Am 29. September 2026 fand die RTS London Convention statt. Hierbei handelt es sich um das Branchentreffen der britischen Fernsehwelt, an der das Thema Künstliche Intelligenz ebenso nicht spurlos vorüber ging. Hier sprach unter anderem Matt Brittin vor, der seit vergangenem Mai Generaldirektor der britischen Fernsehanstalt BBC ist und zuvor 18 Jahre bei Google tätig war.
Und diese Erzählung schlug ziemlich schnell hohe Wellen, denn dem BBC-Chef zufolge wurde ihm jüngst eine komplett KI-generierte Folge der Sci-Fi-Serie Doctor Who mit einer Laufzeit von gut 50 Minuten zugeschickt worden. Sein Urteil: Sie sei »ziemlich gut«.
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Das gemutmaßte Fanprojekt
Brittin gab keine weiteren Details zu dieser Folge preis. Laut Doctor Who TV ist der wahrscheinlichste Kandidat »The Curse of Kilmorag«, hinter der das Fanprojekt »The Unmade Season« steckt.
- Der Videobeschriebung zufolge schrieb »Thomas Vittlowe« das zugehörige Drehbuch, während ein Großteil des Bildmaterials von KI erzeugt wurde. Der Einstieg zeigt zudem eine kurze KI-Nachbildung von David Tennants Gesicht und Stimme.
- Zum Stand vom 8. September 2026 zählte die Folge auf YouTube rund 400.000 Aufrufe – und wir müssen diesen älteren Stand hernehmen, da die Folge inzwischen nach einer Urheberrechtsbeschwerde entfernt wurde.
Brittins Botschaft: Die Hürde ist weg, ersetzt wird niemand
Brittin nutzte das Beispiel, um zu zeigen, wie niedrig die Einstiegshürde inzwischen liegt. Demnach könnten fast alle Menschen Inhalte auf dem Niveau eines Hollywood-Studios erzeugen (via Deadline):
Jeder hat [mittlerweile] die Möglichkeit, Inhalte zu erstellen, die fast dem Standard eines Hollywood-Studios entsprechen. In manchen Fällen ist das Ergebnis zwar nicht perfekt, aber schaut euch doch mal an, was man alles machen kann – und das ändert sich ständig.
Auch die auf der RTS anwesende Kelly Day, ihres Zeichens Chefin von Amazon Prime Video, warb für die Technik und argumentierte in eine ähnliche Richtung: KI senke Kosten, wodurch mehr Geschichten entstünden.
Hinweise auf eine in Arbeit befindliche KI-Episode zu Doctor Who lassen sich daraus nicht explizit ableiten. Brittin erklärte allerdings in der BBC-Sendung »Sunday with Laura Kuenssberg«, dass er solche Folgen zulassen würde – innerhalb von nicht weiter definierten Leitplanken.
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Auch das Timing dieser Aussagen wirft Fragen auf. Die BBC hat Doctor Who zur Ausschreibung ausgestellt, neue Folgen sind demnach für 2028/29 vorgesehen.
- Die erste Bewerbungsrunde endet laut der BBC am 2. Oktober 2026; den Zuschlag will der Sender demnach im März 2027 verkünden. Brittins Auftritt lag damit nur wenige Tage vor dem Stichtag.
- CultBox sieht darin ein Risiko: Wer KI-Folgen lobt, während Produktionsfirmen um den prestigeträchtigen Auftrag kämpfen, stellt womöglich deren Beitrag infrage – und den von Drehbuchteams und Regie gleich mit.
Zur Qualität der erwähnten Fan-Folge selbst gehen die Urteile wiederum auseinander. Doctor Who TV zufolge lobten Fans in Foren das Drehbuch und die Ambition, während andere an den generierten Darstellern zweifelten. Ob sich daraus tatsächlich eine »offizielle« KI-generierte Doctor-Who-Folge entwickelt, bleibt aber vorläufig offen.
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