Ein KI-Unternehmer versuchte, sich mithilfe eines KI-generierten Avatars im Gericht zu vertreten – und stieß dabei auf strikte Ablehnung des Richters.
Darum ist das wichtig: Dieser Fall wirft ein Schlaglicht auf die aufkommende Rolle von KI in der Rechtsprechung und die Herausforderungen, die mit ihrer Akzeptanz einhergehen. Während KI das Potenzial hat, unrepräsentierte Menschen im Gerichtssaal eine Stimme zu geben, zeigt dieser Vorfall, dass die Justiz skeptisch gegenüber ihrem Einsatz bleibt.
Im Detail: Der Gründer eines KI-Startups, Jerome Dewald, versuchte, bei einer Anhörung vor dem Berufungsgericht des US-Bundesstaates New York einen KI-generierten Avatar zu nutzen, um seinen Fall darzulegen. (The Register hat berichtet)
Der Avatar, der von der Software Tavus erstellt wurde, sollte aufgrund von Dewalds gesundheitlichen Einschränkungen, einer Folge seines früheren Kehlkopfkrebses, als Sprachrohr dienen. Dewald, der selbst bei der Anhörung anwesend war, hatte zuvor die Erlaubnis eingeholt, ein Video zu zeigen, aber nicht offengelegt, dass es sich um einen virtuellen Sprecher handeln würde.
Die Reaktion der Richterin Sallie Manzanet-Daniels war prompt und unmissverständlich. Sie unterbrach die Präsentation des Avatars und kritisierte Dewald scharf für seine mangelnde Transparenz. Die Richterin stellte klar, dass sie nicht gern hinters Licht geführt wird und das Gericht keine Plattform für die Promotion von Geschäftsinteressen sei. Sie bestand dann darauf, dass Dewald seine Argumente persönlich vortrage.
Dewald erklärte in einem späteren Interview, dass die Technologie noch in den Kinderschuhen stecke und der Versuch, einen Avatar von sich selbst zu erstellen, aufgrund technischer Schwierigkeiten gescheitert sei.
- Stattdessen nutzte er einen Standard-Avatar namens »Jim«. Trotz der anfänglichen Missbilligung durch das Gericht gestand Dewald ein, dass seine Absichten nicht auf eine Geschäftsdemonstration abzielten.
- Er glaubt, dass solche KI-Avatare Menschen eine Stimme geben können, die sich vor Gericht selbst vertreten müssten.
Obgleich Dewald mit dieser Annahme recht hat oder nicht: Dieser Fall zeigt, dass das amerikanische Rechtssystem dem Einsatz von KI in Gerichtssälen noch skeptisch gegenübersteht.
Dewald hat bereits eine Entschuldigung für seine mangelnde Transparenz beim Gericht eingereicht.
Was haltet ihr von dem Einsatz eines KI-Avatars bei für Menschen, die sich selbst vor Gericht vertreten? Schreibt es uns in die Kommentare!
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