Seit ich das erste Mal von Pelletgrills gelesen hatte, war meine Neugierde geweckt. Nach etwas Recherche wandelte sich die Neugier in Begeisterung. Jetzt habe ich den Burnhard Flint daheim und teste ihn seit über zwei Wochen auf Herz und Nieren.
Meinen kompletten Erfahrungsbericht lest ihr hier. So viel kann ich verraten: Mein alter Gasgrill lief seither kein einziges Mal.
Hier findet ihr meinen Pelletgrill bei Amazon - den Burnhad Flint!Was sind überhaupt Pelletgrills?
Wenn ich Freunden und Bekannten von meinem neuesten Kleinod erzähle, ernte ich ausnahmslos erstmal Fragezeichen. Pelletgrills sind noch nicht in der breiten Masse angekommen und eher eine Nische. Ich selbst bin nun niemand, der völlig fanatisch jeden Abend im Sommer BBQ zelebrieren muss. Aber ich erfreue mich an Dingen, die richtig gute schmecken. Pelletgrills versprechen genau das.
Häufig liest man auch von Pelletsmokern. Denn das ist der eigentliche Clou: Es ist gleichzeitig Grill und Smoker in einem. Mit einer großen Besonderheit.
Bei klassischen Kohle- oder Holz-Smokern müsst ihr selbst ein Feuer schüren und die ganze Zeit die Temperatur konstant halten.
Ein Pelletsmoker übernimmt das für euch: Ihr füllt die Holzpellets auf, stellt die Temperatur per Regler ein und könnt euch zurücklehnen. Pelletsmoker sind daher perfekt für sogenannte "Long-Jobs" wie Pulled Porg, Spareribs, Pulled Beef, Brisket oder Smoked Belly Ends.
Ich habe aber auch schon Räucherlachs (aus einer Lachsseite), Kartoffeln, Gemüse, Steaks oder Burgerpatties geräuchert.
Die Technik dahinter ist im Grunde die gleiche wie bei Pelletheizungen: Die Pellets werden per Förderschnecke in die Brennkammer transportiert. Über einen Temperaturfühler wird angepasst, wie viele Pellets nachgeliefert werden. Simpel, aber effizient.
Hier geht's zum Burnhard Flint bei AmazonAufbau, Bedienung und technische Daten: Das ist der Burnhard Flint
Der Burnhad Flint kommt in zwei Paketen, für die ihr euch Tragehilfe organisieren solltet. Alleine geht's auch, aber vor allem das Größere der beiden ist ganz schön sperrig.
Was ich sehr loben muss: Der Grill ist bombensicher verpackt. Jedes Teil ist geschützt und gesichert und selbst, wenn's mal im LKW rumpelt, kommt der Grill unbeschädigt an. Bei mir war nicht der kleinste Kratzer zu finden.
Ein Nachteil dabei ist nur, dass wirklich wahnsinnig viel Müll anfällt. Aber das sind dann wohl diese "First World Problems".
Burnhard Flint: Aufbauanleitung & Aufbau sind top!
Was auf dem Bild oben nach richtig viel Arbeit aussieht, war bei mir in unter 70 Minuten fertig - und ich habe gemächlich zusammengeschraubt. Der Aufbau ist gut alleine zu bewerkstelligen, die Anleitung zeigt wirklich absolut jeden Schritt genau und die Anzahl an Schrauben ist überschaubar. Großer Bonus: Die Schrauben-Packung ist beschriftet.
Die Förderschnecke samt Pellettank sowie die Grillkammer kommen fertig montiert an. Letztlich muss man also nur den Grillwagen zusammenschrauben und alles zusammenstecken. Tatsächlich war das alles leichter als ich erwartet hatte. Außerdem schön: Zwei Thermometer für euer Grillgut und die Abdeckhaube sind schon mit dabei!
