Es gibt neues CPU-Futter für Spieler, genauer gesagt Intels Plus
-Refresh der Arrow-Lake-Generation (Core Ultra 200S).
Wir testen in diesem Artikel den Core Ultra 7 270K Plus (299 US-Dollar beziehungsweise ungefähr 300 Euro). Außerdem neu im Programm ist der Core Ultra 5 250K Plus (199 US-Dollar beziehungsweise ungefähr 200 Euro).
Beide Prozessoren erscheinen für den bereits bestehenden Sockel 1851, der auch DDR5-RAM voraussetzt.
Ein Test
der ganz anderen Art: Mein völlig unsinniges Experiment, bei dem ich am Ende vor lauter Verzweiflung CPUs föhne.
Was ändert sich mit den neuen Prozessoren?
Die Plus
-CPUs bringen im Vergleich zu ihren Vorgängern vor allem drei Verbesserungen mit sich:
- vier zusätzliche Kerne (gegenüber dem Core Ultra 7 265K beziehungsweise Core Ultra 5 245K)
- schnellere interne Chip-Kommunikation (Takterhöhung beim Die-to-Die-Interace um 900 MHz)
- optionales
Binary Optimization Tool
für weitere Performance-Gewinne (wird zum Release nur von 12 Spielen unterstützt und ist im Test nicht aktiv, dazu später mehr)
Was das für das Gesamtpaket im Duell mit AMD und weiteren Intel-Prozessoren bedeutet, klären wir nun mit Benchmarks. Die ganz schnelle Antwort liefert außerdem unser Kurzfazit zu der neuen CPU:
Spiele-Benchmarks des Core Ultra 7 270K Plus in 4K
4K (3840x2160)
Durchschnitt aus Anno 117, Arc Raiders, Cyberpunk 2077, Flight Simulator 2024, Kingdom Come: Deliverance 2 und Resident Evil Requiem (maximale Details, DLSS Qualität)
- Durchschnittliche FPS
- Minimale FPS (P 0,1)
- 0,0
- 20,0
- 40,0
- 60,0
- 80,0
- 100,0
- Beim Spielen in 4K und mit maximalen Details machen die Benchmarks schnell deutlich, dass die CPU-Leistung nur noch eine untergeordnete Rolle einnimmt: Alle Prozessoren liegen nahe beieinander.
- Der Core Ultra 7 270K Plus kann sich hier sogar vor dem Core Ultra 9 285K platzieren, der gleich viele Kerne und Threads bietet, aber minimal höher taktet. Hier macht sich die schnellere Die-to-Die-Kommunikation offenbar positiv bemerkbar.
- Auch bei den minimalen FPS gibt es keine großen Unterschiede zwischen den CPUs. Lediglich der etwas in die Jahre gekommene Ryzen 7 5800X3D fällt hier leicht ab, aber ohne für spürbare Probleme im Vergleich mit den anderen Prozessoren zu sorgen.
Spiele-Benchmarks des Core Ultra 7 270K Plus in Full HD
Full HD (1920x1080)
Durchschnitt aus Anno 117, Arc Raiders, Cyberpunk 2077, Flight Simulator 2024, Kingdom Come: Deliverance 2 und Resident Evil Requiem (hohe Details, DLSS Qualität)
- Durchschnittliche FPS
- Minimale FPS (P 0,1)
- 0,0
- 46,0
- 92,0
- 138,0
- 184,0
- 230,0
- Wechseln wir von 4K und maximalen Details zu Full HD und hohen Details bekommen die CPUs deutlich mehr zu tun. Gegen AMDs Top-Modell Ryzen 7 9800X3D hat keines der anderen Modelle im Testfeld auch nur den Hauch einer Chance, auch nicht der Core Ultra 7 270K Plus.
- Hinter dem dominierenden 9800X3D liegt das Testfeld wieder recht dicht beisammen und der 270K Plus auf einem guten zweiten Platz, sowohl vor AMDs ältester X3D-CPU in Form des Ryzen 7 5800X3D als auch vor dem Core Ultra 9 285K.
- Selbst die langsamste CPU im Testfeld (Core Ultra 5 235) schafft im Schnitt problemlos dreistellige Bildraten in unseren vergleichsweise anspruchsvollen Benchmark-Titeln.
