Google-KI - US-Militär nutzt sie zur Drohnen-Auswertung, Mitarbeiter empört

Google unterstützt das US-Militär bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz für die Auswertung von militärische Drohnen stammenden Videomaterials. Allerdings sind viele Mitarbeiter anscheinend nicht davon begeistert.

von Sara Petzold,
07.03.2018 17:30 Uhr

Google hilft dem US-Militär bei der Entwicklung einer KI, die aufgenommene Drohnen-Bilder auswerten soll – was bislang vor allem bei den eigenen Mitarbeitern für Unmut sorgt.Google hilft dem US-Militär bei der Entwicklung einer KI, die aufgenommene Drohnen-Bilder auswerten soll – was bislang vor allem bei den eigenen Mitarbeitern für Unmut sorgt.

Project Maven - so heißt das Programm zur Entwicklung einer Künstlichen Intelligenz für die Auswertung des Bild- und Videomaterials, das durch die militärischen Drohnen der USA gesammelt wird – die menschlichen Auswerter sind von der schieren Menge des Materials überfordert. Einem aktuellen Bericht von Gizmodo zufolge, deren Redakteuren ein ausführlicher interner e-Mail-Verkehr vorliegt, unterstützt Google derzeit anscheinend das US-Militär bei diesem Projekt und stellte dazu offenbar das KI-Framework Tensorflow zur Verfügung.

Bei vielen Google-Mitarbeitern stößt die Kooperation allerdings auf wenig Gegenliebe und große Aufregung. Da deutete bereits die Aussage Eric Schmidts vom November 2017 (damals noch Executive Chairman bei Alphabet Inc., der Muttergesellschaft von Google, mittlerweile zuständig für die Zusammenarbeit mit dem Pentagon) im Rahmen des Artificial Intelligence and Global Security Summits es gebe eine »generelle Besorgnis innerhalb der Tech-Community, dass der militärisch-industrielle Komplex irgendwie ihre [Technologien] nutzen könne, um Menschen unangemessen (»incorrect« im Original) zu töten".

KI soll Videoaufnahmen mithilfe von Machine Learning sichten

Google behauptet zwar, dass Project Maven nicht mit Kampfeinsätzen in Verbindung stehe - das scheint die eigenen Mitarbeiter aber wenig zu beruhigen. Ziel des Projekts war es laut Gizmodo zunächst einmal, mithilfe von Machine Learning einer KI das Sichten von Videomaterial beizubringen, das im Einsatz befindliche Flugdrohnen aufnehmen. Die KI sollte dabei Objekte und Bewegungen in insgesamt 38 verschiedenen Kategorien identifizieren.

Gegenüber Gizmodo erklärte ein Google-Mitarbeiter außerdem, dass man sich der potenziellen Probleme beim Gebrauch von Machine Learning im militärischen Kontext bewusst sei. Deshalb versuche man, entsprechende Sicherheitsmaßnahmen bereitzustellen und Vorurteilen der KI bei der Bewertung einzelner Situationen entgegen zu wirken.

Welche Rolle Google bei der Entwicklung von Project Maven im Detail spielt, wollte das US-amerikanische Verteidigungsministerium nicht offiziell kommentieren. Fest steht laut Gizmodo aber, dass die Technologie inklusive Googles Tensorflow-KI bereits seit Dezember 2017 im Kampf gegen den Islamischen Staat zum Einsatz kommt.

Entwicklung der KI, Teil 1: Geist aus der Maschine


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