4. Tineco Floor One S9 Artist vs. Dreame H15 Pro Heat
Sowohl der Dreame, als auch der Tineco Nass-Trockensauger müssen in vier Disziplinen beweisen, was sie drauf haben: Saugleistung, Wischleistung, Akkulaufzeit und zu guter Letzt vergleiche ich noch die Lautstärke sowie die Reinigung und Wartung im Alltag.
4.1 - Vergleich der Saugleistung beider High-End Nass-Trockensauger
Wie ist der Vergleich der Saugleistung abgelaufen?
Für den Test der Saugleistung habe ich ein Tablet in der Breite beider Nass-Trockensauger gebastelt. Darin verstreue ich exakt 100 Gramm feinen roten Sand – ein absoluter Härtetest für jeden Staubsauger. Im jeweiligen Saug-Modus, also ohne Wischwasser, fahre ich mit beiden Modellen nur ein einziges Mal auf dem Tablet vor und wieder zurück. Danach dürfen sich die Kontrahenten wieder selbst reinigen und ich vergleiche den verbliebenen Dreck. Welcher Sauger weniger zurückgelassen hat, gewinnt und bekommt dafür einen Punkt.
Den Start in dieser Disziplin macht Dreame mit dem H15 Pro Heat. Im reinen Saugmodus hatte er nur eine Chance, 100 Gramm feinen roten Sand, Erde und Co. aufzusaugen und irgendwie tut mir der kleine Akkusauger etwas leid, bevor er loslegen musste.
Alle Achtung! Der H15 Pro Heat meistert die Herausforderung und hier fällt schon auf den ersten Blick auf, dass es nicht wirklich übrig gebliebenen Dreck gibt, den ich noch mit einer handelsüblichen Waage wiegen könnte. Die GapFree-Gummilippe erweist sich als großer Vorteil und sorgt für eine nahezu perfekt saubere Oberfläche – wohlgemerkt nach nur einer einzigen Überfahrt.
Als Nächstes muss der Herausforderer beweisen, ob er da mithalten kann. Auf dem sauberen Tablet habe ich wieder 100 Gramm Dreck verstreut und den Floor One S9 Artist in den Saugmodus geschaltet:
Das Ergebnis ist eindeutig. Auch wenn der Nass-Trockensauger von Tineco bei einem Durchgang so viel Dreck aufgesaugt hat, dass sich das Nachwiegen nicht lohnt, sieht das Tablet deutlich anders aus als beim Dreame.
Ich habe auch einen möglichen Grund für diese sichtbare Niederlage erkannt. Obwohl ich nach dem Einschalten des Geräts so schnell wie möglich in den Saug-Modus geschaltet habe, wurde die Wischwalze anscheinend trotzdem leicht befeuchtet. Das hat die Situation natürlich ungemein schwerer gemacht und es erklärt auch den rot-braunen Film, den der S9 zurückgelassen hat. Wenn ich damit richtig liege, dann sollte sich diese Schwäche aber per Software-Update ausmerzen lassen, denn Tineco müsste nur eine kurze Verzögerung einprogrammieren, bis das Wasser in die Wischwalze gepumpt wird.
Ärgerlich, aber der Punkt für die bessere Saugleistung geht an Dreame. Es steht 2:0 für den H15 Pro Heat. Als Nächstes geht es um die Wischleistung.
4.2 - Vergleich der Wischleistung von Dreame & Tineco
Wie ist der Vergleich der Wischleistung abgelaufen?
Für den Vergleich der Wischleistung habe ich zwei übrig gebliebene Fliesen von meiner Badsanierung präpariert: Ein Teelöffel Öl, verrieben mit einem Küchentuch sowie ein Esslöffel Semmelbrösel mit einem Klecks Ketchup und zu guter Letzt zwei matschige Schuhabdrücke. In Kombination mit unseren Fliesen mit spürbarer Oberflächenstruktur wollte ich so einen absoluten Härtetest abbilden.
Beide Geräte kommen zuerst in ihrem jeweiligen Automatik- oder Smart-Modus zum Einsatz und bekommen wieder eine Chance, also einen Durchgang, um so viel Schmutz zu entfernen wie möglich. Danach folgt ein Vergleichsfoto.
