DJI Osmo Action 6 im Test: Die Action-Kamera ersetzt gerade in einem Bereich mein iPhone

Mit der DJI Osmo Action 6 muss ich mir beim Filmen weniger Gedanken machen.

Unterwegs Videos aufnehmen? Dafür habe ich im Zweifel das Smartphone in der Hosentasche. Zumindest bis jetzt. (Bild: Patrick Schneider - GameStar Tech) Unterwegs Videos aufnehmen? Dafür habe ich im Zweifel das Smartphone in der Hosentasche. Zumindest bis jetzt. (Bild: Patrick Schneider - GameStar Tech)

Seit wann sind Action-Cams so gut geworden?! Einige Jahre sind vergangen, seit ich das letzte Mal eine GoPro in den Händen hielt. Heute spielen die kleinen Dinger aber in einer ganz anderen Liga.

Eine variable Blende und ein quadratischer Sensor sind keine reizvollen Buzzwörter aus der Marketing-Schule für die Vermarktung von Kameras. Das sind Features, die mir die Arbeit erleichtern.

Ich frage mich gerade, warum ich für Videoaufnahmen noch mein Smartphone spazieren trage?

Transparenzhinweis: DJI hat mir die Osmo Action 6 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

DJI Osmo Action 6
DJI Osmo Action 6
Der quadratische Sensor ist zweifellos das zentrale Feature der DJI Osmo Action 6. Es beseitigt die Sorge um die Ausrichtung beim Filmen: Da sowohl Hoch- als auch Querformate abgedeckt sind, kann das Videomaterial nachträglich ohne jeglichen Qualitätsverlust für beide Ausgabeformate zugeschnitten werden. Dieser Vorteil ist ebenso wie die variable Blende, stark vom individuellen Verwendungszweck abhängig. Ein Umstieg auf dieses Modell von einer älteren Generation ist daher nur für eine sehr spezifische Nutzergruppe wirklich empfehlenswert.
  • Quadratischer Sensor für hohe Flexibilität
  • Variable Blende
  • Scharfe, helle OLED-Displays
  • Gute Videoqualität in kleinem Formfaktor
  • Enorm vielseitig
  • Kein 1/4-20-Gewinde
  • Fehlende GPS-Funktion
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Wissenswertes zum Test
Inhaltsverzeichnis
Spezifikationen

KategorieSpezifikation
Sensor1/1,1" CMOS, quadratisches Format
Effektive Fotoauflösung38 Megapixel, max. 7168×5376 Pixel
ObjektivUltraweitwinkel, ca. 155° Sichtfeld
BlendeVariabel f/2.0–f/4.0
Video max. Auflösung4K 3840×3840 bis 60 fps
Video 4K (4:3)Bis 120 fps
Video 4K (16:9 / 9:16)Bis 120 fps
Super-Slow-MotionEffektiv bis 32× via 1080p/240 fps-Auswertung
Foto-ModiEinzelbild, Countdown, Serienbilder (bis 30 Bilder/3 s)
Max. Verschlusszeit Foto30 s (min. 1/8000 s)
Max. Verschlusszeit Video1/8000 s bis zur jeweiligen Bildrate
Farbtiefe/Profiles10 Bit, u.a. D-Log M, Film-Töne
StabilisierungRockSteady 3.0 / 3.0+, elektronische Stabilisierung
Displays vorne/hintenFront: 1,46 Zoll OLED,
Rückseite: 2,5 Zoll OLED, jeweils bis ca. 1.000 cd/m²
Interner Speicher64 GByte integriert, 50 GByte nutzbar
Erweiterbarer SpeichermicroSD bis 1 TByte
AnschlüsseUSB-C (USB 3.1), DP-Streaming, Wi‑Fi 6
Audio3 Mikrofone, OsmoAudio, direkte DJI-Mic-Integration
Akku-TypLi‑ion 1S, 1950 mAh, 7,5 Wh
Laufzeit (typisch)Bis ca. 4 h bei 1080p/24 fps (Herstellerangabe)
BetriebstemperaturCa. −20 °C bis 45 °C
WasserdichtBis 20 Meter ohne Gehäuse, bis 60 m mit Tauchgehäuse
DrahtlosWi‑Fi 6, Bluetooth, GPS-Remote-Unterstützung

Preis und Verfügbarkeit

Die DJI Osmo Action 6 ist bereits ab 380 Euro im Handel erhältlich.

DJI Osmo Action 6: Klein, quadratisch und gut

Mit 72,8 × 47,2 × 33,1 Millimetern lässt sich die kleine Osmo Action 6 in jede Hosentasche packen. Nein, das Gehäuse der Kamera ist nicht quadratisch, aber dafür der Sensor.

Dank des quadratischen Sensors kommt ein spezieller Videomodus hinzu, um euch die Arbeit zu erleichtern. Dank des quadratischen Sensors kommt ein spezieller Videomodus hinzu, um euch die Arbeit zu erleichtern.

