Künstliche Intelligenz als Arzt? - Techniker Krankenkasse setzt auf Chat-Bot

Die Techniker Krankenkasse arbeitet mit dem Berliner Unternehmen Ada Health zusammen und wird deren Künstliche Intelligenz zur Symptomabfrage verwenden.

von Georg Wieselsberger,
21.12.2018 08:15 Uhr

Die Techniker Krankenkasse setzt auf KI bei der Patientenberatung.Die Techniker Krankenkasse setzt auf KI bei der Patientenberatung.

Ada Health bietet eine Künstliche Intelligenz an, die auf eine immer wieder aktualisierte und von echten Ärzten erstellte Datenbank zurückgreifen kann. Die KI kann sich beispielsweise als Chat-Bot mit Patienten unterhalten und deren Symptome abfragen, ähnlich wie es ein realer Arzt bei einem ersten Gespräch auch tun würde.

Die Techniker Krankenkasse will die KI von Ada ab 2019 in die eigene App TK-Doc integrieren. Ein Beta-Test läuft bereits. Die Versicherten, die die App verwenden, könnten dann ihre Beschwerden eingeben und würden über Versorgungsmöglichkeiten informiert, so ein Bericht der Thüringer Allgemeinen. Laut einer Sprecherin der Techniker Krankenkasse soll die Künstliche Intelligenz aber keine echte Diagnostik durch einen Arzt ersetzen. Es sei aber schon jetzt so, dass 95 Prozent aller Patienten im Internet nach Informationen suchen wurden.

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»Ada« soll den Versicherten außerdem bei der Suche nach Gesundheitsinformationen intelligente Unterstützung bieten. Schon jetzt würden mehrere Tausend Krankheiten und Symptome erkannt und jeden Tag kämen rund 30.000 neue Fälle hinzu. Das Gespräch mit dem virtuellen Arzt soll letztlich auch dabei helfen, dass Fachkräfte entlastet werden oder wichtige Punkte vor dem Arztbesuch abgeklärt wurden.

Die TK-Doc-App bietet aber auch die Möglichkeit, dann per Videoanruf oder Text-Chat mit einem echten Ärzteteam der Techniker Krankenkasse zu sprechen. Während die KI rund um die Uhr zur Verfügung steht, ist der Dienst der realen Ärzte auf 7 bis 21 Uhr von Montag bis Freitag beschränkt. Laut dem Bericht warnt die Landesärztekammer allerdings vor dem neuen System, das nur als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Gesundheitsberatung gedacht sein dürfe.

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