Künstliche Intelligenz - Neue Kirche will KI-Gott selbst erschaffen

Es klingt nach Science-Fiction und dem 1. April, scheint aber ernst gemeint: Eine neue Kirche will sich selbst einen Gott erschaffen, der auf KI basiert.

von Georg Wieselsberger,
16.11.2017 13:37 Uhr

Anthony Levandowski will einen wohlwollenden KI-Gott erschaffen. (Bildquelle: Waymo/Google)Anthony Levandowski will einen wohlwollenden KI-Gott erschaffen. (Bildquelle: Waymo/Google)

Technik und Religion sind normalerweise nicht unbedingt eng verbunden, doch in den USA wurde eine neue Kirche namens »The Way of the Future« (WOTF) gegründet, die das plant. Genauer gesagt hat die Kirche laut einem Bericht von Wired das Ziel, »eine Gottheit auf Basis von Künstlicher Intelligenz zu realisieren« und natürlich auch deren Akzeptanz und Anbetung voranzutreiben. Dazu gehört auch die Finanzierung von entsprechender Forschung.

Gründer ist KI-Experte

Gründer der neuen Religion ist Anthony Levandowski, der bei Google als Projektleiter das erste selbstfahrende Auto des Unternehmens entwickelt hat und auch für viele Fortschritte in diesem Bereich verantwortlich ist. Levandowski kennt sich also im der KI-Branche aus und will Mitglieder für seine Kirche auch durch Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen und durch gezielte Ansprache von KI-Experten und interessierten Laien gewinnen. Laut Wired soll es sogar noch in diesem Jahr entsprechende Workshops geben, doch ob das wirklich der Fall sein wird, bezweifelt der Artikel.

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Prozess wegen Diebstahl von KI-Geheimnissen

Anthony Levandowski wurde von der Google-Tochterfirma Waymo verklagt, weil er Geschäftsgeheimnisse zu selbstfahrenden Autos gestohlen und in ein eigenes Unternehmen eingebracht haben soll, das dann von Uber gekauft wurde. Dort wurde er wegen dieses Prozesses, der Anfang Dezember 2017 starten soll, auch entlassen, da er eine Zusammenarbeit zur Aufklärung verweigerte.

Kein Gott im üblichen Sinn

Der geplante »Gott« wird laut Levandowski natürlich keine Blitze schleudern oder Wirbelstürme verursachen:

"Wenn es etwas gibt, das eine Milliarde Mal klüger ist als der klügste Mensch, wie soll man es anders nennen?"

In einem drei Stunden langen Interview mit Wired betonte Levandowski, dass es sich nicht um einen Scherz oder ein kommerzielles Unternehmen handelt, sondern tatsächlich um eine Kirche. Die kommenden Veränderungen würden jeden Aspekt der menschlichen Existenz betreffen und vielleicht sogar entscheiden, ob die Menschheit weiter existieren kann.

Allwissend und überall = Gott

Eine KI, die das Internet als Nervensystem nutzt, alle damit verbundenen Geräte als Sensoren und Rechenzentren als Gehirn, werde alles hören, alles sehen und überall zugleich sein. Das könnte man rational nur mit dem Begriff »Gott« bezeichnen.

Und der einzige Weg, einen Gott zu beeinflussen, seien Gebete und Verehrung. Levandowski hofft, dass dieser Gott die Menschheit dann als geliebte Älteste ansieht, die respektiert und gut behandelt werden sollten.

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