Der Effekt-Chef der Matrix offenbart: Wenn Neo den Kugeln ausweicht, erklärt er damit eigentlich den Film

Der für die visuellen Effekte in Matrix verantwortliche John Gaeta gibt neue Einblicke in die legendäre »Bullet Time«: Neos Ausweichmanöver ist auch eine Analogie für den kompletten Film.

1999 kam mit Matrix ein Film auf die Leinwand, der die Actionwelt auf den Kopf stellen sollte. 26 Jahre später erinnern sich die Mitwirkenden noch immer gern an die »Bullet Time« zurück. 1999 kam mit Matrix ein Film auf die Leinwand, der die Actionwelt auf den Kopf stellen sollte. 26 Jahre später erinnern sich die Mitwirkenden noch immer gern an die »Bullet Time« zurück.

Wenn Neo sich in Matrix auf dem Dach des Hochhauses nach hinten lehnt und den Kugeln ausweicht, während die Kamera in atemberaubender Geschwindigkeit um ihn kreist, erleben Zuschauer einen der beeindruckendsten Momente der Filmgeschichte: Die »Bullet Time« war geboren.

Bis heute gilt dies als revolutionäre Szene, deren Auswirkungen gerade im Bereich der Actionfilme weiter spürbar sind.

Laut dem damaligen Visual-Effects-Supervisor John Gaeta, der sich kürzlich auf der Comic Con im spanischen Malaga ins Xataka-Interview begab, hat die Bullet Time aber eine noch tiefere Bedeutung: Im Grunde genommen erklärt sie euch schon den gesamten Matrix-Film.

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Gaeta: Matrix hat ein »neues Kapitel« aufgeschlagen

Naturgemäß sieht auch Gaeta den ersten Matrix-Streifen als ein wichtiges Stück Filmgeschichte, der ein neues Kapitel in der Historie der volumetrischen Medien aufgeschlagen hat. Die reale Welt – inklusive Schauspielern und Figuren – wurde in »eine prototypische Form von Simulation« integriert.

Für den VFX-Supervisor handelt es sich um die gezeigten Schauplätze aber nicht um eine Simulation, sondern eine dreidimensionale Version einer Szene.

Die Effekte waren dementsprechend eng mit der Botschaft des Films verknüpft: Wenn Maschinen die reale Welt simulieren wollen, müssen diese sie visuelle einfangen und übersetzen.

Analog dazu mussten auch die visuellen Effekte in räumliche, computergenerierte Medien übersetzt werden. Die Bullet Time sei also die perfekte Analogie:

Dieser Moment repräsentiert, wie sich sein Geist über die Materie erhebt, über Matrix. Es ist eine Art Selbsterkenntnis. Er ist in der Lage, die Simulation zu kontrollieren, die seine Realität manipuliert. Ein entscheidender Augenblick. Und dafür mussten wir etwas absolut Neues, Übernatürliches zeigen – etwas, dem der Zuschauer unmittelbar beiwohnen konnte.

In anderen Worten: Laut Gaeta trickst die Kamera während der Bullet Time Raum und Zeit aus – weil ihr als Zuschauer gerade jemandem bei der Erkenntnis zuseht, dass er Raum und Zeit austricksen kann.

KI ist für Gaeta Teil der Zukunft

Heute arbeitet Gaeta an der Plattform Escape.AI, die die Form des »Neo Cinema« vorantreiben will. Gemeint ist eigenen Angaben zufolge »eine Bewegung, die das nächste Paradigma des Geschichtenerzählens vorantreibt«.

Hierfür ist Künstliche Intelligenz unerlässlich, meint Gaeta. Diese sei sogar ein Gamechanger, um in Zukunft Zuschauern zu ermöglichen, sich in Filmwelten hineinzuversetzen und eigenen Geschichten erleben zu können.

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