Chipstüte als Trackingschutz - Angestellter versteckt sich vor Arbeitgeber

Ein 60 Jahre alter Elektriker aus Australien hat seine Arbeitsstelle verloren, weil er eine »wissenschaftliche Entdeckung« missbraucht hat, um Golf zu spielen.

von Georg Wieselsberger,
01.12.2017 13:37 Uhr

Mit einer Chipstüte verhinderte ein Elektriker, dass er per GPS überwacht wurde - und ging Golfspielen.Mit einer Chipstüte verhinderte ein Elektriker, dass er per GPS überwacht wurde - und ging Golfspielen.

In Australien musste sich die Fair Work Commission mit einem kuriosen Fall beschäftigen, bei dem es sich um die Entlassung eines 60 Jahre alten Elektrikers handelte. Das Unternehmen, bei dem er angestellt war, gibt kleine PDAs mit GPS aus und kann so stets feststellen, wo sich ein Mitarbeiter befindet.

Wie sich bei der Verhandlung herausstellte, hatte der Elektriker seinen PDA stets in einer Art Chipstüte aufbewahrt, die wegen der darin enthaltenen Metallfolie wie ein faradayscher Käfig funktionierte und damit die Signale des PDAs erfolgreich blockierte.

Golfspielen statt Arbeit

Für einen Elektriker ist die schon 1836 von Michael Faraday gemachte Entdeckung natürlich Grundwissen. Daher ging die Kommission davon aus, dass der PDA mit Absicht nur deswegen in der Tüte aufbewahrt wurde, um zu verhindern, dass der über GPS erfasste Aufenthaltsort an den Arbeitgeber weitergesendet wurde.

Das liegt allerdings auch aus anderen Gründen auf der Hand, denn der Angestellte soll in den letzten zwei Jahren während der Arbeitszeit mindestens 140 Mal Golf gespielt haben, während er angeblich unterwegs war, um Reparaturen durchzuführen.

Anonymer Brief verrät den Elektriker

Auf die Schliche kam der Arbeitgeber dem Elektriker aber erst, als dessen Golfspielen während der Arbeitszeit durch einen anonymen Brief verraten wurde. Außerdem stellte sich bei einer folgenden Prüfung noch heraus, dass der Angestellte oft nicht einmal am Arbeitsplatz aufgetaucht war, da er das Gelände nicht betreten hatte - und auch der Golf-Club hatte seine Besuche natürlich ordentlich aufgezeichnet.

Damit war die Entlassung durch den Arbeitgeber laut der Kommission gerechtfertigt. Inzwischen soll der Elektriker als Uber-Fahrer arbeiten, so der Bericht der britischen Zeitung Telegraph.


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