Auf der Supercomputer-Konferenz ISC 2026 in Hamburg hat ein Lenovo-Vertreter in einem Vortrag eine deutliche Einschätzung zum Speichermarkt geliefert: Die günstigen DRAM- und NAND-Preise, die noch 2024 und früh 2025 anzutreffen waren, kehren auf absehbare Zeit nicht zurück.
Ein neues Marktgleichgewicht hält Lenovo demnach frühestens ab 2030 für möglich – dann aber auf einem Preisniveau, das spürbar über dem von 2024 liegen wird. Diese Prognose schließt die geplante Kapazitätserweiterung bereits ein: Ab 2028 sollen neue Halbleiterfabriken schrittweise in Betrieb gehen.
1:04:55
Gemeinsam durch die Hardware Krise: Warum die RAM-Knappheit uns ALLE angeht
Auch mehr Kapazität wird die Preise nicht einfach drücken
Dass die geplante zusätzliche Produktionskapazität die Speichersituation schnell entspannen wird, erscheint nach Lenovos Analyse unwahrscheinlich – und die Investitionsentscheidungen der Speicherhersteller geben dem Recht. Unter anderem SK Hynix kündigte an, die eigene Produktionskapazität bis 2034 verdreifachen zu wollen.
- Eine Investition dieser Größenordnung trifft man nicht, wenn man für den gleichen Zeitraum mit Verlustpreisen oder kollabierender Nachfrage rechnet – sondern dann, wenn die Nachfrage als dauerhaft stark gilt, wie ComputerBase in diesem Kontext analysiert.
Was PC-Käufer daraus mitnehmen sollten
Für den Gaming-PC-Markt bedeutet das: Wer heute Arbeitsspeicher kauft, wird zu Preisen gezwungen, die auch auf absehbare Zeit hoch bleiben.
Gaming PC zusammenstellen 2026: Den besten Gaming-PC einfach selbst bauen
Auf günstigere Zeiten warten lohnt sich nach der Lenovo-Prognose aber nicht unbedingt – zumindest nicht bis weit in die zweite Hälfte des Jahrzehnts, und selbst dann müssen wir uns wohl von der liebgewonnenen Vorstellung von 16-GByte-Kits für unter 50 Euro verabschieden.
Das einzige Szenario, das diese Einschätzung kippt, wäre ein abrupter Einbruch der KI-Nachfrage. Solange der ausbleibt, bleibt teurer Speicher laut Lenovo kein vorübergehendes Problem, sondern die neue Marktstruktur.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.