Geoffrey Hinton erhielt im Jahr 2024 gemeinsam mit John Hopfield den Nobelpreis der Physik für Entdeckungen im Bereich des maschinellen Lernens mithilfe künstlicher neuronaler Netze.
Hinton war auch jahrelang Vizepräsident und Engineering Fellow
beim Tech-Giganten Google. Doch um offen über die Risiken von KI sprechen zu können, kehrte er dem Unternehmen im Jahr 2023 den Rücken.
In einem Gespräch mit US-Senator Bernie Sanders an der renommierten Georgetown University in Washington D.C. mit dem Titel KI: Das Versprechen und die Gefahr
äußerte Hinton sich Ende 2025 kritisch über die Folgen von KI für den Arbeitsmarkt, auch in Bezug auf entsprechende Aussagen von Bill Gates.
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»Es war ein Fehler«: Wäre es nach Bill Gates gegangen, gäbe es eine berühmte Tastenkombination nicht
Wie KI die Arbeitswelt verändern könnte
Direkt zu Beginn des Gesprächs zwischen Sanders und Hinton geht der Senator auf den generellen Aspekt des technologischen Fortschritts und seiner Folgen für die Arbeitswelt ein. Hinton sieht dabei einen wichtigen Unterschied in Bezug auf KI im Vergleich zu früheren Formen des Fortschritts:
Bernie Sanders: Dr. Hinton, viele Leute sagen, dass KI zwar Arbeitsplätze verdrängen wird, das aber in der Geschichte bei technologischen Revolutionen immer so war – was ist diesmal der große Unterschied?
Dr. Geoffrey Hinton: Dies ist sehr anders, weil die Menschen, die ihre Jobs verlieren, keine anderen Jobs finden werden, in die sie wechseln können. Wenn KI intelligenter als der Mensch wird, kann sie jeden denkbaren Job übernehmen.
Sanders geht daraufhin unter anderem auf die Prognose von Bill Gates ein, dass Menschen früher oder später für die meisten Jobs nicht mehr gebraucht werden. Das tut Sanders auch vor dem Hintergrund, wie viel Geld sich damit verdienen lässt.
Auf die Frage, ob Gates & Co. mit ihren entsprechenden Prognosen richtig liegen, antwortet Hinton Folgendes:
Dr. Geoffrey Hinton: Ich glaube, sie haben wahrscheinlich recht. Es wird vielleicht nicht sofort passieren, aber KI verbessert sich momentan exponentiell. Zehn Jahre in die Zukunft zu blicken, ist dabei unmöglich. Dennoch glauben viele, dass wir durch KI eine massive Arbeitslosigkeit erleben werden. Die Investoren wetten regelrecht darauf, den Menschen KI zu verkaufen, welche die Arbeit von menschlichen Arbeitskräften viel billiger erledigt.
In der späteren Fragerunde mit den Stunden geht Sanders auf diesen Punkt noch einmal kritisch ein:
Bernie Sanders: Leute wie Musk oder Bezos geben keine Hunderte Milliarden aus, damit die arbeitende Bevölkerung eine kürzere Arbeitswoche oder universelle Gesundheitsversorgung erhält. Es geht ihnen um noch mehr Reichtum und Macht. Die eigentliche Frage ist, wer die KI kontrolliert und wer davon profitiert.
Von Fehleinschätzungen, Chancen – und Gefahren
Ein Aspekt, der den Blick in die Zukunft auch laut Hinton erschwert, ist das Tempo der Entwicklungen. So räumt er beispielsweise ein, dass er vor zehn oder 15 Jahren das Aufkommen von KI-Bots wie ChatGPT für den Zeitraum von 2040 bis 2060 vorhergesagt hätte. Tatsächlich war es bereits ungefähr Ende 2022 so weit.
Gleichzeitig geht er davon aus, dass KI unausweichlich intelligenter sein wird als der Mensch, was aber nicht per se etwas Schlechtes sein muss:
Geoffrey Hinton: Es ist ähnlich wie damals bei Taschenrechnern: Zunächst dachten die Leute, es sei schrecklich, weil Kinder das Einmaleins verlernen. Wir sollten ein KI-System als Werkzeug und Assistent betrachten. Universitäten müssen Menschen ermutigen, diese KI richtig und kritisch zu nutzen.
Auch in anderen Bereichen sieht Hinton mögliche Vorteile durch KI, so etwa im Gesundheitswesen beim Analysieren von medizinischen Scans und der Medikamentenentwicklung oder im Bereich der Bildung durch hilfreiche private Tutoren
.
Gleichzeitig warnt er aber auch vor Gefahren, etwa in Zusammenhang mit KI-generierten Falschinformationen, autonomen Waffen und leicht manipulierbaren KIs, um etwa eine Anleitung zum Bau einer Bombe zu erhalten.
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Entscheidend ist es daher laut Hinton, all diesen Problemen rechtzeitig entgegenzuwirken, etwa durch vorgeschriebene Sicherheitstests neuer KI-Modelle, internationale Vereinbarungen wie im Falle von chemischen Waffen und eine Schulung der Bevölkerung zum Erkennen von KI-generierten Inhalten.
Das vollständige Gespräch zwischen Hinton und Sanders inklusive anschließender Fragerunde mit den Studenten könnt ihr euch über die obige Einbettung anschauen.

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