Starke Krypto-Wallet mit genialem E-Ink-Touchscreen: Meine Erfahrungen zum Ledger Flex

Großer Bildschirm, intuitive Bedienung und Support für über 5.000 Kryptowährungen: Ich habe den Ledger Flex ausprobiert.

Der Ledger Flex mit E-Ink-Display lässt euch sicher und komfortabel eure Kryptowährungen verwahren. (Bildquelle: GameStar Tech) Der Ledger Flex mit E-Ink-Display lässt euch sicher und komfortabel eure Kryptowährungen verwahren. (Bildquelle: GameStar Tech)

Egal, wie man zu Kryptowährungen steht: Wer Coins hält – aus Überzeugung, Neugier oder einfach, weil sie irgendwann mal gekauft wurden – sollte sich mit dem Thema sichere Verwahrung beschäftigen.

Hardware-Wallets wie der neue Ledger Flex bieten hier eine Möglichkeit, das Risiko eines Totalverlusts durch Börsenpleiten oder Hacks zu minimieren.

Das Besondere: Der Ledger Flex ist nicht nur mit PCs und Handys (iOS & Android) kompatibel, sondern verspricht dank seines großen E-Ink-Displays genügend Übersicht und hohen Bedienkomfort.

Ich hatte das Gerät nun mehrere Wochen im Einsatz und möchte hier meine Erfahrungen teilen. Vorab: Der Ledger Flex überzeugt mich fast auf ganzer Linie, aber eben nur fast.

Was ist der Ledger Flex überhaupt?

Kurz zur Einordnung: Der Ledger Flex ist eine Hardware-Wallet zur sicheren Verwahrung von über 5.500 verschiedenen Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und unzähligen anderen Coins, Token sowie Ethereum- und Polygon-NFTs.

Alle Assets können gesendet und empfangen werden. Nach dem Kauf von Kryptowährungen kann man diese offline auf dem Ledger Flex sichern und so vor fremdem Zugriff über das Internet schützen. Gesteuert wird alles über die zugehörige Ledger Live-App, mit der man sein Portfolio am PC oder Smartphone verwaltet.

Auf dem Ledger Flex könnt ihr eure Kryptos verwahren. Auf dem Ledger Flex könnt ihr eure Kryptos verwahren.

Mit 250 Euro reiht sich der Ledger Flex zwischen der günstigeren Nano-Reihe und dem 400 Euro teuren, ebenfalls mit einem E-Ink-Display ausgestatteten Stax-Modell des Herstellers ein. Das ist teurer als viele Konkurrenzprodukte wie etwa von Trezor, bietet aber erstmals den komfortablen E-Ink-Bildschirm in einem kleineren Formfaktor – und der hat mich wirklich beeindruckt.

Warum Selbstverwahrung so wichtig ist

Viele lagern ihre Coins auf der Börse. Das ist bequem, aber auch riskant. Die Vergangenheit hat mit den Pleiten großer Börsen wie FTX gezeigt: Geht die Plattform insolvent oder wird sie gehackt, sind die Kundeneinlagen weg.

Hier gilt der eiserne Grundsatz der Krypto-Welt: Not your keys, not your coins. Nur wer seine privaten Schlüssel selbst kontrolliert, besitzt seine Kryptowährungen wirklich. Das ist mit einer sogenannten Cold Wallet bzw. Hardware Wallet wie dem Ledger Flex möglich.

Der erste Eindruck: Auspacken und Einrichten

Der Ledger Flex wird zusammen mit einem USB-C-Ladekabel und einem Recovery-Sheet geliefert. Letzteres ist ein kleines Papp-Büchlein, in das ihr eure Seed-Phrase schreibt, also die Wiederherstellungsphrase aus 24 Wörtern. Dazu später mehr.

Die Einrichtung des Ledger Flex ist dank des großen Bildschirms und der detaillierten App-Anleitung super einfach. Ihr werdet Schritt für Schritt durch den Prozess geführt und erhaltet teils ausführliche Aufklärungstexte. Ich habe mich jedenfalls jederzeit gut informiert gefühlt. Innerhalb weniger Minuten war die Wallet einsatzbereit.

