Breitbandausbau - Glasfasertiefbau wird 30 Prozent teurer, Kapazitäten erschöpft

Steigende Preise beim Tiefbau und fehlende Kapazitäten sorgen für Engpässe beim Ausbau von Glasfasernetzen in Deutschland. Eine Tiefbaubörse soll dem entgegenwirken.

von Sara Petzold,
27.03.2019 20:03 Uhr

Internet per Glasfaser wird gefordert und gefördert, allerdings mangelt es an Tiefbaukapazitäten. (Foto: escapechen/pixelio.de)Internet per Glasfaser wird gefordert und gefördert, allerdings mangelt es an Tiefbaukapazitäten. (Foto: escapechen/pixelio.de)

Der Glasfaserausbau in Deutschland soll voranschreiten und mittlerweile wird vieler Orts auch gefördert. Vor allem beim Tiefbau, der zum Verlegen der Glasfaserleitungen hierzulande in der Regel gefordert wird, sorgt mittlerweile die hohe Nachfrage für Probleme.

Bereits im vergangenen November verwies die Direktorin und Geschäftsführerin des Wissenschaftlichen Instituts für Kommunikation (WIK) auf der Jahrestagung des Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) auf mangelnde Kapazitäten der vorwiegend mittelständisch geprägten Tiefbau-Unternehmen.

Preise steigen

Preisanstiege von 30 bis 50 Prozent während der vergangenen zwei Jahre sind die Auswirkung von zu wenigen Kabeltiefbauunternehmen, die nicht alle Aufträge annehmen können geschweige denn zeitnah abarbeiten.

Weil in dieser Branche bundesweit vor allem kleinere Unternehmen aktiv seien, hätten Gemeinden oder Firmen, die sich um den Glasfaserausbau bemühen, häufig Schwierigkeiten bei der Suche nach entsprechenden Tiefbaubetrieben mit offenen Kapazitäten.

Maßnahmenpaket?

Als Lösung für diese Problematik hatte der Breko ein umfangreiches Maßnahmen-Paket vorgeschlagen, das unter anderem langfristige Verträge mit Tiefbauunternehmen, alternative und kostensparende Verlegetechniken, die dedizierte Förderung von Tiefbaumaßnahmen sowie die Entzerrung personeller Engpässe vorsah.

Als einen Schritt dieses Pakets hat der Breko jetzt laut Golem die Einrichtung einer sogenannten Tiefbaubörse bekannt gegeben. Diese Tiefbaubörse soll dem Breko zufolge:

"Glasfaser-ausbauende Netzbetreiber und Tiefbauunternehmen zusammen [bringen], damit die vorhandenen Kapazitäten der Tiefbauer [...] überall in Deutschland optimal in Anspruch genommen werden können."

Starttermin der Börse sind die FIBERDAYS19, eine Glasfasermesse, die vom 27. bis zum 28. März 2019 in Wiesbaden stattfindet. Im Anschluss soll die Börse über das Internet als Austauschplattform für Kontakte und Aufträge im Kabelnetztiefbau fungieren - das soll die vorhandenen Kapazitäten besser auslasten und Auftraggeber sowie Tiefbaufirmen bundesweit leichter zueinander finden lassen.

Kooperationspartner des Breko sind dabei der Fachverband Fernmeldebau (FFB) und die Gütegemeinschaft Kabelleitungstiefbau.


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