Es ist zwar schon fast Juni, aber das TV-Jahr hat gerade erst begonnen. Die neusten Modelle der großen Hersteller sind gerade erst erschienen oder erscheinen – wie im Falle des Samsung S95D – in wenigen Tagen. Doch welcher ist der beste OLED-Fernseher 2024?
Erfahrt hier sofort, welcher OLED für mich der beste TV 2024 istG4 vs. S95D – Wo der LG-TV über Samsung triumphiert
Der LG OLED evo G4 unterstützt alle relevanten HDR- und Soundformate. Bei Samsung ist das nicht der Fall, denn auch dem neuen S95D fehlen sämtliche DTS-Formate – darunter auch das 3D-Audio-Format DTS:X. Schlimmer finde ich aber noch, dass der Samsung S95D mein liebstes HDR-Format nach wie vor nicht unterstützt: Dolby Vision.
Der Prozessor in einem Smart-TV wird immer wichtiger und LG hat die Nase vorn. Im G4 steckt erstmals der neue α11 4K AI-Prozessor. Damit konnte LG die Lücke zu Sony – dem Marktführer in dieser Disziplin – nicht nur schließen, sondern Sony stellenweise sogar überholen. Samsung kann bei diesem Niveau trotz sichtbarer Verbesserungen bei Upscaling und Kantenglättung nicht ganz mithalten.
Natürlich ist die Bildqualität die wichtigste Eigenschaft und LG hat einen Volltreffer gelandet! In Sachen Weißabgleich, Farbgenauigkeit, Farbsättigung, Helligkeit und HDR-Darstellung reicht der LG OLED evo G4 so nah an Perfektion, dass menschliche Augen keine Differenz zum Optimum mehr feststellen können. Wohlgemerkt auf Werkseinstellungen, ohne professionelle Kalibrierung.
Der neue LG OLED evo G4 schon jetzt günstiger im Amazon-AngebotQD-OLED vs. WOLED – Samsungs und LGs Technik im Vergleich
Neben Details, großen Stärken und kleineren Schwächen unterscheiden sich die OLED-TVs der beiden Marken besonders in der verbauten OLED-Technologie. Um gegen LGs Marktführerschaft und deren WOLED-Technik anzukommen, hat Samsung sogenannte QD-OLED-Panels entwickelt:
Grundlagen zu OLED-Bildschirmen
OLED-TVs funktionieren ganz anders als LCD, LED und QLED. Anstatt einer generellen Hintergrundbeleuchtung besteht bei einem OLED-Bildschirm jedes einzelne Pixel aus einer namensgebenden organischen LED.
Daraus ergibt sich der größte Vorteil und der Grund, warum die besten TVs auf dem Markt auf die OLED-Technologie setzen: Da jedes Pixel einzeln an- und abgeschaltet werden kann, ergibt sich ein praktisch unschlagbares Kontrast-Verhältnis und perfektes Schwarz.
Es gibt zwei unterschiedliche Arten von OLED-Displays: WOLED und QD-OLED. WOLED steht für „White OLED“ und wird primär von der Firma LG Display hergestellt. QD-OLED steht wiederum für „Quantum Dot OLED“ und ist eine Entwicklung von Samsung Display.
Die Details hinter diesen OLED-Technologien erfahrt ihr bei den nächsten beiden Punkten.
LG und die WOLED-Technologie
Der Unterschied liegt in der Subpixel-Struktur. Bei der „White-OLED-Technologie“ besteht jedes Pixel aus vier Subpixeln: einem Roten, Grünen, Blauen und Weißen.
Das weiße Subpixel nutzt LG, um die generelle Helligkeit zu steigern. Aus diesem weißen Subpixel resultiert aber auch eine potenzielle Schwäche der Technologie. Soll eine Farbe möglichst hell dargestellt werden, leuchtet das weiße Subpixel mit, worunter die Farbsättigung leiden kann.
Die MLA-OLED-Technologie ist auch eine Entwicklung von LG Display und soll diesen Nachteil ausgleichen. MLA steht für „Micro Lens Array“ und bezeichnet spezielle, winzige Linsen, die das Licht der OLEDs fokussieren. Damit kann die Gesamthelligkeit noch weiter gesteigert und die Farbsättigung verbessert werden, weil das weiße Subpixel weniger stark mithelfen muss.
Im neuen LG OLED evo G4 steckt solch ein WOLED-Bildschirm mit der neusten MLA-Technologie.
Samsung und die QD-OLED-Technologie
Der Unterschied liegt auch hier in der Subpixel-Struktur. Während bei WOLEDs ein viertes, weißes Subpixel zum Einsatz kommt, bestehen QD-OLED Pixel lediglich aus den drei üblichen RGB-Subpixeln. Ein weißes Subpixel für mehr Helligkeit ist nicht nötig, da – ähnlich wie bei QLED-Fernsehern – sogenannte Quantum Dots zum Einsatz kommen.
Quantum Dots sind winzige, rote und grüne, fluoreszierende Nano-Kristalle. Fluoreszierend heißt, sie emittieren selbst rotes und grünes Licht, wenn sie von einer Lichtquelle – also der blauen Hintergrundbeleuchtung – angeregt werden. Diese Quantum Dots werden in einer Schicht direkt vor den blauen OLEDs angeordnet.
Im neuen Samsung S95D steckt solch ein QD-OLED-Bildschirm der neusten Generation.
Noch mehr Hintergrundwissen und weitere Empfehlungen für TVs aus allen Preisklassen findet ihr übrigens in meiner aktuellen Kaufberatung zum Thema:
Samsung geht 2024 ganz neue, matte Wege
Während beinahe alle TV-Hersteller auf glatte Fernseher mit reflektionshemmenden Eigenschaften setzen, macht Samsung dieses Jahr mit dem Top-Modell alles anders. Der S95D ist als einziger Fernseher der High-End-Klasse matt.
Dieser zugegeben gewagte Schritt von Samsung verhilft dem S95D auf einen ganz eigenen Thron. In meinen Augen ist der LG OLED evo G4 zwar der grundsätzlich etwas bessere OLED-Fernseher, aber wenn ihr ein helles Wohnzimmer habt und den TV häufig bei schwierigen Lichtbedingungen nutzt, dann ist der neue Samsung die momentan beste Wahl. Er ist der für mich beste Fernseher des Jahres für helle Räume.
Für mich der beste Fernseher für helle Räume bei AmazonEs bleibt weiter spannend auf dem TV-Markt! Nicht nur Samsung geht neue Wege, sondern auch Sony macht dieses Jahr einiges anders. Noch fehlt es mir an detaillierten Informationen zu den neuen Sony Bravia-Fernsehern, aber eines steht fest: Sony setzt 2024 nicht nur auf OLED, sondern auf extrem helle Mini-LED-Fernseher an der Spitze des Sortiments!
