Bluesky: Alles, was ihr über die Twitter-Alternative wissen müsst

Wir stellen euch den aufstrebenden neuen Microblogging-Dienst von Twitter-Gründer Jack Dorsey vor, der Twitter beerben möchte.

Wird Bluesky das neue Twitter? (natanaelgintingAdobe Stock; TimonAdobe Stock) Wird Bluesky das neue Twitter? (natanaelginting/Adobe Stock; Timon/Adobe Stock)

Seit ein paar Wochen landen genervte Social Media User bei Bluesky, der neuen Plattform-Alternative zum X, ehemals bekannt als Twitter. Wir wollen euch den aufstrebenden Dienst vorstellen, der derzeit nur auf Einladung einen gewissen Hauch von Exklusivität versprühen möchte.

Was Fakt ist: X verliert immer mehr Nutzer. Nachdem im letzten Jahr Millionen von Nutzern ein neues Zuhause bei Mastodon gefunden haben, ist seit Sommer dieses Jahres die Social-Media-Plattform „Bluesky“ von Twitter-Gründer Jack Dorsey die neue Hoffnung am Firmament für Umstiegswillige.

Wer bei Bluesky mitmachen will, sieht sich aber direkt der ersten Hürde ausgesetzt: der künstlichen Verknappung, die schon Facebook zu seinen Anfangstagen so gehandhabt hat. Rein kommt, wer einen Einladungscode von jemandem erhalten hat, der bereits drinnen ist.

Damit werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen wächst das Netzwerk organisch und netzwerktechnische Überlastungsprobleme bleiben vorerst aus, wenn Elon Musk mal wieder einen seiner umstrittenen Tweets absetzt und eine neue Fluchtbewegung bei X auslöst. Und zum anderen ist das Siegel der Exklusivität ein schönes Aushängeschild, das Neugierde durch FOMO weckt – der Angst, etwas zu verpassen.

Damit ihr wisst, was ihr da nun genau verpasst, haben wir für euch die Fakten zusammengetragen, anhand derer ihr für euch selbst entscheiden könnt, ob sich das Warten auf einen der begehrten Einladungscodes überhaupt lohnt.

Was ist Bluesky nun genau?

Bluesky ist ursprünglich als ein Nebenprojekt von Twitter gestartet, das letztendlich den Microblogging-Dienst dezentral, also für verteilte Architekturen ähnlich Mastodon, fit machen sollte. Als die Twitter-Übernahme durch Elon Musk ins Haus stand, wurde das Projekt in eine eigene Firma unter der Leitung von Twitter-Gründer Jack Dorsey ausgelagert, weil der Tesla-Eigner kein Interesse daran hatte.

Bluesky arbeitet anders als das Fediverse nicht mit ActivityPub, sondern mit dem ATProtocol. Das Authentical Transfer Protocol erstellt ein Standardformat für Identität, Follower und Daten in sozialen Medien. Was bedeutet, dass Nutzer damit jederzeit auch zu anderen Netzwerken umziehen können, die dieses Protokoll unterstützen.

Die großen Sozialen Netzwerke laufen alle über einen Server, während Bluesky später über viele kleine Server von Einzelpersonen oder Organisationen laufen soll. Außerdem soll es bei Bluesky auch keinen zentralen Algorithmus geben. Stattdessen entscheiden die Nutzer selbst über die Algorithmen, die sie nutzen wollen – und damit auch darüber, welche Inhalte sie angezeigt bekommen.

Wie komme ich rein?

Wie eingangs erwähnt, kommt man zum jetzigen Zeitpunkt nur über einen Einladungscode auf die Plattform. Diesen Invite-Code bekommt man entweder von jemandem, der sich erfolgreich registrieren konnte, oder über eine Warteliste, in die sich jeder eintragen kann. Wann die Plattform für alle geöffnet wird, steht noch nicht fest. 

Die Feedansicht von Bluesky erinnert stark an Twitter. Nur, dass die Likes hier keinen Algorithmus befeuern. Zudem ist die App komplett auf Englisch. Die Feedansicht von Bluesky erinnert stark an Twitter. Nur, dass die Likes hier keinen Algorithmus befeuern. Zudem ist die App komplett auf Englisch.

Die Apps für iOS und Android lassen sich in den jeweiligen Stores zum Download finden. Optional steht für Android die App Graysky von einem Drittanbieter kurz vor der Veröffentlichung. Am PC kann man sich über die Web-App anmelden, oder man greift auf die von Tweetdeck inspirierte Alternative „deck.blue“ zurück.