Maße und technische Daten:
- Maße (BxHxT): 120 × 129 × 72 cm
- Temperaturbereich: 70–230 °C
- Grillfläche: 66 × 49 cm + 66 × 36 cm (2 Ebenen)
- Pelletkammer: 9 kg Fassungsvermögen
- Steuerung: Elektronisches Kontrollpanel mit Temperaturregelung
- Bauweise: Edelstahlroste + pulverbeschichteter Stahl
- Gewicht: ca. 72 kg
- Ausstattung: Frontablage, Unterschrank, Rollen, Abdeckhaube, zwei integrierte Fleischthermometer inklusive
Pelletsmoker im Praxis-Check: So gut grillt es sich mit dem Burnhard Flint
Wie eingangs erwähnt war die Vorfreude bei mir auf einen Pelletgrill groß. Gleichermaßen damit allerdings auch die Erwartungshaltung. Ich selbst setzte die letzten Jahre auf einen Gasgrill, den Burnhard Fred Deluxe. Von einem Pelletgrill erwarte ich mir also vor allem geschmacklich eine echte Verbesserung.
Bedienung: Simpel wie ein Gasgrill
Normalerweise bedeutet ein Smoker viel Arbeit. Beim Pelletsmoker löst sich das Problem in ... sorry, flach ... Rauch auf. Einfach Pellets in den Tank einfüllen (das ist der größte Aufwand dabei). Starten. Temperatur einstellen. Fertig. Das ist wirklich kinderleicht.
Einen habe ich allerdings für euch: Ihr solltet den Pelletbehälter leeren, wenn ihr ihn länger stehen lasst oder es sehr feucht ist draußen. Feuchte Pellets können verkleben und die Förderschnecke verstopfen, außerdem rauchen und brennen sie schlechter.
Einbrennen und Inbetriebnahme
Wie bei jedem guten Grill solltet ihr auch einen Pelletgrill erstmal einbrennen. Dazu dreht man einfach die Temperatur auf MAX, das sind 230°C Umluft und lässt ihn 45 bis 60 Minuten laufen. Ich habe das tatsächlich sogar 90 Minuten lang gemacht. Ihr könnt danach auch den Grillrost einmal mit neutralem Pflanzenöl (ich habe Rapsöl genommen) bepinseln und weiter einbrennen lassen.
Räuchern mit dem Pellet-Smoker: Wie viel Raucharoma kriegt man hin?
Von einem Smoker will ich vor allem eins: Rauchgeschmack. Mein erster Gehversuch mit dem Burnhard Flint war daher ein Klassiker: Räucherlachs. Ich habe eine Lachsseite erst mariniert und dann für etwa vier Stunden bei 80°C im Smoker geräuchert.
Parallel habe ich schon zwei Stunden zuvor zwei Saiblinge im Flint gesmoked. Also "Steckerlfisch" und Räucherlachs. Das Ergebnis war absolut fantastisch. Zitat eines Gastes: "Das ist der beste Lachs, den ich jemals gegessen habe!"
Vergangenes Wochenende habe ich Burgerpatties, Kartoffeln, Gemüse und Steak geräuchert. Und auch hier: Der Rauchgeschmack gibt einfach eine spürbar andere Note und neue Geschmacksdimension. Ich find's richtig stark!
Den Lachs habe ich mit Apfelbaum-Pellets geräuchert. Das ist milder und etwas süßlicher.
Normal grillen kann man mit dem Flint auch, 230°C Umluft sind maximal möglich, aber links über der Brennkammer wird er schon sehr heiß. Wenn ihr nur kurz fünf Minuten ein Steak auf den Grill klatschen wollt, ist der Gasgrill aber die bessere Wahl.
Die verschiedenen Pelletarten: Die Unterschiede zwischen Apfel, Hickory, Eiche und Co.
Geschmacklich kann man sich beim Räuchern unendlich tief einarbeiten. Am besten wird Rauch bei eher niedrigen Temperaturen aufgenommen und produziert. Gelegentliches Einpinseln mit Öl hilft außerdem, das Produkt saftig zu halten und nicht auszutrocknen.
Meine ersten Ergebnisse waren jedenfalls geschmacklich absolut grandios und ich habe tierisch Lust auf mehr.
