Facebook - 583.000.000 Fake-Konten geschlossen, UK will Zuckerberg sprechen

Facebook hat alleine in den ersten drei Monaten des Jahres 2018 583 Millionen Fake-Accounts geschlossen. In Großbritannien will man Zuckerberg zu einer Aussage zwingen.

von Georg Wieselsberger,
16.05.2018 08:17 Uhr

Facebook hat in drei Monaten 583 Millionen Fake-Accounts geschlossen.Facebook hat in drei Monaten 583 Millionen Fake-Accounts geschlossen.

Facebook hat in seinem ersten Bericht zur Einhaltung der Community-Standards bekanntgegeben, dass bei fast 1,5 Milliarden Nutzerkonten und Beiträgen ein Grund bestand, gegen Verstöße vorzugehen. Die meisten Maßnahmen fanden gegen Spam-Beiträge und gegen Fake-Accounts statt.

Gleich 837 Millionen Spam-Nachrichten wurden entfernt und alleine in den ersten drei Monaten des Jahres 583 Millionen Fake-Accounts geschlossen.

Viel Moderationsaufwand bei Beiträgen

Außerdem berichtet Facebook über Maßnahmen bei 2,5 Millionen Vorfällen von Hassrede, 1,9 Millionen Beiträgen mit terroristischer Propaganda, 3,4 Millionen Posts mit drastischer Gewalt und 21 Millionen Inhalten mit sexuellen Aktivitäten oder Nacktheit. Wenn Facebook in solchen Fällen aktiv wird, kann das verschiedene Auswirkungen haben, von der Löschung des Beitrags bis hin zu einem zusätzlichen Hinweis auf verstörende Inhalte.

Allerdings gibt es laut dem Bericht des Guardian keine Hinweise seitens Facebook, wie viele Inhalte fälschlicherweise entfernt wurden, wie viele Beschwerden es darüber gab und wie oft dann Inhalte wieder hergestellt worden seien. Die Electronic Frontier Foundation fordert außerdem, dass Facebook besser mit betroffenen Nutzern kommuniziert und auch die Art des Verstoßes genau benennt.

Britischer Ausschuss will Zuckerberg sprechen

An anderer Stelle droht Facebook eventuell neues Unheil, auch wenn davon vorerst wohl nur CEO Mark Zuckerberg betroffen sein dürfte. Zuckerberg hatte sich geweigert, nach Großbritannien zu reisen, um dort wie in den USA vor einem Ausschuss auszusagen und Fragen zum Cambridge-Analytica-Datenskandal zu beantworten.

Stattdessen hatte das Unternehmen nur den Technik-Chef Mike Schroepfer geschickt. Der Parlamentsausschuss hatte darauf enttäuscht reagiert, weil Schroepfer viele Details nicht liefern konnte und fast 40 Fragen nicht beantwortete.

Verhaftung angedroht

Daraufhin hatte der Vorsitzende des Ausschusses in einen Brief ein Erscheinen von Zuckerberg am 24. Mai 2018 gefordert und eine Antwort auf das Schreiben bis zum 11. Mai. Ansonsten werde man Zuckerberg beim nächsten Besuch des Landes zu einem Auftritt vor dem Ausschuss zwingen - und für diesen Zweck verhaften.

Facebook hat die Antwortfrist laut The Verge nicht nur um drei Tage überschritten, sondern auch erklärt, dass Zuckerberg nicht vorhabe, sich mit dem Ausschuss zu treffen oder Großbritannien zu besuchen. Immerhin hat Facebook im Schreiben einige der offenen Fragen beantwortet. Der weiter verärgerte Ausschuss will nun mindestens erreichen, dass sich Zuckerberg in einer Videokonferenz den weiteren Fragen stellt.


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