MSI bietet Gaming-Notebooks in so ziemlich allen Preisklassen an. Am oberen Ende steht die Titan-Serie und nur eine halbe Stufe darunter finden wir die Raider-Geräte. Ich hatte im letzten Jahr bereits das Vergnügen, das Modell mit großem 18-Zoll-Display zu testen. Das Notebook konnte im Test überzeugen. Heute steht das brandneue Raider 16 Max auf meinem Tisch.
Das Gerät gehört zu den wenigen Laptops, die mit einer Gesamtleistung von 300 Watt arbeiten können. Das bedeutet im Klartext, dass CPU und GPU zusammen insgesamt 300 Watt verbraten dürfen. Was das in der Praxis für Leistung, Lautstärke und Temperaturen bedeutet, sehen wir uns jetzt mal näher an.
Transparenzhinweis
MSI hat mir das Raider 16 MAX für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt dieses Artikels und bekam keine Einsicht vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Ausstattung, Verarbeitung und sonstige Besonderheiten
Das MSI sehr gute Gaming-Notebooks bauen kann, hat der Hersteller in der Vergangenheit schon häufiger bewiesen. Optisch bekommt die Zielgruppe das, was man landläufig von einem Gaming-Laptop erwartet, ein aggressives Design und ein wenig RGB-Beleuchtung an der Front und am Display-Cover.
Die Lichtleiste an der Front hat MSI meiner Meinung nach sehr schön integriert, durch ein halbtransparentes Linienmuster zieht sich die Illumination bis in den unteren Teil der Handballenauflage. Einen praktischen Nutzen hat das nicht, es sieht aber durchaus nett aus.
Technische Daten
- CPU: Intel Core Ultra 9 290HX Plus mit 24 Kernen und max. 5,5 GHz
- Grafik: Nvidia RTX 5090 mit 24-GB-GDDR7-VRAM (175 Watt TGP)
- RAM: 32-GB-DDR5-6400
- Display: 16-Zoll-OLED mit einer Auflösung von 2560 x 1600 Pixel bei 240 Hertz
- SSD: 1x 2-TB-M.2
- Konnektivität: 2,5-GBit-LAN, WiFi 7, Bluetooth 5.4
- Akku: 91,8 Wh
- Abmessungen: 363 x 269,7 x 21,95 bis 28,85 Millimeter
- Gewicht: 2,6 kg
Testverfahren
Zum hier angewendeten Testverfahren gibt es einen eigenen Artikel:
. Eventuelle Abweichungen wie etwa bei einem Gerät mit integrierter Grafik (IGP) oder Apple Laptops werden im Artikel erklärt.Testverfahren ausführlich erklärt: So testen wir die Notebooks auf GameStar Tech
Preis und Verfügbarkeit
Das MSI Raider 16 MAX wird ab Ende Mai in der hier getesteten Konfiguration für 4.899 Euro (UVP) im Handel erhältlich sein.
Mit Ausnahme des Alu-Display-Deckels besteht das Gehäuse aus Kunststoff. Das muss nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein, wenn das Material hochwertig ist und das ist beim Raider 16 Max der Fall. Der Vorteil von Kunststoff liegt darin, dass sich die Oberflächen unter Last nicht so schnell und so stark erwärmen wie bei einem Chassis, das vollständig aus Aluminium besteht.
Das Gerät gehört zu den wenigen Laptops, die mit einer Gesamtleistung von 300 Watt arbeiten können.
Mit einer Dicke von bis zu 28,85 Millimeter an der dicksten Stelle, ist das Raider 16 Max durchaus etwas pummelig und das ist gut so! Hier sollte jedenfalls ausreichend Platz für eine vernünftige Kühlung vorhanden sein. Die Verarbeitung des Notebooks ist tadellos, da kann man nicht meckern.
Die Anschlüsse finden sich beim Raider 16 Max auf beiden Seiten und am Heck. Zur Verfügung stehen euch dabei:
- 1x RJ45 Lan-Port
- 2x Thunderbolt 4 (USB-C)
- 3x USB 3.2 (USB-A)
- 1x HDMI 2.1
- 1x Kartenleser
Display & Eingabegeräte
Unser Testmuster kommt mit einem hochwertigen 16-Zoll-OLED-Panel (Samsung AMOLED ATNA60HU01), bei anderen Konfigurationen wird es laut Datenblatt alternativ auch ein 16-Zoll-IPS-Display geben. Das OLED macht jedenfalls einen sehr guten Eindruck, Farben und Kontraste sind nahezu perfekt. Die Helligkeit ist gut, bleibt allerdings hinter den Angaben des Herstellers zurück.
