300 km Reichweite in 2 Minuten: französisches Startup bringt die Powerbank für Elektroautos

Ein Anhänger mit Batterie soll das Laden auf langen Strecken für E-Autos so gut wie unnötig machen.

In zwei Minuten soll der Anhänger automatisch an speziellen Stationen an das Auto gekoppelt werden. (Bildquelle: Weelyke YouTube) In zwei Minuten soll der Anhänger automatisch an speziellen Stationen an das Auto gekoppelt werden. (Bildquelle: Weelyke / YouTube)

Die lästigen Zwangspausen an der Autobahn-Ladesäule könnten für Elektroauto-Fahrer schon bald der Vergangenheit angehören.

In Frankreich plant das Start-up Far-a-day aktuell, das Reisen auf der Langstrecke zu revolutionieren: Anstatt das E-Auto für längere Zeit an den Stecker zu hängen, können Fahrer an speziellen Stationen einen kompakten Akku-Anhänger ankoppeln, der wie eine Powerbank für den Wagen funktioniert.

In gerade einmal zwei Minuten soll das System rund 300 Kilometer zusätzliche Reichweite ermöglichen und das ganz ohne Ladefrust oder lange Wartezeiten.

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Die Powerbank für das Auto

Die Idee hinter Far-a-Day ist einfach erklärt. Das Unternehmen stellt Anhänger bereit, die Batterien mit 60 kWh enthalten. Autofahrer können sie nutzen, um laut Hersteller die Reichweite von elektrischen Autos um 300 Kilometer zu erhöhen.

Laut dem Start-up koppeln sich die Anhänger automatisch an den Wagen an, während der Fahrer im Wagen sitzen bleiben kann. Dies soll innerhalb von zwei Minuten an speziellen Stationen geschehen.

Anhänger können zudem ausgetauscht werden. Ist der Erste fast Leergefahren, kann er durch einen anderen Anhänger mit voller Ladung ersetzt werden.

Im nächsten Jahr möchte Far-a-Day mit der Aufstellung der ersten Anhängerstationen in Frankreich beginnen.  Später möchte das Unternehmen dann in andere europäische Länder expandieren.

Allerdings ist für die Verwendung des Systems eine spezielle Anhängerkupplung notwendig. Far-a-Day plant, die Kosten für erste Kunden zu übernehmen, rechnet aber mit einem Preis von rund 1.000 Euro für Kunden, die später dazu kommen.

Das Anhängersystem soll mit den allermeisten Wagen kompatibel sein, sofern sie mindestens 500 Kilogramm ziehen können.

Zusätzlich wird es eine noch nicht näher bezifferte Mietgebühr geben. Der Strom soll mit rund 0,60 Euro pro kWh berechnet werden. Für Abonnenten soll es Preise von rund 0,40 kWh geben.

Ein Video auf YouTube zeigt das Konzept im Detail.

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Far-a-Day hat nach eigenen Angaben schon mehr als 200.000 Kilometer mit Prototypen zurückgelegt.

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Ob sich das Konzept der rollenden Powerbanks flächendeckend durchsetzen wird, hängt gleich von mehreren Faktoren ab. Neben dem zügigen Ausbau des Netzes aus Stationen wird Far-a-Day auch Überzeugungsarbeit leisten müssen, um Autofahrern die anfängliche Investition in die benötigte Anhängerkupplung schmackhaft zu machen.

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