Internet-Meme in Gefahr? - Geplante EU-Copyright-Richtline wird kritisiert

Kritiker der geplanten neuen Urheberrechts-Richtlinie der EU sehen durch die darin vorgesehenen Maßnahmen auch die beliebten Internet-Meme in Gefahr.

von Georg Wieselsberger,
10.06.2018 10:04 Uhr

Laut Kritikern gefährden geplante EU-Richtlinien sogar Internet-Meme. (Foto: escapechen/pixelio.de) 16:9Laut Kritikern gefährden geplante EU-Richtlinien sogar Internet-Meme. (Foto: escapechen/pixelio.de) 16:9

Die Europäische Union könnte bald eine neue Urheberrechts-Richtlinie erhalten, die aktuell noch sehr kontrovers diskutiert wird. Zu den geplanten Maßnahmen gehören auch sogenannte Upload-Filter, mit denen ein illegaler Upload urheberrechtlich geschützter Inhalte verhindert werden soll.

CDU/CSU und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag gegen solche Filter ausgesprochen - und wollen als Bundesregierung nun trotzdem zustimmen.

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Filter eigentlich gegen YouTube und Facebook gedacht

Zu den Kritikpunkten gehört neben der Problematik, dass die Richtlinie zu einer umfassenden Überwachung führen könnte, auch der Punkt, dass sich kleine Anbieter gar nicht leisten können, solche Filter einzuführen.

Letztlich würden damit nur große Plattformen wie YouTube oder Facebook unterstützt, gegen die die Maßnahmen eigentlich gedacht waren, weil dort viele urheberrechtlich geschützte Inhalte von Nutzern hochgeladen werden.

Internet-Meme basieren auf Inhalten anderer

Doch nun weisen die Kritiker laut Sky News auch noch auf ein weiteres Problem hin, das vermutlich wesentlich näher an vielen Internet-Nutzern ist. Auch die beliebten Internet-Meme basieren auf Bildern, die von anderen erschaffen wurden und für die es daher auch Rechteinhaber gibt. Die Verwendung findet aber in so gut wie allen Fällen ohne eine Genehmigung statt. Daher müssten solche Bilder in Zukunft eigentlich durch die Filter verhindert werden.

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Die geplante Richtlinie würde laut den Kritikern »das Internet, wie wir es kennen, zerstören« und stattdessen großen Unternehmen »die Kontrolle darüber geben, was wir sehen und online machen«. Die EU-Kommission sieht das laut der Meldung anders. Die neuen Richtlinien sollten nur dafür sorgen, dass Urheber darüber informiert werden, wenn ihre Werke online genutzt werden und verhindern, dass sie durch große Online-Plattformen ohne Zustimmung verwendet werden. Das würde auch sicherstellen, dass die Autoren fair bezahlt würden.

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