Ich hasse Staubsaugen. Es ist laut, es ist lästig und man muss es immer und immer wieder tun. Dabei hält sich die Häufigkeit bei mir zum Glück in Grenzen. Ich wohne alleine, habe keine Haustiere und verliere wenig Haare. In der Regel reicht es, wenn ich ein bis zweimal in der Woche sauge.
Trotzdem habe ich nicht Nein gesagt, als Xiaomi mir anbot, einen ihrer günstigeren Saugrobotern, den Robot Vacuum X10, für einen Monat lang auszuprobieren. Neugierig war ich ohne schon immer – angetrieben vom Hass zum Staubsaugen.
Also habe ich den kleinen Roboter 30 Tage lang durch meine Wohnung fahren lassen und teile mit euch meine Erfahrung.
Die erste Einrichtung
… war überraschend einfach. Die Docking-Station musste nur an eine Steckdose angeschlossen werden und am Roboter selbst nur eine Bürste. Der Rest wird über die Xiaomi Home-App gesteuert. Die Einrichtung hat kaum 10 Minuten beansprucht und war dank des beigelegten Quick-Start-Guides sehr einfach.
Vor dem ersten Saugvorgang musste der Roboter eine Karte von meiner Wohnung erstellen. Der Roboter fährt für einen schnellen Scan nur grob durch die Zimmer. Das Resultat ist überraschenderweise recht genau. Beim ersten Saugvorgang wird dann eine präzisere Karte erstellt.
Der erste Saugvorgang – etwas unbeholfen
Ich habe ja noch nie einen Saugroboter verwendet und beim ersten Saugvorgang fand ich es fast schon süß, wie der Roboter gegen jedes Tischbein oder jeden Schrank gefahren ist und versuchte einen Weg um die Hindernisse herum zu finden. Das hat der Roboter bis auf eine Ausnahme auch sehr gut hinbekommen.
Nur beim Bein von meinem Schreibtisch gab es immer wieder Probleme: Das war flach genug, dass er ständig versucht darüber zu fahren und dann für ein paar Sekunden die wildesten Breakdance-Moves darauf ausführte, bevor er aufgab und drumherum fuhr.
Während des Saugens konnte ich in der App live mitverfolgen, wie die Karte meiner Wohnung immer genauer wird.
Nach dem Saugen: Der gesamte Vorgang hat etwa eine halbe Stunde für mein 40-m²-Wohnzimmer gebraucht. Dabei war er auch bei weitem nicht so laut, wie mein billiger Staubsauger – ach und meine Wohnung mit Holzboden sah auch sehr sauber aus.
Danach fährt der Saugroboter eigenständig zur Ladestation zurück und startet die Staubsammlung, bei dem der Behälter des Roboters geleert und in den Staubbeutel der Station gefüllt wird. Und das war richtig laut! Zum Glück dauert das nur wenige Sekunden und man kann über die App Sperrzeiten festlegen, in denen keine Staubsammlung durchgeführt werden kann.
Der zweite Saugvorgang – schneller und intelligenter
Obwohl ich mit dem Ergebnis des ersten Saugvorgangs schon sehr zufrieden war, hat mich der zweite noch mehr beeindruckt. Weil der Roboter schon jedes Hindernis in meiner Wohnung geboxt hat, weiß er inzwischen genau, wo sich welches befindet.
Beim zweiten Saugen wich er sehr zuverlässig aus und so dauerte der Vorgang nur etwa 25 Minuten.
Spätestens jetzt konnte mich mein erster Saugroboter überzeugen – sie sind wirklich sehr praktisch und saugen besser als meine unmotivierte Wenigkeit.
Ernüchterung beim Wischen
Das Modell, das ich getestet habe, hat nur eine sehr rudimentäre Wischfunktion. Auf der Unterseite kann ein kleiner Wassertank mit Mikrofasertuch installiert werden. Der Roboter fährt dann durch die Wohnung und wischt mit dem nassen Tuch den Boden ab.
- Das ist in etwa so effektiv wie mit einem nassen Tuch den Boden abzuwischen – besser als nichts.
- Bei Teppichen wird das Mikrofasertuch bei meinem Modell übrigens nicht angehoben.
Wem die Wischfunktion wichtig ist, sollte wohl besser zum teureren Plus-Modell greifen, das mein Kollege Patrick getestet hat.
Mein Fazit: Eine sinnvolle Zeitersparnis
Mich konnte der Xiaomi Robot Vacuum X10 überzeugen. Er übernahm für mich das lästige Staubsaugen und das sogar mit einem zufriedenstellenden Ergebnis. Inzwischen habe ich das Gerät wieder zum Hersteller zurückgesendet und ja, ich vermisse es schon ein bisschen.
300 Euro sind nicht wenig Geld, für ein Gerät, das eine Arbeit macht, die man eigentlich auch selbst mit einem günstigen Gerät erledigen könnte. Dennoch glaube ich, dass sich der Kauf von einem Saugroboter für euch – und für mich – lohnen könnte.
Ich staubsauge zwar nur etwa zweimal in der Woche, was jeweils etwa 20 Minuten in Anspruch nimmt, jedoch sind das schon 40 Minuten, die ich auch für andere Tätigkeiten nutzen kann. Auf den Monat gerechnet macht das eine Zeitersparnis von fast drei Stunden.
Wenn ihr mehr saugt als ich, Haustiere habt oder eine große Wohnung, bei der Staubsaugen immer sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, dann lohnt sich der Kauf sogar umso mehr.
Sind Saugroboter also ein teurer Luxus? Keineswegs. Sie können eine wertvolle Bereicherung darstellen und euch wertvolle Zeit sparen, die ihr für angenehmere Aktivitäten nutzen könnt.

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