Nach Shitstorm wegen KI-Sieg: Mensch gegen Maschine bei Fotowettstreit

In Australien wird ein Foto-Wettbewerb ausgerufen, bei dem beides erlaubt ist: Fotos mit und ohne KI. Stürzt die Fotokunst in eine Krise?

Die nächste Runde: Mann gegen Maschine. Diesmal heißt die Disziplin Foto-Kunst. DigiDirect hat einen Wettbewerb ausgerufen, bei dem von Menschenhand gefertigte Foto-Kunstwerke eingereicht werden dürfen — aber eben auch solche Werke, jene via Künstlicher Intelligenzen generiert wurden.

Bei DigiDirect handelt es sich um einen in Australien ansässigen Online-Einzelhändler mit Schwerpunkt auf Kameratechnik. Plakativ bewirbt DigiDirect seinen Wettbewerb mit dem Sprüchlein Mann gegen Maschine: Kann Künstliche Intelligenz einen Fotografen schlagen? (im Original: Human vs. Machine: Can AI beat a Photograph?). 

Stein des Anstoßes war ein vorangegangener Fotowettbewerb aus Australien, bei dem ein KI-generiertes Foto (unbemerkt von den Veranstaltern!) eingereicht — und prompt zum Gewinner gekürt wurde. Innerhalb der australischen Foto-Community sorgte der Vorfall für eine Kontroverse, denn zugelassen war ausschließlich die Einsendung menschengemachter Fotos.

Ein Traumstrand aus der Vogelperspektive — aber: Nichts davon ist real. Das Preisvergabekomitee krönt ein KI-Kunswerk. Ein Traumstrand aus der Vogelperspektive — aber: Nichts davon ist real. Das Preisvergabekomitee krönt ein KI-Kunswerk.

Absender der Einreichung war das AI-Studio Absolutely Ai, welches — nach Bekanntgabe der Erstplatzierung — sofort geständig wurde und das Preisgeld abgelehnt hat.

Seither ist die Preisgeldfrage zwar geklärt, aber die Streitfrage nach der Austauschbarkeit von mensch- und KI-gemachten Kunstwerken wurde angeheizt. Laut Absolutely Ai lautete der Kerngedanke hinter der umstrittenen Einreichung:

Wir wollten beweisen, dass wir an einem Wendepunkt bezüglich Künstlicher Intelligenz angekommen sind. Das war der ultimative Test.  

Stellungnahme von Absolutely Ai

Schlägst du die KI?

Kreativschaffende, die sich berufen fühlen, an der Ausschreibung teilzunehmen, können dies noch bis einschließlich zum 26ten Februar tun. Eine thematische Vorgabe gibt es für die Ausschreibung nicht.

Dem Gewinner winkt ein DigiDirect-Geschenkgutschein in Höhe von 1.000 australischer Dollar.  Dem Gewinner winkt ein DigiDirect-Geschenkgutschein in Höhe von 1.000 australischer Dollar. 

Der Clou am neuen Wettbewerb: Die Juroren des Wettbewerbs werden im Unklaren darüber gelassen, ob die eingereichten Werke mit oder ohne KI-Unterstützung entstanden sind. Angesichts der Tatsache, dass sich die Jury aus versierten Fotografen zusammensetzt, stehen die Herren Experten auf einem Prüfstein der besonderen Art.

Lassen sich die Experten täuschen?

Die Jury setzt sich aus vier Fotografie-Experten zusammen: Mark Galer, Russel Ord, James Simmons und Chris Bray.

Mark Galler ist etwa Autor von 30 Fachbüchern, Russell Ord ist Preisträger der International Sports Photographer Awards, James Simmons brilliert als preisgekrönter Hochzeitsfotograf, Chris Bay versteht sich als Koryphäe in puncto Naturfotografie — und schließlich Jasin Boland hat bei Hollywood-Actionfilmen wie Mad Max: Fury Road oder The Matrix mitgewirkt.

Ein Konglomerat aus berufserfahrenen Könnern also. 

Jobs bei GS Tech Jobs bei GS Tech

Wie die KI hinter ChatGPT gerade in der Buchbranche für eine Flut an automatisch geschriebenen Büchern sorgt, darüber hat Kollege Maxe für euch berichtet.

Wird der geschulte Blick der Kritikerinnen und Kritiker an KI-produzierten Kunstwerken zerbrechen — oder kann wertige Computerkunst das menschliche Auge weiterhin düpieren? Wird selbst künstlerisch wertvolle Fotokunst demnächst gänzlich mithilfe künstlicher Intelligenzen umgesetzt — oder wird KI letztlich eher eine unterstützende Funktion einnehmen?

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