Der Arbeitsspeichermarkt befindet sich seit Monaten in einem »Ausnahme«-Zustand, der inzwischen eher zur leidigen Gewohnheit verkommen ist. Apple hat hiervon noch vergleichsweise wenig zu spüren bekommen, steckt jetzt aber wohl immer tiefer mittendrin.
Der chinesische Speicherhersteller CXMT, der jüngst neben etablierten Unternehmen hervorschß, hat laut dem südkoreanischen Branchenmagazin Digital Daily eine Forderung des Konzerns nach günstigeren Preisen für mobilen LPDDRX5-Speicher abgelehnt – und stattdessen Preise verlangt, die sogar über denen von Samsung und SK Hynix liegen.
Der Grund hört auf zwei Namen in der chinesischen Heimat: Xiaomi und Huawei.
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»Memflation«: Apple blitzt bei CXMT ab
Apple soll dem Bericht zufolge im Zuge der Kostenplanung für die kommende iPhone-Generation mit CXMT über LPDDR5X-Lieferpreise verhandelt und dabei eine Preissenkung gefordert haben. CXMT lehnte demnach ab und beharrte auf Preisen, die mit denen von Samsung und SK hynix mithalten oder sie übertreffen.
Ein wichtiger Faktor in diesen Verhandlungen sind die anhaltenden US-Sanktionen gegen chinesische Halbleiterfirmen:
- Um sich von ausländischen Zulieferern unabhängiger zu machen, sichern sich Huawei, Xiaomi und weitere Unternehmen sehr frühzeitig CXMTs RAM-Produktion; meist über teils hochdotierte Langzeitverträge.
- CXMT hat damit alle Karten in der Hand und muss sich deshalb auf Apples Preisdruck gar nicht erst einlassen – stattdessen verweist man einfach auf bereits gebundene Nachfrage.
Eine über Jahre bewährte Einkaufstaktik der Gerätehersteller fällt dadurch schlicht weg, wie Digital Daily erklärt: Günstige China-Bauteile waren lange Zeit ein Druckmittel in Preisverhandlungen mit Samsung und Co., doch bei der aktuellen Preispolitik dreht sich der Spieß eher um.
Mehr Raum für HBM4 und Co.
Daraus resultiert auch, dass Samsung und SK Hynix als große Gewinner des Geschachers dastehen. Eben weil CXMT einen Großteil der inländischen Nachfrage abdeckt, können sich diese Firmen voll und ganz auf den lukrativen HBM-Speicher (»High Bandwidth Memory«) konzentrieren. Der ist nicht nur eminent wichtig für KI-Beschleuniger, sondern auch äußerst profitabel.
Apple vs. Micron: Streit um Chinas Speicherchips CXMT und YMTC landet bei der US-Regierung
Ein von Digital Daily zitierter, namentlich nicht genannter Branchenvertreter bringt die Lage auf andere Weise auf den Punkt.
CXMT verteidigt die Preisuntergrenze bei »Standardspeicher«, während Samsung und SK Hynix zeitgleich die Deutungshoheit über den hochpreisigen KI-Speicher behalten – und so die Gewinnmargen spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2026 in schwindelerregende Höhen treiben.

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