Ich habe eine Duolingo Alternative für Coding ausprobiert und wünschte, ich hätte sie schon zur Schulzeit gehabt

Ich habe mit W3Schools das Programmieren gelernt und freue mich deshalb umsomehr, dass es nun eine passende Lernapp im Duolingo-Stil gibt.

Ich habe mit W3Schools eine Duolingo-Alternative zum Coden ausprobiert. (Bildquelle: GameStar Tech) Ich habe mit W3Schools eine Duolingo-Alternative zum Coden ausprobiert. (Bildquelle: GameStar Tech)

Sprachen lernen ist heute so einfach wie noch nie. Schließlich gibt es im Internet zahlreiche Angebote für kostenlose Sprachkurse, auf YouTube findet man unzählige Lernvideos und mit Apps wie Duolingo gibt es sogar einen spielerischen Weg zum Lernen.

Dass dasselbe für Programmiersprachen gilt, ist aber wahrscheinlich weniger bekannt. Denn während Seiten wie Stack Overflow oder Codepen zumindest in der Coding-Szene bekannte Namen sind, bekommen Duolingo-ähnliche Apps zum Programmieren häufig weniger Aufmerksamkeit.

Als ich das erste Mal mit der Webentwicklung angefangen habe, habe ich viel über die Plattform W3Schools gelernt, die nun eine Lern-App für Android und iOS herausgebracht hat.

Ich habe sie für ein paar Wochen ausprobiert, um meine Python-Kenntnisse aufzufrischen, und wünschte, ich hätte das Tool schon zu meiner Schulzeit gehabt.

Aaron Hofmann
Aaron Hofmann

Aaron fand gegen Ende seiner Schulzeit zum Programmieren. Auf die anfängliche Webentwicklung folgte C#, um eigene Spiele mit Unity zu erschaffen. Im Studium erweiterte er sein Repertoire um Python, um nützliche Skripte und Web-Crawler für Forschungsarbeiten zu schreiben.

Ein perfektes Timing, wie er später feststellte: Als er 2023 wegen der Kontroverse um Unity zur Open-Source-Alternative Godot wechselte, fühlte er sich dank der Python-basierten Skriptsprache dort sofort zu Hause.

Duolingo im RPG-Gewand: Das macht das Lerntool von W3Schools aus

Auf den ersten Blick erinnert vieles an bekannte Lern-Apps: Es gibt ein Energiesystem, tägliche Streaks und man arbeitet sich Lektion für Lektion voran. Doch W3Schools setzt voll auf Gamification mit echtem Rollenspiel-Charme.

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Man erkundet eine interaktive Karte, baut sich einen eigenen Charakter mit Avatar zusammen, schließt tägliche Quests ab und schaltet neue Items frei. Das motiviert ungemein, fühlt sich aber nie wie reine Spielerei an.

Zum Start des Abenteuers muss zunächst eine Programmiersprache ausgewählt werden, bevor es in die Lern-Welt geht. (Bildquelle: GameStar Tech) Zum Start des Abenteuers muss zunächst eine Programmiersprache ausgewählt werden, bevor es in die Lern-Welt geht. (Bildquelle: GameStar Tech)

Vor allem die Lernmechanik ist deutlich fairer austariert als bei vielen Konkurrenten. Während man bei anderen Apps wie Coddy oder Mimo oft schon nach wenigen kurzen Aufgaben ausgebremst wird, sind die Abschnitte hier wesentlich großzügiger verteilt.

Ist die Energie eurer Figur erst einmal aufgebraucht, müsst ihr ohne Bezahlabo allerdings auch hier zunächst eine Pause einlegen. Laut Entwickler sollen dadurch täglich fünf Minuten an Lernsessions möglich sein. Während meines App-Tests war ich zwar immer schneller durch – ich bin aber auch mit etwas Vorwissen gestartet.

