oben. Die Tonabnehmer sind die gepunkteten Riegel unter den Saiten auf dem Körper. Ein Humbucker hat etwas mehr Fülle zu bieten und dank seiner Position an der Bridge, hat der Klang etwas mehr Biss.
Meine Empfehlungen:
- Donner Anfänger-Set Junior – Mini-Gitarre Gesamtpaket inkl. Tasche, Stimmgerät, Mini-Verstärker, Kapodaster (Bund-Klemme), Kabel, Plektrons (Zupf-Plättchen), Ersatzsaiten, Mikrofasertuch und Gurt – ca. 120 €
- Squier by Fender Mini Gitarrenpaket – Mini-Gitarre Gesamtpaket inkl. Tasche, Stimmgerät, Verstärker, Kabel, Plektrons und Gurt – ca. 310 €
- Donner Anfänger-Set – Gitarren-Gesamtpaket inkl. Tasche, Stimmgerät, Mini-Verstärker, Kapodaster, Kabel, Plektrons, Ersatzsaiten, Mikrofasertuch und Gurt – ca. 140 €
- Squier by Fender Affinity Series Paket – Gitarren-Gesamtpaket inkl. Tasche, Fender Mustang Micro-Verstärker, Kopfhörer, Plektrons und Gurt – ca. 330 €
- Ibanez GIO GRX40 – Einsteiger-Gitarre mit Bridge-Humbucker
- Ibanez GIO RG GRX70QA – Einsteiger-Gitarre mit Bridge- und Neck-Humbucker
Vergesst für den Anfang Verstärker – mein Tipp: wählt digital!
An den Gitarren selbst hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum was getan. Viel besser ist die Technologie aber in digitalen Gitarrenverstärkern geworden, welche mittlerweile selbst bei kleiner Größe einen extrem wuchtigen Sound liefern, ohne dabei die Lautstärke eines Flugzeugs erreichen zu müssen. Diese Alternativen zu klassischen Combo-Verstärkern sind nicht nur günstiger und vielseitiger, sondern schonen auch eure Mitbewohner vor anfänglichem Geklimper. Vor allem Eltern werden sich darüber freuen.
Falls ihr für den Einstieg kein Gesamtpaket, sondern eine einzelne Gitarre wählt, dann ist für den Anfang der Fender Mustang Micro Plus eine geniale und winzige Lösung. Für knapp unter 100 € bekommt ihr hier 25 Verstärker-Simulationen und 25 Effekte, wodurch ihr eine riesige Vielfalt an Sounds bekommt, welche ihr super einfach per App und Bluetooth anpassen und durchwechseln könnt.
Amp-Modeler – der Donner Arena 2000
Ein ähnliches Konzept, nur in größerem und mächtigerem Ausmaß, ist ein Amp-Modeler. Hier bekommt ihr nicht nur ein kleines Gerät mit ein paar Effekten, sondern eine riesige Bibliothek an nahezu identischen (in einigen Fällen sogar besseren) Sounds von legendären Verstärkern und Effekten.
Für fast 300 € ist das Gerät nicht mehr für die "Mal probieren"-Fraktion, aber für alle, die das mit dem Gitarrespielen halbwegs ernst nehmen, ist das eine deutlich günstigere Alternative, als einen Verstärker und die Menge Effektpedalen zu holen. Aber auch hier profitiert ihr von einer starken Lautstärkeregulierung. Fetter Sound durch Kopfhörer oder volle Wucht über die PA bei den ersten Liveauftritten.
Gönnt euch den Donner Arena 200 Amp-Modeler!