Im Anschluss dürfen beide im stärksten Modus ihre Muskeln spielen lassen. Beim Dreame kommt hier der Heißwasser-Modus und beim Tineco der „Max“ Modus zum Einsatz. Ich stoppe jeweils die Zeit, bis die Fliese komplett sauber ist.
Sowohl für den ersten Durchgang als auch für den zweiten gibt es je einen Punkt zu holen.
Auch beim Wischen muss der Dreame H15 Pro Heat vorlegen. Beim Aufbau hatte ich verschiedene Alltagssituationen im Sinn, bei denen ich in Zukunft zu einem Nass-Trockensauger greifen würde: Fettspritzer nach dem Kochen in der Küche, Essensreste und Krümel unter dem Esstisch und Spuren von Mensch und Tier im Eingangsbereich.
Mit seinem smarten Modus legt der Dreame H15 Pro einen souveränen Start hin und die Automatik scheint zu funktionieren, denn bereits bei den ersten Bröseln regelt er seine Leistung hörbar nach oben. Nach dem Säubern bleiben sowohl von den Essensresten als auch vom Ölfleck kaum noch sichtbare Spuren zurück.
Ganz ähnlich, aber noch eine Spur besser, macht es der S9 von Tineco. Auch sein Automatik-Modus erkennt die starke Verschmutzung schnell und schaltet entsprechend einen Gang rauf. Öl und Essensreste bereiteten dem „Artist“ keinerlei Probleme. Hier könnt ihr euch ein Bild von den beiden Kontrahenten im Wischtest verschaffen:
Auf der Fahrt nach vorn sieht es also bei beiden Nass-Trockensaugern im Vergleich hervorragend aus – wäre da nicht der Rückweg. Die Fußabdrücke bereiteten beiden Geräten logischerweise größte Schwierigkeiten und sorgten für ein Endergebnis, das schlimmer aussah, als es tatsächlich war.
Unentschieden! Der Dreame hat zwar etwas mehr Dreck von den Fußabdrücken mitgenommen, dafür hat der Tineco sowohl das Öl, als auch die Essensreste beim ersten Mal komplett entfernt. Nach wie vor 2:0 für den H15 Pro Heat. Es folgt ein weiterer Vergleich der Wischleistung.
Nach einer Überfahrt vor und zurück, sehen beide Test-Fliesen alles andere als sauber aus. Jetzt sollen die Nass-Trockensauger noch einmal so richtig ihre Muskeln spielen lassen und ihre schwersten Geschütze auffahren.
Beim Dreame H15 Pro Heat heißt das, dass er jetzt mit 85°C heißem Wasser antritt und für den Tineco Floor One S9 Artist habe ich den stärksten „Max“ Modus aktiviert. Welches Gerät reinigt die Fliese mit 120 mal 60 Zentimetern am schnellsten?
In dieser Disziplin zeigt der Dreame H15 Pro Heat deutliche Schwächen. Er saugt das schmutzige Wischwasser zu wenig ab und macht sich damit selbst das Leben schwer, denn so wurde der Schmutz immer wieder neu über die Fläche verteilt. Ganz anders bei Tineco, denn der sorgt für eine wirklich positive Überraschung und lässt keinen Zweifel, dass er eine bärenstarke Saugleistung bietet.
Ein klarer Sieg für Tineco! Der Floor One S9 Artist schafft den Anschluss auf 2:1. Er säuberte die Fläche nicht nur doppelt so schnell, sondern hinterließ auch deutlich weniger Restfeuchtigkeit. Es geht weiter mit der Akkulaufzeit.
4.3 - Vergleich der Akkulaufzeit der Saugwischer
Wie ist der Vergleich der Akkuleistung abgelaufen?
Für den Vergleich der Akkuleistung habe ich beide Geräte komplett gereinigt, alle Tanks gefüllt oder geleert und die Akkus auf 100% aufgeladen. Danach habe ich das gesamte, frisch geputzte Erdgeschoss meines Hauses gewischt und dabei die Automatik- oder Smart-Modi verwendet. Es handelt sich dabei um ca. 150m². Am Ende habe ich die verbleibende Akkuladung verglichen – der Akku mit mehr verbleibender Restladung gewinnt einen Punkt.
Ich kam mir vor wie bei einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, als ich ein eben erst geputztes Geschoss unseres Hauses mit beiden Saugwischern jeweils eine knappe halbe Stunde lang erneut geputzt habe. Aber nur so konnte ich für faire Bedingungen sorgen und dreimal wischen ist besser als kein Mal. Los ging es dieses Mal mit dem Gerät von Tineco.