So sehen die Beginner-Aufgaben in der App aus. (Bildquelle: GameStar Tech) So sehen die Beginner-Aufgaben in der App aus. (Bildquelle: GameStar Tech)

Für längere Lerneinheiten am Tag und alle Features der App müsst ihr allerdings auch hier ein Abo abschließen. Das bekommt ihr bereits ab 2,99 Euro im Monat und damit deutlich günstiger als bei vielen anderen Anbietern.

Zumal ihr nicht nur freien Zugang zur App, sondern auch zu der gesamten Lernplattform mit Templates, Kursen und zusätzlichen Challenges bekommt.

Aus meiner Sicht ist das ein fairer Preis, da euch die Plattform wirklich nur die Grundlagen des Programmierens beibringt. Falls ihr schon Erfahrung habt und nach tiefgehenden Tutorials sucht, seid ihr auf W3Schools vermutlich falsch aufgehoben.

In meiner Schulzeit wäre die App ein echter Segen gewesen

Wenn ich diese interaktive Lernwelt heute sehe, muss ich unweigerlich an meine eigene Schulzeit in der Oberstufe zurückdenken. Unser Informatikunterricht war oft meilenweit von moderner Software entfernt.

Das lag zum einen daran, dass wir keine derartigen Programme zum spielerischen Lernen hatten. Oder wenigstens Programme, die unseren geschriebenen Code auf Fehler hätten überprüfen können.

Zum anderen hatte unsere damalige Lehrerin ihre ganz eigene Methode. Theoretisch standen uns zwar Computer zur Verfügung, wir mussten den Code aber in der Regel händisch auf Papier schreiben.

Das hatte den Hintergrund, dass die Lehrerin die Zettel so am Ende der Stunde einsammeln und bis zur nächsten Woche in Ruhe korrigieren und verbessern konnte. Am PC durften wir erst später, nachdem wir die Grundlagen und Logik des Programmierens verstanden hatten.

Solche Basics sind essenziell, aber ein Tool wie das von W3Schools hätte damals Welten verändert. Direkte visuelle Rückmeldung, Herausforderungen und ein System, das Fehler sofort aufzeigt, hätten wahrscheinlich auch deutlich mehr motiviert.

Am Handy zu programmieren, ganz ohne physische Tastatur und mit längeren Codezeilen, wäre für mich allerdings nichts. Und gerade in der Schule sind Handys ja auch oftmals verboten.

Doch als täglicher Begleiter für die Bahn oder die Couch ist das Format unschlagbar. Ich selbst komme ursprünglich aus der C#- und Webentwicklungs-Ecke und habe das Tool genutzt, um mein etwas eingerostetes Python wieder aufzufrischen.

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Vor allem, da die meisten meiner Python-Kenntnisse aus meiner Erfahrung mit der Godot-Engine stammen, die mit GDScript eine abgeänderte Version der Programmiersprache verwendet.

Mein Tipp: Der beste Weg zum Programmieren

Solche Lern-Apps mit Quests, Charakteren und Streaks sind gute Möglichkeiten, um mit dem Programmieren zu beginnen. Sie nehmen die Hemmschwelle, machen Syntax greifbar und sorgen dafür, dass man jeden Tag am Ball bleibt.

Doch weil ihr auch mit der Lern-App schnell an die Grenzen der Theorie kommt, heißt der wichtigste Schritt immer noch: Learning by Doing. Am Ende lernt man das Coden am besten, indem man sich an die Tastatur setzt und eigene Projekte baut.

Das würde ich dann allerdings an einem Computer und nicht am Handy machen, um auf dem Bildschirm etwas mehr sehen zu können. Bis dahin ist die W3Schools-App aus meiner Sicht allerdings ein guter Einstieg.

Habt ihr schon mal eine App zum Programmierenlernen ausprobiert und wie sah euer Informatikunterricht in der Schule aus? Schreibt mir eure Erfahrungen gerne in die Kommentare!


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