Discord führt weltweit eine verpflichtende Altersverifizierung ein. Die Plattform, die nach eigenen Angaben über 200 Millionen monatlich aktive Nutzer zählt, stellt künftig alle Konten standardmäßig auf eine »jugendgerechte Erfahrung« um.
Wer sich nicht als Erwachsener ausweisen kann oder will, muss mit einigen Einschränkungen rechnen. Die Ankündigung erfolgte am 9. Februar 2026 – pünktlich zum weltweiten »Safer Internet Day« am 10 Februar, wie Discord in der zugehörigen Mitteilung erläutert.
Das ändert sich bald für Nutzer
Schon im März werden alle Discord-Nutzer auf die »teen-appropriate experience« umgestellt. Soll heißen: Bis ihr euer Alter nachgewiesen habt, behandelt euch das Programm als minderjährig und schränkt die Nutzung entsprechend ein. Das gilt für alle bestehenden und auch neuen Accounts.
Das bedeutet, der Zugang zu Kanälen mit Altersbeschränkung, wie zum Beispiel Spiele, die ab 18 Jahren freigegeben sind, wird blockiert. Außerdem landen Nachrichten und Freundschaftsanfragen von unbekannten Nutzern in einem separaten Eingangsordner.
Discord plant hierzu einen »phasenweisen globalen Rollout«, sodass die Altersverifizierung nicht bei allen Nutzern zeitgleich anschlägt.
Die Discord-Maßnahme schwelte gewissermaßen bereits seit einigen Monaten: Im vergangenen Jahr finalisierte unter anderem Großbritannien ein Gesetz zur Altersverifikation bestimmter Plattformen.
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Discord: So funktioniert die Altersverifizierung
Discord bietet drei Wege zur Altersverifizierung an:
- Eine KI-gestützte Gesichtsalter-Schätzung per Video-Selfie
- Das Hochladen eines amtlichen Ausweisdokuments an Partner-Anbieter.
- Ein »Age Inference Model« ein, das im Hintergrund Metadaten wie Nutzungsverhalten, Aktivitätszeiten und Kontotyp auswertet. Nutzer mit »hoher Erwachsenen-Wahrscheinlichkeit« sollen die Verifizierung überspringen können.
Die Video-Selfies sollen nach Angaben von Discord ausschließlich auf dem Gerät des Nutzers verarbeitet werden. Ausweisdokumente werden indes nach erfolgter Prüfung gelöscht; »in den meisten Fällen geschieht das sofort nach Altersbestätigung«.
Für die meisten Nutzer soll dieser Vorgang mit einer einzelnen Verifizierung abgeschlossen sein, und nur in Ausnahmefällen wiederholt werden müssen.
Savannah Badalich, Head of Product Policy bei Discord, erklärte gegenüber The Verge hierzu, dass die »Mehrheit der Nutzer keine Änderung ihrer Erfahrung sehen« werden.
Nirgendwo ist unsere Sicherheitsarbeit wichtiger als bei jugendlichen Nutzerinnen und Nutzern. [...] Die weltweite Einführung von standardmäßigen Jugendschutzeinstellungen baut auf der bestehenden Sicherheitsarchitektur von Discord auf. Sie bietet Jugendlichen starken Schutz, während verifizierte Erwachsene weiterhin Flexibilität behalten.
In der Community kommt die Ankündigung des Unternehmens nicht besonders gut an. In mehreren Beiträgen wird nach Alternativen für Discord gesucht, während von der Verifizierung abgeraten wird.
»Teen Council« als Teenager-Beirat
Zudem kündigte Discord die Bildung eines Teen Councils an. Diese Gruppe soll aus zehn bis zwölf Teenagern im Alter zwischen 13 und 17 Jahren bestehen und dem Unternehmen helfen zu verstehen, was Jugendliche von der Plattform erwarten und was sie brauchen, um sich sicher und unterstützt auf Discord zu fühlen.
In Deutschland liegt das offizielle Mindestalter für die Nutzung von Discord aktuell bei 16 Jahren.
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