Performance des Core Ultra 7 270K Plus in Anwendungen
Anwendungsleistung
Cinebench 2026
- Multithread
- Singlethread
- 0
- 1900
- 3800
- 5700
- 7600
- 9500
- Geht es um die Leistung in Anwendungen, spielen die aktuellen Intel-Prozessoren ihre Stärken voll aus. Da viele Kerne und Threads hier neben einer hohen Taktrate Trumpf sind, liegen der Core Ultra 7 270K Plus und der Core Ultra 9 285K in Cinebench 2026 unangefochten an der Spitze.
- Auch hier macht sich das Alter des Ryzen 7 5800X3D bemerkbar: Der Prozessor landet relativ weit abgeschlagen auf dem letzten Platz.
- Mit höheren Taktraten und modernerer Architektur kommt der Ryzen 7 9800X3D immerhin auf den dritten Platz, relativ dicht gefolgt vom Core Ultra 5 235.
Wie effizient ist der Core Ultra 7 270K?
Effizienz
Arc Raiders (Full HD) und Cinebench 2026 (Multicore-Test)
- fps/Watt (Arc Raiders)
- Punkte/Watt (Cinebench)
- 0,0
- 20,0
- 40,0
- 60,0
- 80,0
- 100,0
- Auch in diesem Test gibt es einen klaren Sieger: den Core Ultra 5 235. Überraschend kommt das nicht. Es handelt sich um die CPU mit der geringsten offiziellen Verlustleistung (65 Watt), und je höher dieser Wert ist, desto weniger effizient sind Prozessoren meist.
- Abgesehen vom Core Ultra 5 235 und der sehr starken Effizienz des Ryzen 7 9800X3D beim Spielen liegen die CPUs mit Blick auf die Effizienz ziemlich nahe beieinander, was entsprechend auch für den Core Ultra 7 2700K Plus gilt.
- Geht es um die Effizienz in Anwendungen, fällt der Ryzen 7 5800X3D am stärksten ab, allerdings nicht in einem Umfang, der allzu gravierend wäre.
Sonderfall Binary Optimization Tool
Intel will unter dem Namen Application Optimization
(APO) dafür sorgen, dass die Leistung der eigenen CPUs von Spielen und Anwendungen möglichst gut ausgenutzt wird.
Teil des Ganzen ist auch das neue Binary Optimization Tool, das sich über die erweiterten Einstellungen der APO-Software nutzen lässt.
Da die Funktion manuell eingeschaltet werden muss und bislang nur von zwölf Spielen unterstützt wird, haben wir sie für diesen Test nicht genutzt. Allzu groß ist der FPS-Unterschied indes selbst laut Intel nicht, im Schnitt sprechen sie von acht Prozent (siehe auch das Bild dazu unten).
Wie wichtig das Tool in Zukunft noch wird, bleibt abzuwarten. Wir gehen aber eher nicht davon aus, dass es schnell an Bedeutung gewinnen wird.
Fazit der Redaktion
Nils Raettig: Intel hat starke Prozessoren im Angebot. Das zeigt auch der neue Core Ultra 7 270K Plus für etwa 300 Euro, der sogar den knapp 200 Euro teureren Core Ultra 9 285K obsolet macht.
Doch geht es um maximale Spieleleistung, bleibt AMD mit dem Ryzen 7 9800X3D für knapp 430 Euro weiter das Maß aller Dinge.
Wie immer bei CPU-Tests gilt auch auf Basis meiner jüngsten Messungen: je höher Auflösung und Detailstufe sind, desto geringer werden die Unterschiede zwischen den Prozessoren.
Ist eine möglichst hohe Performance in Anwendungen ebenfalls wichtig, kann das den Core Ultra 7 270K Plus zu einer interessanten Alternative machen.
Ein potenziell großes Problem haben die neuen Intel-Prozessoren aber: die kommende Nova-Lake-Konkurrenz aus dem eigenen Haus.
Sollte es Intel gelingen, damit einen ähnlich gut funktionierenden Konter zu AMDs X3D-Technik anzubieten und das mit der sehr hohen Anwendungsleistung bei guter Effizienz zu kombinieren, könnte das ein echter Paukenschlag werden.
Ob es so weit kommt, bleibt aber abzuwarten, zumal sich Nova Lake auf das nächste Jahr verschieben könnte. Insgesamt ist Intel aber meinem Eindruck nach auf dem richtigen Weg, und das CPU-Duell schickt sich an, in Zukunft wieder spannender zu werden.

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