Und das ändert für mich als kleinen Filmer so einiges. Denn mit einer Auflösung von 3840 x 3840 Pixeln nimmt mir die Kamera eine wichtige Entscheidung ab: filme ich sicherheitshalber in Querformat, oder reicht doch Hochkant?

Beides! Die Kamera liefert mehr Bildinformationen als ein herkömmlicher, rechteckiger Sensor. Ich kann also Quer- oder Hochformat aus der gleichen Aufnahme quetschen und immer den optimalen Bildausschnitt wählen – ganz ohne Qualitätsverlust.

Halleluja, wenn ich das Filmmaterial später für ein weiteres Projekt verwenden möchte, das ein anderes Format aufweist. Das Material ist da, ich muss es nur noch zuschneiden.

Querformat Hochformat Querformat Hochformat

Nehmt ihr Videos für unterschiedliche Plattformen auf, dann hat die DJI Osmo Action 6 eine geniale Lösung parat. Im Schnittprogramm wähle ich einfach das Format aus und schneide das Filmmaterial zu. Fertig.

Für Videoaufnahmen zücke ich unterwegs in der Regel das iPhone aus der Hosentasche. Warum sollte ich das noch tun? Die Osmo Action 6 schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Für das Smartphone spricht lediglich, dass ich es meistens dabeihabe.

Bei der Videoqualität muss ich mir auch nicht die Wurst vom Brot nehmen lassen. Der Hersteller verbaut einen 1/1,1-Zoll-Sensor, der größer ist als der vieler Handys. Das bedeutet: mehr Licht und ein höherer Dynamikumfang.

Natürlich macht allein die Sensor-Größe noch keine schönen Aufnahmen. Zusätzlich kommen aber noch 10-Bit-Farbtiefe und M-LOG (10 Bit) hinzu, falls ich mehr Flexibilität bei der Nachbearbeitung der Farben brauche.

Bei schwierigen Lichtverhältnissen ist zwar ein leichtes Rauschen in den Aufnahmen sichtbar, dieses hält sich jedoch in akzeptablen Grenzen. Ein weiteres Plus ist die sehr gute Videostabilisierung.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Obwohl die Action-Cam erwartungsgemäß nicht mit meiner deutlich schwereren Sony-Systemkamera mithalten kann, liefert die Osmo Action 6 gemessen an ihrem kompakten Formfaktor eine wirklich beachtliche Leistung ab.

Im folgenden Video seht ihr, wie sich die DJI-Kamera bei guten und schwierigen Lichtbedingungen schlägt.

Video starten 2:16 DJI Osmo Action 6: Mikrofontest + Beispielaufnahmen

Leider verfügt die Kamera nicht über ein integriertes GPS-Modul, mit dem sich Standortdaten in die Metadaten der Videos einbetten ließen.

DJI Osmo Action 6 mit variabler Blende: Wofür?

Kurzer Fotoexkurs: Action-Kameras wie die DJI Osmo Action 6 nutzen das Prinzip der Hyperfokaldistanz. Vereinfacht ausgedrückt ist ab einer gewissen Distanz zur Linse alles im Bild scharf.

Wenn mein Arm nicht lang genug ist und ich in die Kamera quatsche, kann es passieren, dass mein Gesicht unscharf dargestellt wird. Blöd.

Die eigentliche Lösung: Abblenden! Mit der Blende an einem herkömmlichen Kameraobjektiv reguliere ich den Bereich im Bild, der scharf dargestellt werden soll. Je höher die Zahl (f/11), desto mehr ist im Bild scharf – je kleiner die Zahl (f/2.0), desto weniger. Das geht bei Kameras mit fester Blende natürlich nicht.

In den Schnelleinstellungen könnt ihr die Blendenöffnung festlegen. Ihr habt die Wahl zwischen einer variablen Blende und den festen Einstellungen f2.8 oder f4.0. In den Schnelleinstellungen könnt ihr die Blendenöffnung festlegen. Ihr habt die Wahl zwischen einer variablen Blende und den festen Einstellungen f/2.8 oder f/4.0.

Hier kommt die variable Blende bei der Osmo 6 ins Spiel.

  • Bewege ich mich näher zu Kamera hin, schaltet die Linse auf Blende f/4.0, die obendrein spielerische Sonnensterne ins Bild zaubert.
  • Filme ich die Umgebung und benötige mehr Licht, öffnet die Kamera die Blende auf bis zu f/2.0.

In der Summe führen solche Feinheiten dazu, dass ich mir weniger Gedanken um potenzielle Stolperfallen machen muss.

f2.8 f4.0 f/2.8 f/4.0

Im direkten Vergleich sind die Unterschiede zwischen f/2,8 und f/4,0 schwerer zu erkennen. Das rechte Bild wurde mit Blende 4,0 aufgenommen, was an den tieferen Schatten und dem Sonnenstern erkennbar ist.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die variable Blende vorrangig für eine spitze Zielgruppe interessant sein wird. Den direkten Vorgänger habe ich nicht dabei. Wie viele Videos im Netz zeigen, macht sich das lichtstärkere Objektiv in Bezug auf die Videoqualität aber nur subtil bemerkbar.