Wie Twitter, nur ohne Hass und Trolle

Momentan lässt sich Bluesky am besten wie eine Art reduziertes Twitter beschreiben. Viele Sachen, die ihr von dort kennt, funktionieren noch nicht. Beispielsweise lassen sich keine Videos oder animierten Bilder verschicken. Private Nachrichten lassen sich auch noch nicht versenden.

Aber sonst ist schon vieles so, wie man es von Twitter kannte. Es gibt Hashtags, andere Nutzer lassen sich mit @-Handle öffentlich anschreiben und auch die gesamte Benutzeroberfläche samt Bedienkonzept der App sehen Twitter zum Verwechseln ähnlich.

Das eigene Profil lässt sich nach allen Wünschen anpassen. Böse Zungen behaupten, dort ist mehr möglich, als im eigentlichen Feed... Das eigene Profil lässt sich nach allen Wünschen anpassen. Böse Zungen behaupten, dort ist mehr möglich, als im eigentlichen Feed...

Nutzer können ihr Profil mit persönlichem Nutzerbild und einem Hintergrund verschönern, es werden Follower-Zahlen, gefolgte Accounts und getätigte Posts angezeigt. Die Posts selbst dürfen eine Länge von bis zu 256 Zeichen haben und Fotos beziehungsweise Links beinhalten.

Des Weiteren gibt es eine Suchfunktion für Accounts; andere Accounts können stummgeschaltet oder blockiert werden. Bluesky kennt Likes und Reposts und lässt diese auch zur Filterung nutzen.

In der Kategorie Discover gibt es einen laufenden Feed mit aktuellen Posts des Bluesky-Teams und weitere Follower-Vorschläge.

Der Feed selbst unterliegt keinem Algorithmus, ist also chronologisch geordnet.

Was geht ab bei Bluesky?

Definitiv immer mehr. Nachdem auch in unseren Breitengraden immer mehr Codes unter den Leuten verteilt werden, tauchen nach und nach unter anderem die ersten großen Medienhäuser auf. Aus Deutschland zum Beispiel der Spiegel (@spiegelmagazin.bsky.social) und Zeit online (@zeitonline.bsky.social). Auch euer Lieblingsmagazin, die Gamestar, ist unter dem Handle @gamestar.bsky.social bei Bluesky zu finden.

Es gibt immer was zu entdecken. Nur leider noch nicht allzu viele deutschsprachige Accounts. Es gibt immer was zu entdecken. Nur leider noch nicht allzu viele deutschsprachige Accounts.

Von den großen US-Medien sind unter anderem die New York Times (@nytimes.com), die Washington Post (@washingtonpost.com) oder Techcrunch (@techcrunch.bsky.social) und diverse andere vertreten.

Kann Bluesky Twitter ersetzen?

Kommt darauf an. Mitte September hatte das Netzwerk laut eigener Aussage über 1 Mio. Nutzer, Tendenz steigend. Im April waren es noch 50.000. Für die breite Öffentlichkeit gestartet ist Bluesky im Januar. Das sind beeindruckende Zahlen, aber natürlich noch viel zu wenig, um von einem Dammbruch sprechen zu können.

Dass X irgendwann scheitern wird, dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Ob dann aber alle Nutzer zu Bluesky oder ins Fediverse abwandern, das bleibt abzuwarten. Wahrscheinlicher wird sein, dass die ehemaligen Twitterati sich auf die verschiedenen Alternativen verteilen und damit ihre eigenen Bubbles bilden. Oder sie ziehen sich ganz zurück.

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Empfehlen können wir euch die neue Plattform auf jeden Fall. Sie funktioniert wie sie soll, ist besser zugänglich als Mastodon und dürfte die Lücke füllen können, die Twitter einmal hinterlassen wird. Wenn ihr denn hineinkommt.

Elon Musk tut alles dafür, um Twitter beziehungsweise X zu beerdigen. Wir wollen von euch wissen, nutzt ihr X noch? Wollt ihr weg von der Plattform, oder wartet ihr lieber ab, ob sich das Blatt noch zum Besseren wendet? Und was haltet ihr von Bluesky? Seid ihr schon dabei? Habt ihr vielleicht sogar Tipps, wo man einen Einladungscode herbekommt? Dann lasst es uns wissen.

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