Während moderne Software immer größere Mengen an Speicherplatz verschlingt, schwimmen nur wenige Programmierer gegen den Strom des alltäglichen Speicherplatz-Wuchers.
Der ehemalige Microsoft-Entwickler Dave Plummer hat aus Frust über das mittlerweile völlig überladene Windows-Notepad eine eigene, radikal abgespeckte Variante des Text-Editors programmiert.
Wie der IT-Veteran in einem aktuellen YouTube-Video zeigt, benötigt sein voll funktionstüchtige TinyRetroPad gerade einmal winzige 2,5 Kilobyte.
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Zum Vergleich: Aktuelle Versionen von Windows 11 belegen nach Installation in der Regel zwischen 27 und 35 Gigabyte auf der Festplatte, und sind damit mehr als 10 Millionen Mal so groß wie der kleine Editor.
Frust über den Bloatware-Trend
Der Grund für Plummers ungewöhnliches Projekt liegt laut eigenen Aussagen in der jüngsten Entwicklung des Betriebssystems.
Während das klassische Notepad zu Windows-XP-Zeiten noch schmale 65 Kilobyte auf die Waage brachte, hat sich die aktuelle Windows-11-Version zu einer waschechten App im Microsoft Store aufgebläht.
Mit rund 25 Megabyte ist sie zehntausendmal so groß wie die Neukreation. Zwar bietet Microsofts moderne Notepad-Interpretation Features wie Tabs, eine Rechtschreibprüfung oder KI-Funktionen, doch für Puristen wie Plummer ist genau dieser Trend nach immer mehr Features ein Dorn im Auge.
Der Programmierer gibt an, dass er mit der App beweisen wollte, dass nützliche Software nicht gleich die halbe Festplatte belegen muss.
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Recycling statt Neuerfindung
Doch wie hat der Entwickler es geschafft, einen voll lauffähigen Text-Editor für Windows in winzige 2,5 Kilobyte Speicher zu pressen? Dafür musste er laut eigenen Angaben tief in die Trickkiste greifen. Sein TinyRetroPad bringt fast nichts selbst mit. Stattdessen bedient sich das kleine Programm an den Bordmitteln, die Windows ohnehin schon geladen hat.
Plummer nutzt bestehende Schnittstellen des Betriebssystems. Um die Datei schlussendlich auf die Rekordgröße zu schrumpfen, verwendet er ein Kompressionstool, das vor allem in der Hacker- und Demoszene Verwendung findet, um Dateigrößen zu reduzieren.
Mehr als nur ein leeres Fenster
Wer nun glaubt, die 2,5 Kilobyte würden nur für ein leeres weißes Fenster reichen, irrt. Das kleine Programm konzentriert sich auf die Hauptaufgaben der Textverarbeitung: Nutzer können Texte schreiben, speichern und die Zwischenablage benutzen.
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Auch eine komplette Such- und Ersatzfunktion mit eigenem Dialog ist in das Programm gequetscht. Sogar Druckbefehle können ausgeführt werden, wobei das Tool laut Plummer tief im System gräbt: »Das ist, als würde man eine Luke im Boden öffnen und ein viel älteres Betriebssystem darunter finden«, scherzt er in dem Video.
Allerdings erfordert das Ausführen des Programms einiges an Eigeninitiative. Auf der GitHub-Seite erklärt Plummer, wie Windows-Nutzer die App zum Laufen bekommen.
Jetzt ist eure Meinung gefragt. Feiert ihr die neuen Features, die Microsoft in den letzten Jahren in Notepad integriert hat, oder seht ihr es eher wie der ehemalige Microsoft-Entwickler und bevorzugt einen reinen Text-Editor ohne viel Schnickschnack? Schreibt uns dazu gerne unten einen Kommentar.

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