Display im Auge - Kontaktlinse mit 70.000 Pixeln auf der Größe eines Sandkorns

Mojo Vision will mit smarten Kontaktlinsen Informationen direkt auf die Netzhaut projizieren - marktreife Produkte soll es in den nächsten zwei Jahren geben.

von Alexander Köpf,
20.01.2020 15:54 Uhr

CPU, Batterie und Display in einer Kontaktlinse - Mojo Vision will das realisieren. (Bildquelle: Twitter/MojoVision) CPU, Batterie und Display in einer Kontaktlinse - Mojo Vision will das realisieren. (Bildquelle: Twitter/MojoVision)

Ein Display im Auge, das Informationen zur Umgebung wie Wetter oder Sternbilder ins Sichtfeld einblendet? Was nach Science-Fiction klingt, ist beim noch jungen Start-up-Unternehmen Mojo Vision schon Realität. Am Rande der CES 2020 präsentierten die Kalifornier den neuesten Prototyp ihrer smarten Kontaktlinse Mojo Lens (via FastCompany).

Das Herzstück der Kontaktlinse bildet ein von Mojo Vision entwickeltes Display, das nur so groß wie ein einzelnes Sandkorn ist und mittig, direkt vor der Pupille platziert wird. Auf einer Fläche, die diagonal nicht einmal einen halben Millimeter misst, sollen sich 70.000 Pixeln befinden.

Bild wird direkt auf die Netzhaut projiziert

Das Display projiziert ein Bild auf die Fovea centralis. Das ist ein spezieller Teil der Netzhaut (Retina), der für besonders scharfes Sehen zuständig ist und sich im hinteren Teil des inneren Auges befindet.

Eine Anzeige für Vitalparameter könnte Sportlern helfen effizienter zu trainieren. (Bildquelle: Mojo Vision) Eine Anzeige für Vitalparameter könnte Sportlern helfen effizienter zu trainieren. (Bildquelle: Mojo Vision)

Derzeit muss das Display noch von einer externen Stromquelle und einem ebenfalls außen liegenden Prozessor betrieben werden. In Zukunft sollen die Komponenten aber Teil der Kontaktlinse sein. In den ersten Generationen übernimmt ein Single-Core ARM-Prozessor die Berechnungen, danach sind weitere Mikrokomponenten wie ein Kommunikationschip und Eyetracking geplant.

Die nötige Energie für CPU und Display soll eine Feststoff-Batterie liefern, die als dünner Film auf der Linse aufgebracht wird.

Mojo Vision geht davon aus, dass erste Produkte, die auf der Technik der Mojo Lens basieren, innerhalb der nächsten zwei Jahre Marktreife erlangen. Was diese am Ende kosten werden, ist aber noch nicht bekannt.

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