Das OLED macht einen sehr guten Eindruck, Farben und Kontraste sind nahezu perfekt.
Die Tastatur würde ich als sehr angenehm beschreiben, die Tasten besitzen einen mittleren Hub und einen eher weichen Anschlag. Was mir als Vielschreiber nicht gefällt ist, dass die Entertaste nicht die normale Größe hat, sondern nur einzeilig ausgeführt wird. Gewöhnlich steht bei einem Laptop wie dem Raider 16 Max aber das Gaming im Vordergrund und da fällt das nicht weiter ins Gewicht.
Wichtiger sind hier Pfeiltasten in normaler Größe, und die sind auch vorhanden. Selbst das Touchpad ist gut, es erreicht zwar nicht die Qualität eines Apple MacBooks, aber die Gleiteigenschaften sind gut und Eingaben werden zuverlässig erkannt.
Leistung & Temperaturen
Das Raider 16 Max kommt mit einer Premiere in unseren Benchmark-Parcours, das Gerät besitzt den ganz neuen Intel Core Ultra 9 290HX Plus mit 24 Kernen. Die RTX 5090 von Nvidia bleibt auch 2026 das Maß der Dinge bei mobilen Grafikkarten.
Im Geekbench und Cinebench erreicht der neue Prozessor eine Leistung, die bestenfalls minimal schneller ist als eine Intel 275HX oder 285HX CPU. Das sind gute Werte, aber ich hätte von Intel vielleicht doch noch etwas mehr erwartet. Im Geekbench-GPU-Test liegt das MSI Raider 16 Max auf einem Niveau mit vergleichbaren Geräten wie etwa dem Alienware Area 51 oder dem Lenovo Legion 9i.
Auch in den Gaming-Benchmarks kann das Gaming-Notebook absolut überzeugen und ist auch hier so schnell wie ähnlich ausgestattete Geräte, kann sich aber auch nicht von der Konkurrenz absetzen.
Synthetische-Benchmarks
Geekbench CPU
MSI Raider 16 Max
- Geekbench Punkte
- 0
- 4200
- 8400
- 12600
- 16800
- 21000
Gaming-Benchmarks
Cyberpunk 2077
MSI Raider 16 Max
- FPS
- 0,00
- 56,00
- 112,00
- 168,00
- 224,00
- 280,00
Temperaturen & Lautstärke
Temperaturen
MSI Raider 16 Max
- °C
- 0
- 20
- 40
- 60
- 80
- 100
Display
Display-Helligkeit
MSI Raider 16 Max
- cd/m²
- 0
- 240
- 480
- 720
- 960
- 1200
Gespannt war ich auf die Temperaturen, die ich im praxisnahen Ausgeglichen
Preset ermittelt habe. Hier kann man sehen, dass MSI sich viel Mühe beim Kühlsystem gegeben hat, die Werte sind alle im absolut grünen Bereich. Die CPU springt zwar auf maximal 93 °C aber das ist absolut nicht ungewöhnlich. Im Profil Maximale Leistung
werden dann allerdings 105 °C erreicht, was dann auch die maximal zulässige Temperatur darstellt. Alle anderen Werte sind mehr als nur ok.
Auch in den Gaming-Benchmarks kann das Gaming-Notebook absolut überzeugen und ist auch hier so schnell wie ähnlich ausgestattete Geräte
Kommen wir zur Lautstärke: Bis zu 300 Watt in einem 16-Zoll-Laptop, das kann nicht wirklich leise sein. Im Modus Ausgeglichen
gibt es dann erst einmal eine Überraschung, das Raider 16 Max erreicht hier maximal 51 Dezibel. Das ist immer noch deutlich hörbar, aber tatsächlich zwischen 4 bis 5 Dezibel leiser als ein Alienware Area 51 oder das Lenovo Legion 9i.
Die akustische Zurückhaltung legt das Raider dann allerdings ab, wenn man das Preset Maximale Leistung
auswählt. Ich hatte tatsächlich kurz Angst, dass das Notebook gleich vom Tisch abhebt, zumindest klingt es wie das Triebwerk eines Düsenjets! Mit über 59 Dezibel kommt es fast an das bisher lauteste Notebook (Aorus Master 18) heran, das sogar mit über 61 Dezibel vor sich hin lärmt.
Was bringen die 300 Watt wirklich?
Das MSI Raider 16 Max gehört zu einer Reihe von Gaming-Laptops, welche die Hersteller mit einer maximalen Systemleistung von 300 Watt bewerben. Wie eingangs schon erwähnt, ist dabei die maximale kombinierte Leistungsaufnahme von CPU und GPU gemeint. 300 Watt in einem 16-Zoll-Notebook abzuführen ist schon eine Herausforderung. Ich habe mir mal angesehen, ob die versprochene Leistungsaufnahme in einem praxisfernen, extremen Volllastszenario auch erreicht wird. Eine solche Auslastung wird bei euch im Alltag in der Regel nicht vorkommen.
