Ich wollte definitiv nicht in der Haut der Nvidia-Mitarbeiter stecken, die die Vorstellung von DLSS 5 im März zu verantworten hatten. Das 3D-Guided Neural Rendering, das in der neuesten Iteration von Nvidias Grafiktechnologien-Sammelsurium DLSS steckt, hatte für die Community diverse Probleme:
- Spieler vermuteten, dass DLSS 5 beziehungsweise das Neural Rendering die Vision der Entwickler abändert und in die Geometrie des Spiels eingreift.
- Die damals gezeigten Spiele wie beispielsweise Hogwarts Legacy oder Silent Hill F hatten einen starken KI-Look.
Nun wurden allerdings erste offizielle Bilder und Vergleiche veröffentlicht, die zeigen, wie Hogwarts Legacy wirklich aussehen wird. Meiner Meinung nach ist Aufatmen angesagt.
Der Eklat im März war gut für Entwickler
Wenn ich ehrlich bin, gehen mir die dutzenden KI-Bilder, die ich jeden Tag sehe, mittlerweile so auf die Nerven, dass ich sämtliche Aussagen gegen KI und vieles, was KI beinhaltet, absolut nachvollziehen kann.
Bei einem Weinfest in meinem Wohnort kam man neulich kaum um einen Stand herum, der kein KI-generiertes, überladenes Menü hängen hatte. Mir reicht es – und das nicht erst seit gestern.
Als im März dann die ersten Szenen mit DLSS 5 gezeigt wurden, war ich, wie viele aus der Community, alles andere als begeistert. Ich war schon damals der Meinung: Das kann Nvidia so nicht bringen. Beziehungsweise die Entwickler.
Ohnehin sind am Ende des Tages die jeweiligen Entwickler für die Implementierung verantwortlich, und sie wollen auch nicht, dass ihr Spiel aussieht, als hätte irgendein KI-Modell die Spielszenen ausgespuckt. Dennoch weiß man nie wirklich, ob alle Entwickler derselben Meinung sind, dass der KI-Look nicht erstrebenswert ist.
Mittlerweile weiß ich: Das Feedback kam ganz eindeutig bei Nvidia an. Und noch besser: Entwickler konnten das Drama mit einem gesunden Sicherheitsabstand beobachten und sich entsprechend darauf einstellen, was die Community sehen will – oder eben nicht.
Weniger ist mehr: Avalanche Software wusste sich zurückzuhalten
Ob der Abstand zu dem Disaster am Ende wirklich geholfen hat, werden wir wohl nie erfahren. Wenn ich mir die Bilder ansehe, die die Entwickler von Hogwarts Legacy veröffentlicht haben, bin ich allerdings wirklich erleichtert. Mir scheint es, als wäre die Aufregung um die ersten Szenen mit DLSS 5 unberechtigt gewesen.
Vom extremen KI-Look ist nichts mehr zu sehen:
Der Unterschied zwischen dem Original und der Version mit aktivem 3D-Guided Neural Rendering. (Bildquelle: Nvidia)
Meiner Meinung nach ist gut sichtbar, dass DLSS 5 hier definitiv einen Mehrwert für Spieler bietet, indem Charaktermodelle und die Umgebung deutlich besser aussehen als vorher, ohne aufdringlich zu sein oder gar ins Uncanny Valley abzurutschen.
Vielleicht kann man hier und da sogar noch einen Regler hochdrehen, um noch mehr an Licht und Schatten zu drehen, doch für ein paar erste Bilder bin ich schon sehr zufrieden.
Subtile Veränderungen können gerade bei Beleuchtung und Schatten einen großen Unterschied machen. Ich denke, genau das ist hier der Fall. (Bildquelle. Nvidia)
Und wo wir gerade beim dezenten Look waren: Sollte DLSS 5 wie bei NBA2K27 noch 40 bis 60 Prozent eurer Hardware-Performance schlucken, müsste man sich ganz genau überlegen, ob es das überhaupt wert ist.
Glücklicherweise hat Nvidia angekündigt, dass das neue Modell hinter DLSS 5 im Vergleich zur September-Version von NBA2K27 doppelt so schnell sein und 20 Prozent weniger Grafikspeicher brauchen soll.
Wenn Hogwarts Legacy mit aktivem 3D-Guided Neural Rendering tatsächlich doppelt so gut läuft wie bisher – also die Performance nur um 20 bis 30 Prozent einschränkt –, wäre das ein enormer Erfolg.
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DLSS 5 ist eine Grafik-Revolution (und ein Problem für Konsolen)
Nicht nur ist das schön für alle Spieler, die ohnehin RTX-50er-GPUs haben, sondern auch für Grafikliebhaber, die ihre ältere Karte für DLSS 5 nutzen wollen. Denn momentan ist es zwar durch Modder möglich, DLSS 5 auf RTX-30- oder -20-Karten zu nutzen, doch in der Praxis stehen die hohen Hardware-Anforderungen im Weg.
Mit weniger Anspruch an die Hardware streitet die Anzahl der Spieler, die tatsächlich in den Genuss der Technologie kommen können, und das ist in meinen Augen immer etwas Schönes.
Fazit
Jan Stahnke: Ich bin guter Dinge, dass DLSS 5 nicht einmal annähernd an die Katastrophe heranreicht, von der wir im Frühling noch ausgegangen sind.
Bisherige offizielle Bilder von Hogwarts Legacy und auch das bereits veröffentlichte NBA2K27 lassen hoffen, dass wir mit DLSS 5 tatsächlich eine tolle und nützliche Technologie von Nvidia spendiert bekommen haben.
Dennoch muss ich an der Stelle erwähnen, dass mir der Look von DLSS 5 bisher etwas zu glänzend ist. In NBA2K27 war das noch nicht so sehr vertreten. Hogwarts Legacy hingegen befindet sich hart an der Glanz-Grenze.
Mehr zu DLSS 5:
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Das führt einen Trend weiter, der sich seit geraumer Zeit immer mehr in Videospielen breitmacht: Alles glänzt. Dazu werde ich aber in Kürze einen eigenen Artikel schreiben.
Für jetzt sei gesagt: Das 3D-Guided Neural Rendering von DLSS 5 sieht stark aus und hat enormes Potenzial. Es gibt allerdings auch Baustellen, an denen gearbeitet werden sollte, wie eben der Glanz. Und je mehr Performance Nvidia aus der Technologie rausholen kann, desto besser.
Für das zweite Spiel, in dem DLSS 5 offiziell vertreten ist, bin ich allerdings schon sehr zufrieden.
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