Auch wenn es mir bei diesem Vergleich primär um den Akkuverbrauch ging – dazu komme ich gleich – sind mir drei weitere Dinge aufgefallen:
- Der Antrieb des Dreame ist besser eingestellt und die Rollen unterstützen angenehm beim Vor- und Zurückschieben über den Boden. Der Tineco zieht mir gefühlt immer etwas davon und ich muss ihn zurückhalten, was auf Dauer anstrengend wird. Dafür ist der Tineco etwas wendiger und lässt sich in engen Stellen besser manövrieren.
- Der Tineco Floor One S9 Artist verbraucht beim Wischen viel weniger Wasser. Das ist mir bereits beim Wischtest oben aufgefallen, und die Vermutung hat sich bestätigt. Beim Dreame H15 Pro Heat musste ich während des Akku-Vergleichs zuerst den Abwassertank leeren und wenig später den Frischwassertank auffüllen.
- Der Dreame H15 Pro Heat hinterlässt im Schnitt deutlich mehr Streifen nach dem Wischen. Während beim Tineco S9 beim Zurückziehen ein gleichmäßiger Feuchtigkeitsfilm über die gesamte Breite zurückbleibt, ist das Wischwasser beim Dreame immer wieder punktuell in Streifen sichtbar.
Jetzt komme ich aber zum eigentlichen Kern dieser Kategorie – welcher Nass-Trockensauger hatte nach dem Durchgang mehr Akku übrig? Mit 41% zu 27% ist die Sache eindeutig.
Wieder ein Punkt für den Floor One S9 von Tineco – jetzt herrscht Gleichstand mit 2:2. Wenn ich könnte, würde ich in dieser Kategorie sogar zwei Punkte vergeben, denn der Tineco wischte mit weniger Akkuverbrauch, weniger Wasser und komplett streifenfrei, im Gegensatz zum Dreame.
4.4 - Lautstärke, Reinigung & Wartung der Nass-Trockensauger im Vergleich
An diesen Vergleich hatte ich anfangs gar nicht gedacht, aber schon bei der ersten Selbstreinigung ist mir aufgefallen, wie laut die Teile sein können. Also habe ich nachgemessen und meine Apple Watch zeigte knapp über 70 dB aus nächster Nähe. So laut ist das gar nicht, aber das Geräusch beider Kontrahenten empfanden wir trotzdem als unangenehm.
Während dieser Lautstärke-Messung habe ich mich über das deutlich schnellere Föhnen der Wischwalze beim Tineco gefreut, wobei auf Wunsch auch der Dreame H15 Pro in seinen Einstellungen einen 5-Minuten-Modus bietet – regulär benötigt er satte 30 Minuten für diesen Vorgang.
Bei der alltäglichen Wartung und dem Befüllen und Leeren der Tanks sind mir weitere Ähnlichkeiten der Geräte aufgefallen. Aufgrund der etwas simpleren Konstruktion des Schmutzwassertanks fällt mir die Reinigung beim Tineco S9 leichter. Eine Sache hat mich aber trotzdem gestört: Der Frischwassertank des S9 bleibt nicht von allein aufrecht stehen. Gerade wenn man zuerst das Wasser einfüllt und danach noch das Reinigungsmittel dazugeben möchte, kann das super nervig sein.
Viel schlimmer ist, dass beide nach dem Wischen ab und an getropft haben, wenn ich sie zu ihrer Ladestation getragen habe. Wie gesagt, achten wir sehr auf unsere Holzfußböden und da können solche Tropfen schnell ärgerliche Wasserflecken hinterlassen, wenn man nicht aufpasst. Während der Selbstreinigung sind mir beim Dreame H15 Pro Heat außerdem immer wieder kleine Wasserspritzer vor der Station aufgefallen – das ist ärgerlich.
Diesen Punkt sichert sich der Tineco Floor One S9 Artist – wenn auch nur knapp. Der Endstand lautet also 3:2 für Tineco. Der S9 reinigt sich nicht unbedingt gründlicher, aber schneller und ohne Spritzer oder Tropfen. Außerdem ist sein Abwassertank leichter sauber zu halten.
Mein Fazit zu beiden Geräten und welches ich mehr empfehlen kann, findet ihr auf Seite 3.