Gaming-Laptops: Hilfe, ich kann mir mein Hobby nicht mehr leisten!

In Zeiten exorbitanter Preise für Gaming-Laptops habe ich beschlossen, dem Hardware-Wahnsinn ein Ende zu setzen.

5.000 Euro oder noch deutlich mehr für einen aktuellen Gaming-Laptop auszugeben, ist mittlerweile absolut kein Problem mehr. (Quelle: Asus) 5.000 Euro oder noch deutlich mehr für einen aktuellen Gaming-Laptop auszugeben, ist mittlerweile absolut kein Problem mehr. (Quelle: Asus)

Wer PC-Spiele als Hobby hat, muss leidensfähig sein und am besten auch noch über ein prall gefülltes Bankkonto verfügen. Speziell Gaming-Hardware war ja noch nie wirklich günstig und ständig dreht sich das Karussell und suggeriert uns, dass wir doch mal wieder eine neue Grafikkarte oder vielleicht gleich auch noch einen neuen Prozessor benötigen, damit der nächste AAA-Titel möglichst mit 8K und 300 FPS über den Bildschirm fliegt. 

Wer es mobil mag, greift zum Gaming-Laptop. Klar, die waren schon immer teurer als der Tower-PC unter dem Schreibtisch. Aber was sich heute auf dem Markt abspielt, hat mit der Realität der meisten Gamer nichts mehr zu tun.

Wir haben einen Punkt erreicht, an dem ein neues High-End-Notebook nicht mehr nur ein Loch in die Haushaltskasse reißt, es erfordert gefühlt fast einen Kleinkredit. 4.000, 5.000 oder vielleicht sogar über 7.000 Euro? Und das für ein Gerät, das in spätestens drei Jahren zum alten Eisen gehört? Nein, danke, ich kann und ich will mir das nicht mehr leisten!

Ohne mich. Ich streike.

Ich habe mich entschieden, aus diesem Hamsterrad auszusteigen. Mein aktuelles Gerät ist vielleicht nicht mehr das schnellste, die Lüfter pusten bei modernen Titeln wie ein startender Jet und Ultra-Details sind sind mit der alten RTX 3060m eher ein Wunschtraum. Aber wisst ihr was? Es reicht.

Ich nutze meine Hardware jetzt einfach so lange, bis sie den Geist aufgibt. Und das hat erstaunlich befreiende Vorteile:

  • Hand aufs Herz, wie viele fantastische Spiele aus den letzten fünf Jahren liegen ungespielt in eurer Steam-Bibliothek? Für die Perlen von gestern braucht niemand die Hardware von morgen.
  • Der Siegeszug der Indie-Games: Die kreativsten und packendsten Spiele der letzten Jahre brauchen keine Monster-Grafikkarte. Sie laufen auf einer sprichwörtlichen Kartoffel und machen trotzdem oft süchtiger als viele AAA-Titel ohne Seele.
  • Medium ist das neue Ultra: Wer den Regler in den Einstellungen von Ultra auf Hoch oder Mittel stellt, verliert oft kaum sichtbare Details, gewinnt aber Lebenszeit für seine Hardware.

Die Hardcore-Enthusiasten werden über meine Worte natürlich nur müde lächeln, für sie gehört es einfach zum guten Ton, immer nur das Neuste und Schnellste an Hardware zu haben. Das ist auch absolut legitim, jeder muss für sich entscheiden, wie viel Geld er für einen Gaming-Laptop bezahlen möchte oder kann.

Viele Jahre habe ich mich selbst zu dieser Gruppe von Menschen gezählt, die geradezu verrückt nach neuer Hardware waren und möglichst alles als Erstes haben wollten. Aber ich bin echt nicht mehr bereit, die aktuellen Preise zu bezahlen, da fahre ich lieber mal für 14 Tage in den Urlaub.  

Warten auf bessere Zeiten

Die Preise für Gaming-Laptops werden auch nach überstandener DRAM-Kirse auf einem hohen Niveau bleiben. Lest hier warum das mit ziemlicher Sicherheit der Fall sein wird: Die hohen Preise für Laptops machen mir Sorgen und der Grund dafür geht weit über die DRAM-Krise hinaus

Nein, ich hänge mein Hobby nicht an den Nagel. Ich pausiere nur den Konsumrausch. Ich warte darauf, dass sich der Markt hoffentlich irgendwann wieder einkriegt, dass die Preiskurve stagniert oder clevere Upscaling-Technologien die Hardware-Anforderungen der Spiele endlich wieder einbremsen.

Bis dahin bleibt mein treuer Laptop-Oldtimer im Dienst. Er wird gepflegt, mal vom Staub befreit und darf zeigen, was noch in ihm steckt. Das spart nicht nur Tausende Euro, sondern ist am Ende des Tages auch noch nachhaltig.


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