Google - 2018 mehr Strafzahlungen an die EU geleistet als weltweit Steuern gezahlt

Die Europäische Union hat gegen Google im Jahr 2018 insgesamt 5,1 Milliarden US-Dollar an Strafzahlungen verhängt. Kurios: Im selben Zeitraum hat Google weltweit nur 4,2 Milliarden US-Dollar an Steuern entrichtet.

von Sara Petzold,
08.02.2019 19:48 Uhr

Google musste 2018 insgesamt 5,1 Milliarden US-Dollar Strafe an die EU zahlen.Google musste 2018 insgesamt 5,1 Milliarden US-Dollar Strafe an die EU zahlen.

Wie das IT-Magazin Computing berichtet, hat Google im Jahr 2018 mehr Strafzahlungen an die EU entrichtet als weltweit Steuern gezahlt - nämlich rund 900 Millionen US-Dollar mehr.

Computing beruft sich dabei auf den aktuellen Finanzbericht von Googles Mutterfirma Alphabet, demzufolge der US-Konzern im Jahr 2018 einen Gesamtumsatz von 136,8 Milliarden US-Dollar hatte, wovon rund 135 Milliarden US-Dollar allein durch Google zustande kamen. Die Summe der von der Europäischen Kommission verhängten Strafzahlungen stieg von 2,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 auf 5,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018. Demgegenüber hat Alphabet lediglich 12 Prozent des eigenen Einkommens an Steuern gezahlt, genauer gesagt 4,2 Milliarden US-Dollar.

Google und die EU

Die Europäische Kommission ist im vergangenen Jahr vermehrt gegen Google vorgegangen und hat den Konzern mehrfach zu Strafzahlungen verurteilt. Im Sommer 2018 verhängte die EU-Wettbewerbsbehörde die Rekordstrafe von 4,34 Milliarden Euro, weil Google seine marktbeherrschende Stellung durch Android ausgenutzt habe. Damals ging es um gesetzwidrige Beschränkungen, die Google unter anderem den Herstellern von Smartphones auferlegt hatte, wenn diese Google-Apps ab Werk vorinstallieren wollten.

Aber auch für 2019 stehen dem Konzern bereits die ersten Strafzahlungen ins Haus. Denn die französische Datenschutzbehörde CNIL (Commission Nationale de l'Informatique et des Libertés) hat Google zu einer Strafe von 50 Millionen Euro verpflichtet, weil Google gegen die Bestimmungen der DSGVO verstoßen habe. Google kündigte allerdings an, sich gegen die Entscheidung wehren zu wollen.


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