Seit knapp einem Jahr hat die globale Speicherkrise starke Auswirkungen auf den Hardware-Markt. Nahezu in jeder Kategorie hat es Preissteigerungen gegeben. Eine schnelle Besserung schien nicht in Sicht.
Ein Start-up aus den USA will jetzt aber eine Lösung gefunden haben, die schon bald für eine Veränderung auf dem Markt sorgen könnte.
Start-up will die Speicherkrise lösen
Die Krise ist im Großen und Ganzen darauf zurückzuführen, dass KI-Unternehmen zum Trainieren und Betreiben ihrer Modelle riesige Mengen »High Bandwidth Memory« (HBM) benötigen. Da KI derzeit das größte Hype-Thema ist, können diese Unternehmen astronomische Preise zahlen und so den Markt leerkaufen.
Für Hersteller etwa von Smartphones, Laptops oder auch Endnutzer bleibt schlicht nicht genügend HBM übrig, wodurch die Preise eben stark steigen. Die Produktionskapazitäten können aber nicht einfach ausgebaut werden, weil für HBM ganz spezielle Geräte und Fabriken benötigt werden, die überhaupt erstmal gebaut werden müssten.
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Aus diesem Grund sucht die Industrie händeringend nach einer Alternative zu HBM und das US-amerikanische Start-up Kepler Computing scheint diese nun gefunden zu haben. Die Antwort heißt demnach »ferroelektrischer Speicher« (FeRAM) und hat den Vorteil, dass sie in schon bestehenden Fabriken produziert werden kann.
Kepler Computing wurde 2018 gegründet und hat in den letzten sieben Jahren im Stealth-Modus ein neues ferroelektrisches Kompositmaterial und eine spezielle 3D-Stacking-Architektur entwickelt. Die Technologie soll die Speicherdichte drastisch erhöhen und gleichzeitig den Stromverbrauch senken.
Die Herstellung kann in bestehenden Halbleiterfabriken integriert werden, wodurch die Umstellung massiv beschleunigt werden könnte. Erste Muster sollen noch in diesem Jahr folgen, die Produktion in großem Stil ist für die kommenden Jahre in Singapur und den USA geplant.
Ed Kaste, ein hochrangiger Mitarbeiter des Produktionspartners GlobalFoundries, sagt dazu gegenüber Wired:
»Es sind fundamentale Durchbrüche gelungen. Nun gilt es noch, auf Tausenden von Wafern und Millionen von Bauelementen gute Ergebnisse zu erzielen.«
Wie schnell und verlässlich die neue Produktion in Gang kommt, ist natürlich noch offen. Kepler Computing muss erst noch nachweisen, dass die Technologie auch ausreichend skaliert werden kann und profitabel ist.
Die Unterstützung aus der Wirtschaft und dem Staat ist aber schon jetzt groß. Möglicherweise ist also ein erster Schritt aus der Speicherkrise heraus schon geschafft.

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