Aktuell sorgt ein Fall von den Philippinen im Zusammenhang mit PC-Hardware für Aufsehen.
Die Bürgermeisterin der Gemeinde San Dionisio in der Provinz Iloilo hat bei Facebook den Kauf neuer Rechner und Peripherie ihres Amtsvorgängers für unnötig viel Geld öffentlich thematisiert.
Schaut man sich die Hardware genauer an, wirft der Kaufpreis in der Tat Fragen auf.
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Um welche Hardware und Kosten geht es?
- Es handelt sich um insgesamt 16 Rechner ohne dedizierte Grafikkarte mit Monitor, Maus und Tastatur sowie USVs (unterbrechungsfreie Stromversorgung) und um einen Server. Der Gesamtpreis lag bei knapp 150.000 Euro.
- Die PCs setzen unter anderem auf Core-i7-CPUs von Intels veralteter Rocket-Lake-Architektur aus dem Jahr 2021. Bei der Peripherie handelt es sich um Standard-Office-Komponenten. Der Server nutzt als CPU immerhin einen aktuelleren Core i9 der 14000er-Generation von 2023.
- Dennoch liegt der Gesamtpreis viel zu hoch. Überprüft man die Kosten aller Komponenten auf Basis der Angaben und der Fotos, landet man insgesamt eher im Bereich von 16.000 Euro statt 150.000 Euro.
Der Kauf wurde zwar bereits vor etwa einem Jahr getätigt. Aber auch zu diesem Zeitpunkt handelte es sich größtenteils nicht mehr um aktuelle Komponenten, und die Preise werden nicht entscheidend höher gewesen sein.
Waren die Rechner wenigstens angemessen? Für reine Office-PCs ist ein Core i7 überdimensioniert. Gleiches gilt für die auf einem der Fotos zu sehenden Netzteile mit 750 Watt, zumal keine dedizierten GPUs verbaut wurden. Das es keine separaten Grafikkarten gibt, geht wiederum für Office-Rechner in Ordnung.
Die SSDs sind mit 512 GByte etwas klein, aber es gibt wohl jeweils auch eine HDD von unbekannter Größe. 16,0 GByte RAM reichen für Office-Zwecke gleichzeitig ebenfalls meist aus. Bei all dem ist nicht zu vergessen, dass wir nicht genau wissen, wofür die PCs gedacht sind.
Fest steht: Für den Preis von 150.000 Euro könnte man sich über 35 High-End-Gaming-PCs mit RTX 5090, Ryzen 7 9800X3D, 32 GByte RAM und 2 Terabyte Speicherplatz kaufen statt 16 veraltete Office-Rechner ohne GPU, simple Peripherie, einen Server und USVs.
Klare Kritik am Amtsvorgänger
Die Bürgermeisterin mit dem Namen Sally Lopez wird in einem anderen Facebook-Beitrag mit den folgenden Worten zitiert:
Der Preis ist zu hoch, und es ist noch nicht einmal getestet worden, ob es funktioniert oder nicht, aber der ehemalige Bürgermeister Bajada hat das Gel bereits bezahlt.
Gemeint ist ihr Amtsvorgänger Darwin Bajada.
Da Korruption auf den Philippinen ein großes Problem darstellt, ist es naheliegend, auch in Zusammenhang mit diesem Fall daran zu denken.
Wie genau der Kauf der Hardware zu deutlich überhöhten Preisen zustande gekommen ist, steht zum aktuellen Zeitpunkt unseres Wissens nach aber nicht fest.

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