Kaputte SSDs: Wie die Kryptowährung Chia schnelle Festspeicher in Windeseile zerstört

Chia ist bei den Kryptowährungen aktuell in aller Munde und gleichzeitig gar nicht gut für die Haltbarkeit von SSDs. Warum ist das so?

von Alexander Köpf,
12.05.2021 11:13 Uhr

Die Kryptowährung Chia verheizt schnelle SSDs. Die Kryptowährung Chia verheizt schnelle SSDs.

Die neue Kryptowährung Chia treibt gerade teils die Preise für Festplatten in die Höhe. Besonders davon betroffen sind große NAS- und Enterprise-HDDs, wie unsere Analyse zu den aktuellen Marktpreisen zeigt. SSDs sind hierzulande noch nicht vom Preisanstieg betroffen. Doch das könnte sich ändern.

Denn wie ein Bericht aus China und ein Test des deutschen Extreme-Overclockers und Hardware-Experten Roman »der8auer« Hartung belegen (siehe das unten eingebettete Video), verkürzt das Schürfen von Chia die Lebensdauer der schnellen Datenspeicher erheblich.

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Chia besteht aus zwei Mechanismen

SSDs für Performance: Bei der Kryptowährung Chia dreht sich alles um die sogenannten Plots. Diese müssen zunächst erstellt werden. Der Prozess wird daher als Plotting bezeichnet.

Im Prinzip eignet sich dafür jede Art Datenträger, auf SSDs lässt sich durch deren hohe Geschwindigkeit das Erstellen eines Plots allerdings deutlich verkürzen. Bei einer HDD ist mit rund 15 bis 18 Stunden zu rechnen, bei einer SSD mit fünf bis sechs Stunden.

HDDs für Kapazität: Die Plots werden anschließend gespeichert, wofür sich klassische Datengräber in Form großer HDDs besonders gut eignen. Um vom Chia-Netzwerk zum Erstellen des nächsten Blocks ausgewählt zu werden, werden die Plots auf den HDDs ausgelesen und ein Gewinner bestimmt.

Ihr könnt euch die Plots wie eine Art Los vorstellen. Je mehr Lose sich in Besitz befinden, umso größer ist die Chance, den nächsten Coin zu ergattern.

Darum sterben SSDs beim Plotting so schnell

Wie oben beschrieben sind SSDs für den Plotting-Prozess deutlich besser geeignet als HDDs. Der große Nachteil dabei ist, dass die Lebensdauer von SSDs durch Schreibzugriffe begrenzt wird. Die gängige Maßeinheit für die Lebensdauer einer SSD ist TBW (Total Bytes Written, oftmals auch Terabytes Written).

Beim Plotting werden die Festspeicher permanent beschrieben. Gerade bei normalen Consumer-SSDs will man das eigentlich vermeiden, da sie oftmals auf weniger Schreibzugriffe ausgelegt sind.

Crucial gibt für die MX500 in der Ausführung mit 500 GByte etwa 180 TByte TBW an. Das entspricht 98 GByte täglich über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg. Für Normalanwender ist das in der Regel völlig ausreichend, im Falle von Chia reicht das bei intensiver Nutzung gerade einmal einen Monat.

Das Erstellen eines einzigen Plots verbraucht laut der8auer rund 1,3 TByte, bei vier Plots täglich sind das ungefähr 5,2 TByte. Nach gut 35 Tagen im Dauereinsatz würde eine MX500 mit 500 GByte Volumen also bereits den offiziell angegebenen TBW-Wert erreichen. Sie fallen danach zwar nicht automatisch aus, die Haltbarkeit wird durch den Einsatz für Chia aber deutlich eingeschränkt.

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