Der große Bildschirm des Ledger Flex erleichtert die Bedienung enorm. Der große Bildschirm des Ledger Flex erleichtert die Bedienung enorm.

Die Ledger-Live-App

Dreh- und Angelpunkt ist die App. Hier könnt ihr Kryptowährungen kaufen, senden und empfangen sowie teilweise auch Stacking betreiben. Ihr könnt euer Portfolio einsehen und diverse Einstellungen vornehmen sowie Firmwareupdates installieren.

Die meiste Zeit werdet ihr also ohnehin in der App verbringen. Der Ledger Flex selbst kommt lediglich dann zum Einsatz, wenn ihr eine Transaktion tätigen wollt.

Um eine Kryptowährung auf dem Ledger zu verwahren oder damit zu handeln, installiert ihr zunächst über die App die nötige Blockchain-Applikation auf dem Ledger. Dafür verbindet sich der Ledger via Bluetooth mit dem Handy – jeder Schritt muss von euch bestätigt werden.

Bedenkt, dass der Speicherplatz des Geräts knapp werden könnte, wenn ihr mehrere Kryptowährungen verwahren wollt. Ich habe für den Test sieben Apps installiert und damit bereits knapp 600 KB von knapp 1.000 KB Speicher belegt, also rund 60 Prozent.

Allerdings schwankt der Speicherhunger je nach Anwendung stark – die Blockchain-App für Ethereum wiegt mit 150 KB etwa das Dreifache im Vergleich zur XRP-App.

Von Links nach rechts: Einrichtungsprozess, App-Dashboard und Portfolioübersicht der App. Von Links nach rechts: Einrichtungsprozess, App-Dashboard und Portfolioübersicht der App.

Bedienung und Display sind herausragend

Wie bereits erwähnt, bin ich beeindruckt vom E-Ink-Touchscreen – er ist eine immense Erleichterung. Die Bedienung ist dadurch so intuitiv geworden, dass ich nicht mehr zurückmöchte, zumal der Bildschirm jederzeit verzögerungsfrei auf meine Eingaben reagiert und stets gut ablesbar ist.

Gerade bei der Transaktionsbestätigung ist das aber nicht nur ein Komfort-, sondern auch ein enormer Sicherheitsgewinn. Die langen Identifikationsnummern sind auf dem großen Screen komplett und viel besser erkennbar als auf den winzigen Displays der Vorgänger, wo man umständlich scrollen musste – und dabei womöglich eine Ziffer übersehen hat.

Transaktionen müsst ihr auf dem Ledger bestätigen - die langen Transaktions-IDs sind dank des großen Bildschirms leicht zu lesen. Transaktionen müsst ihr auf dem Ledger bestätigen - die langen Transaktions-IDs sind dank des großen Bildschirms leicht zu lesen.

Ebenfalls cool: Man kann den Sperrbildschirm mit einem eigenen Bild anpassen. Ich habe mir ein cartoonartiges, KI-generiertes Krypto-Maskottchen als Hintergrundbild eingerichtet – eine nette persönliche Note, wie ich finde. Wer NFTs besitzt, kann diese ebenfalls anzeigen lassen.

Der Akku hat mich beeindruckt

Beeindruckend ist auch die Akkulaufzeit. Selbst nach meinen Test-Spielereien und mehreren Wochen in der Schublade zeigt mir der Ledger Flex noch 54 Prozent Restkapazität. Kein Wunder, schließlich sind E-Ink-Displays für ihre Energiesparsamkeit bekannt.

Sollte der Akku doch mal neuen Saft benötigen, könnt ihr ihn einfach via USB-C-Kabel aufladen. In welchem Rhythmus das nötig ist, hängt natürlich von eurer Nutzung ab. Bei mir dürfte es aber eher auf einmal im Quartal hinauslaufen. Somit ist die Batterielaufzeit nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste.