Leistung im Profil Ausgeglichen(Watt) | Leistung im Profil Maximale Leistung(Watt) | |
|---|---|---|
| CPU | ~62 | ~126 |
| GPU | 156 | 168 |
| Gesamt | ~218 | ~294 |
Dazu muss ich direkt ergänzen, dass die 300 Watt nur im Profil Maximale Leistung
erreicht wird. In meinem Test mit dem FurMark GPU und CPU Test konnte ich rund 294 Watt dauerhaft erreichen, während die kombinierte Systemleistung im Preset Ausgeglichen
bei rund 218 Watt lag, was ziemlich gut ist.
Der Grund für das Mini-Leitungsplus dürfte die sehr hohe CPU-Temperatur von 105 °C sein.
Wie ihr seht, wird lediglich der CPU mehr Leistung zugestanden, während die GPU in den von Nvidia definierten Grenzen (175 Watt) bleibt. Was diese 300 Watt in der Praxis bringen habe ich mir ebenfalls mal angesehen:
Preset Ausgeglichen(~220 Watt) | Preset Maximale Leistung(~300 Watt) | |
|---|---|---|
| Cyberpunk 2077 (QHD, Raytracing Ultra) | 51,84 FPS | 52,49 FPS |
| Geekbench CPU (Single-Core) | 2.467 | 2.517 |
| Geekbench CPU (Multi-Core) | 17.101 | 17.591 |
| Cinebench 2024 (Single-Core) | 109 | 110 |
| Cinebench 2024 (Multi-Core) | 1.279 | 1.296 |
| Lautstärke | 51,0 dB | 59,2 dB |
Wie ihr sehen könnt, sind die Werte bei 300 Watt Systemleistung minimal höher als im Modus Ausgeglichen
. Es gibt allerdings einen Wert, der deutlich ausschlägt: Aus 51 Dezibel bei Ausgeglichen
werden 59,2 Dezibel im Preset Maximale Leistung
. Der Grund für das Mini-Leitungsplus dürfte die sehr hohe CPU-Temperatur von 105 °C sein, die gleichzeitig das zulässige Maximum ist.
Kurz gesagt bekommt ihr für ein klein wenig mehr Leistung ein ganz erhebliches Plus an Lautstärke. Es mag vielleicht irgendwo einen Benchmark geben, der eventuell etwa mehr profitiert, aber ganz ehrlich, lasst am besten einfach die Finger vom Modus Maximale Leistung
.
Ihr habt aber einen anderen Vorteil, der vielleicht nicht direkt ersichtlich wird. Von dem starken Kühlsystem profitiert auch der Ausgeglichene-Modus
. Weil bei der normalen Systemleistung noch deutlich mehr Reserven bestehen, arbeitet das Raider 16 Max dann für ein Gaming-Notebook relativ leise.
Meine Meinung
Sven Scharpe
Das MSI Raider 16 Max ist ein verdammt starkes Gaming-Notebook! Die Leistung überzeugt ebenso wie das Display und die verbauten Eingabegeräte. Was die Lautstärke betrifft, ist das Gerät selbst unter Last noch erträglich, das ändert sich aber schlagartig, wenn man den Modus “Maximale Leistung” aktiviert. Dann plärrt das Notebook mit über 59 Dezibel los und die Lüfter haben alle Hände voll zu tun, um die 300-Watt-Systemleistung zu bändigen.
Wirklich nötig ist dieser extreme Modus allerdings nicht, die Vorteile sind in den Benchmarks zwar messbar, im Alltag dürfte sich dieses Mini-Leistungsplus aber nicht wirklich gravierend auf die Leistung auswirken. Das Gute ist, ihr könnt dieses Preset einfach links liegen lassen.
Schon gelesen? Die hohen Preise für Laptops machen mir Sorgen und der Grund dafür geht weit über die DRAM-Krise hinaus
Dann habt ihr ein äußerst leistungsfähiges Notebook, das alle AAA-Titel mit maximalen Details auf das hübsche OLED-Panel bringt. Bleibt am Ende noch die Frage nach dem Preis. So viel Leistung kostet leider. Die hier getestete Konfiguration geht ab 4.899 Euro über den Ladentisch. Insgesamt ist das Raider 16 Max ein tolles Gaming-Notebook, das erstaunlich wenig Schwächen hat. Aufgrund des hohen Preises dürfte es aber wohl nur für eine exklusive Minderheit erschwinglich sein, schade.

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