Wer seine digitalen Ersparnisse in einem unknackbaren Tresor wähnte, könnte gerade ein böses Erwachen erleben. Physische Krypto-Wallets, die eigentlich als sicherster Schutz vor Diebstahl gelten, wurden offenbar gezielt manipuliert.
Wie der Hersteller Ledger (via PC-Welt) in offiziellen Meldungen bestätigt, hat die Elektronikkette MediaMarktSaturn die Hardware-Wallets des Unternehmens als Vorsichtsmaßnahme weltweit aus dem Verkauf genommen. Auch in Asien sollen manipulierte Geräte vorgefunden worden sein.
Hintergrund der Entscheidung in Deutschland ist der Fund eines Kunden, der in einem auf X geteilten Unboxing-Video zeigte, dass originalverpackte Geräte aus verschiedenen MediaMarkt-Filialen heimlich mit Mobilfunkmodulen präpariert worden waren.
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Manipulierte Geräte in Europa und Asien
Laut Analysen von Sicherheitsforschern, auf die sich die PC-Welt beruft, wurden betroffene Ledger-Wallets physisch modifiziert.
Die zusätzlich eingebauten Bauteile sollen demnach in der Lage sein, die Bildschirmausgabe zu erfassen.
Über eine integrierte eSIM und ein Mobilfunkmodul (LTE) sollen die Geräte so darauf programmiert sein, die sogenannte Seed-Phrase – die Wiederherstellungswörter der Krypto-Wallet – während der Einrichtung an externe Empfänger zu übertragen.
Mit diesem Passwort lässt sich die vollständige Kontrolle über die zugehörigen Kryptowährungen übernehmen. Der Vorfall beschränkt sich dabei nicht auf den deutschen Einzelhandel: Wie Ledger auf X mitteilte, hat der Hersteller nach ähnlichen Vorfällen auch im südostasiatischen Raum entsprechende Schritte eingeleitet, was darauf hindeutet, dass manipulierte Geräte in mehreren Regionen über die Lieferketten in Umlauf gebracht wurden.
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Allerdings gibt Ledger auch an, dass analysierte Geräte in den eigenen Lagern sowie in Läden in Europa keine Spuren von Manipulation gefunden hätten. Das manipulierte Gerät, das der deutsche Nutzer entdeckt hatte, wurde allerdings noch nicht analysiert.
Ledger kündigt Untersuchung an
Ledger betont in einer Stellungnahme, dass die unternehmenseigene Infrastruktur sowie die direkten Vertriebswege sicher seien. Im Zusammenhang mit dem gemeldeten Fall in Deutschland verzeichnete der Hersteller bislang keine finanziellen Verluste bei Kunden.
Direkt beim Hersteller kaufen
Um mögliche Probleme bei Krypto-Wallets weitestgehend zu vermeiden, empfiehlt es sich, Geräte immer direkt beim Hersteller zu erwerben und nicht auf Drittanbieter zu setzen.
Eine besondere Herausforderung stellt jedoch die Erkennung der modifizierten Geräte dar: Die von Ledger integrierte Software-Echtheitsprüfung bietet laut Sicherheitsforschern von Tibane Labs keinen verlässlichen Schutz vor dieser Art von physischem Angriff.
Da das originale Sicherheitselement bei der Manipulation intakt bleibt, stuft das System die Wallet fälschlicherweise als original und sicher ein, während die verborgene Zusatzelektronik unentdeckt mitläuft.
Das sollen Kunden jetzt tun
Für Verbraucher ergeben sich daraus konkrete Handlungsempfehlungen. Besitzer von Ledger-Wallets, die über den Einzelhandel oder Drittanbieter bezogen wurden, sollten die Geräte auf optische Unregelmäßigkeiten prüfen, gegebenenfalls öffnen und bei Manipulationsverdacht nicht weiterverwenden oder gar einrichten.
Bei bereits in Betrieb genommenen Wallets aus potenziell unsicheren Quellen wird empfohlen, die darauf gesicherten Kryptowährungen auf eine neue, nachweislich sichere Wallet umzuschichten.
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Dafür ist die Generierung einer neuen Seed-Phrase zwingend erforderlich, da die bisherige Wiederherstellungsfolge potenziell kompromittiert ist. Zudem weisen Experten erneut darauf hin, die Seed-Phrase niemals an Dritte weiterzugeben oder auf Webseiten zur angeblichen Überprüfung einzugeben.
Bei konkreten Verdachtsfällen sollen sich betroffene Kunden direkt an den Support von Ledger sowie an den Händler wenden.





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