Der Ledger Flex kann einfach über USB-C geladen werden. Der Ledger Flex kann einfach über USB-C geladen werden.

Die Sicherheit des Ledger Flex - Militärstandard

Apropos Sorgen: Das Thema Sicherheit ist bei Hardware Wallets besonders wichtig. Die technische Basis dafür bildet beim Ledger Flex der Secure Element Chip ST33K1M5. Dessen CC EAL6+-Zertifizierung attestiert einen hohen, nach militärischen Standards geprüften Schutz gegen physische Manipulationsversuche und invasive Angriffe.

Auf diesem Chip werden eure privaten Schlüssel generiert und permanent offline gespeichert. Dadurch sind die Krypto-Assets fundamental von Online-Bedrohungen wie Viren oder Phishing-Angriffen isoliert, die ein verbundenes Smartphone oder einen Computer kompromittieren könnten.

Zusätzlich ist der Ledger Flex mit einer 8-stelligen PIN gesichert, die ihr selbst festlegt. Diese lässt sich dank des Touchscreens ebenso schnell wie komfortabel eingeben.

Der Bildschirm ist responsiv und fühlt sich gut an. Der Bildschirm ist responsiv und fühlt sich gut an.

Sollte der Ledger Flex verloren gehen oder beschädigt werden, kommt die geheime Wiederherstellungsphrase zum Einsatz. Das ist eine 24-Wörterphrase, die bei der Einrichtung zufällig generiert wird und mit der ihr auf einem beliebigen neuen Ledger-Gerät den Zugriff auf eure Assets wiederherstellen könnt, was die Unabhängigkeit von der physischen Hardware sicherstellt.

Wichtig: Diese Phrase solltet ihr niemals verlieren oder verraten, sonst kann sich jeder Zugang zu euren Coins verschaffen.

Da die Schlüssel das Gerät niemals verlassen und komplett offline sind, kann es auch nicht gehackt werden. Jede Transaktion muss physisch auf dem Ledger Flex bestätigt werden. Ihr habt damit die volle Kontrolle und Verantwortung.

Allerdings verfolgt Ledger einen proprietären Ansatz, während Alternativen wie der Trezor Safe 5 und die BitBox durch ihre offene, quellbasierte Architektur und Transparenz überzeugen.

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Alternativen zum Ledger Flex

Wer beim Thema Sicherheit und Transparenz keine Kompromisse machen möchte, sollte sich auch andere Hardware Wallets ansehen. Die BitBox aus der Schweiz setzt auf Open Source und ist besonders bei Datenschutz-Fans beliebt.

Der Trezor Safe 5 bietet ebenfalls ein hohes Sicherheitsniveau, ist komplett Open Source und genießt eine sehr gute Reputation in der Community.

Beide Alternativen verzichten auf proprietäre Software und sind damit gerade für Skeptiker einen Blick wert.

Mein Fazit: Teurer Luxus oder sinnvolle Investition?

Für wen ist der Ledger Flex also das Richtige? Wenn ihr eure Coins nur einmal kauft und dann jahrelang liegen lässt (hodln), tut es vermutlich auch ein günstigeres Modell.

Wenn ihr aber regelmäßig Transaktionen durchführt, mit DeFi-Apps interagiert oder besonderen Wert auf Bedienkomfort und App-Integration legt, ist der Ledger Flex durchaus einen Blick wert. Die intuitive Bedienung und die starke App machen das Krypto-Management spürbar angenehmer.

Allerdings ist der Preis im Konkurrenzvergleich sehr hoch und Ledger muss sich Kritik am geschlossenen System gefallen lassen.

Unterm Strich bleibt: Wer maximale Transparenz und Community-Review sucht, sollte die Alternativen prüfen. Wer Komfort und eine ausgereifte App bevorzugt, findet im Ledger Flex ein spannendes, aber nicht makelloses Produkt.

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