Bei Holzpellets könnt ihr wirklich haufenweise unterschiedliche Sorten kaufen. Die Klassiker sind vor allem Eiche, Apfel, Hickory oder Mesquite. Dazu gibt's ein paar Dinge zu wissen und ich teile hier mal meine Erfahrungen:
- Die verschiedenen Sorten: Unterschiedliches Holz macht unterschiedlichen Geschmack aus. Eiche ist eher mild, Apfel leicht süßlich, Mesquite die Rauch-Keule
- Achtung beim Kauf: Beim Kauf von Pellets solltet ihr unbedingt darauf achten, dass die Pellets "sortenrein" sind. Das bedeutet, dass ihr bei Hickory auch wirklich nur 100% Hickory-Pellets drin habt. Bei vielen, vor allem den günstigeren Pellets, wird oftmals noch etwas anderes eingemischt.
- Preise: Die meisten Pellets kommen in 10 Kilogramm-Säcken. Ihr bekommt die günstigeren Eichen-Pellets ab knapp über 10 Euro, 100% Hickory und Co. gibt's ab etwa 20 Euro.
- Es geht noch kreativer: Ich habe aktuell vier Sorten Pellets daheim. Eiche, Hickory Apfel und ... Pellets aus Whiskey-Fässern. Letztere habe ich noch nicht ausprobiert, aber sie haben mich sofort angelacht, da ich privat auch gelegentlich gern mal guten Whiskey trinke. Ich habe sie auf Pelletgrill.rocks entdeckt, wo ihr wirklich 100% sortenreine Pellets bekommt. Hier gibt's sogar auch Pellets aus alten Cognac-, Rotwein oder Sherry-Fässern.
Hier eine Liste mit den Sorten und Geschmacksrichtungen
- Buche: Mild bis leicht würzig, klassischer Rauchgeschmack (sehr vielseitig, ideal für Einsteiger)
- Eiche: Kräftig, leicht erdig, etwas intensiver als Buche (perfekt für Rind und Wild)
- Hickory: Stark, rauchig mit leicht süßlicher Note (typisch für amerikanisches BBQ, z. B. Pulled Pork)
- Mesquite: Sehr intensiv, kräftig und markant (eher sparsam einsetzen, ideal für Steak)
- Kirsche: Mild-fruchtig, leicht süßlich (super für Geflügel und Schwein, sorgt für schöne Farbe)
- Apfel: Fein-fruchtig, sanft süß (passt gut zu Fisch, Geflügel und Gemüse)
- Ahorn: Mild-süß, leicht karamellig (gut für Schwein, Geflügel und Desserts vom Grill)
- Mandel: Nussig-mild, leicht süßlich (dezenter Rauch, gut für Fisch und Geflügel)
- Pekannuss: Mild bis mittelstark, nussig-süß (ähnlich Hickory, aber weicher)
- Whiskeyfass (z. B. aus alten Bourbon-Fässern): Würzig, mit Vanille- und Karamellnoten (spannend für Rind, Steak und besondere BBQ-Aromen)
Fazit: Ist der Burnhard Flint sein Geld wert?
Lange hatte ich mich auf ihn gefreut, jetzt ist er da und er hat nicht enttäuscht. Der Burnhard Flint ist wirklich ein fantastischer Pelletgrill. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut, einzig das Stromkabel ist etwas kurz geraten - ein Verlängerungskabel ist quasi obligatorisch.
Bedienung, Funktion, Temperaturmanagement und Verarbeitungsqualität sind aber allesamt top.
Geschmacklich hatte ich vor Inbetriebnahme die Sorge, ob ein Pelletgrill wirklich ein Raucharoma produzieren kann, wie ein Holz(-kohle)-Smoker. Meine Sorge war direkt nach dem Räucherlachs getilgt: Ja, das geht!
Mit dem Flint lässt sich wirklich fantastisches Essen zaubern und ich sehe ja schon immer am Kamin, wie viel Rauch da produziert wird. Die Temperatur hält er extrem genau, Verstopfungen an der Förderschnecke hatte ich noch nie.
Der Pelletverbrauch ist auch relativ gering. Bei 6 Stunden hatte ich zuletzt bei 120 Grad nicht einmal fünf Kilo verbraucht.
Bei mir hat der Flint eine neue Liebe zum Grillen - oder eher Smoken - entfacht. Ich habe schon ein Dutzend neue Rezepte im Kopf, die ich ausprobieren will. Raucharoma ist einfach geil! Sorry für die Wortwahl.
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