Ihr seid vielleicht nicht die Zielgruppe

Der quadratische Sensor und die variable Blende sind für mich hilfreiche Tools, um das Beste aus den Videoaufnahmen herauszuholen.

Abhängig von eurem Einsatzzweck sind diese Features aber weniger interessant, wenn ihr etwa ohnehin nur im Querformat die Videos dreht. Oder ihr nutzt die Kamera als … Action-Cam und schnallt sie vorrangig bei ausreichend Tageslicht auf das Fahrrad.

Dann sind die Aufnahmen der DJI Osmo Action 5 vermutlich mehr als ausreichend und ein Upgrade zahlt sich nicht aus.

Hilfreicher Schnickschnack

Neben den zwei Spec-Aushängeschildern hat die DJI-Kamera noch mehr zu bieten.

  • So sind beispielsweise Slow-Motion-Aufnahmen in 4K bei 120 FPS möglich, allerdings ohne die Vorteile des quadratischen Sensors auszureizen. Ihr müsst euch hier also zwischen Querformat und Hochkant entscheiden.
  • Wie ihre Vorgänger unterstützt die Kamera das Koppeln neuerer DJI-Mikrofone, um unterwegs auf ein qualitativ hochwertigeres Mikrofon zuzugreifen.
  • Optional könnt ihr ein Makro- oder Ultraweitwinkelobjektiv anbringen, um die Naheinstellgrenze zu reduzieren oder den Sichtbereich zu erweitern. Die Objektive müssen separat erworben werden.
  • Das magnetische Klippsystem für die Halterungen ist simpel und komfortabel. Allerdings fehlt der Action-Cam auf der Unterseite ein Gewinde für klassische Kamerastative.
  • Das Display auf der Frontseite unterstützt jetzt die Touchbedienung. Darüber lassen sich also sämtliche Einstellungen vornehmen.
  • Ohnehin sind beide Displays sehr hell und ausreichend scharf. Ich habe bei Sonnenlicht keinerlei Probleme.
  • Die Videoaufnahme kann bequem per Handgeste gestartet werden. Hand in die Kamera halten und los geht’s.
  • Die Action-Cam verfügt über einen internen Speicher von 50 GByte.

Die Akkulaufzeit im Praxistest

Etwas über zwei Stunden sollte die Kamera bei 4K mit 30 FPS durchhalten. Die Kamera wird nach dieser Zeit warm, aber nicht wirklich heiß. Etwas über zwei Stunden sollte die Kamera bei 4K mit 30 FPS durchhalten. Die Kamera wird nach dieser Zeit warm, aber nicht wirklich heiß.

Der Hersteller gibt eine Akkulaufzeit von bis zu vier Stunden an (1080p/24 FPS). Im Test hielt die Kamera rund 115 Minuten durch (4K/30 FPS) mit einer Restkapazität von 16 Prozent. Bei niedrigen Temperaturen müsst ihr mit einer kürzeren Laufzeit rechnen.

Der 1950-mAh-Akku ist nach 73 Minuten wieder vollständig aufgeladen (von 16 auf 100 Prozent).

Solltet ihr die DJI Osmo Action 6 kaufen?

Die DJI Osmo Action 6 lohnt sich für euch, wenn ihr …

  • unterwegs viel filmt und eine praktische Alternative zum Smartphone sucht.
  • sowohl in Querformat als auch Hochformat filmt.
  • gerne VLOGs aufnehmt.
  • Action-Videos dreht.

Die Alternativen zur DJI Osmo Action 6

Wenn von solchen Kameras die Rede ist, darf Insta360 nicht unerwähnt bleiben. Mit der Ace Pro 2 geht das Unternehmen einen interessanten Weg und ermöglicht es euch, die Action-Cam wahlweise in eine Fotokamera umzuwandeln. Videofunktionen sind bei der Kamera aber natürlich auch vorhanden.

GoPro ist nach wie vor mit seinen Action-Cams auf dem Markt vertreten und bietet, abgesehen vom quadratischen Sensor und der variablen Blende, ähnliche Spezifikationen. Die GoPro verfügt zudem über ein 1/4-20-Gewinde für Kamerastative.

Der quadratische Sensor der DJI Osmo Action 6 ist ohne Zweifel das Highlight der Kamera. Wenn ihr Videos im Hoch- und Querformat veröffentlicht, müsst ihr euch beim Aufnehmen keine Gedanken machen. Das Material kann schließlich für beide Formate ohne Qualitätsverlust zugeschnitten werden. Dieser Vorteil ist jedoch abhängig vom Einsatzzweck und ebenso wie die variable Blende mitunter weniger interessant. Ein Upgrade dürfte sich somit nur für eine spitze Zielgruppe lohnen.

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