Über eine günstigere Alternative zur Meta Quest 3 wird schon länger gemunkelt. Bereits vor Release der Meta Quest 3 gab es Hinweise auf ein Light-Modell der mit 550 Euro zwar nicht übermäßig teuren, aber eben auch nicht günstigen mobilen VR-Brille.
Nun scheint Meta selbst über den eigenen Store die Existenz und auch den konkreten Namen dieser VR-Hardware geleakt zu haben.
Auf der Store-Seite der App Alo Moves XR war neben Meta Quest 2, Meta Quest 3 und Meta Quest Pro auch eine Meta Quest 3s bei den unterstützten Headsets zu sehen.
Allerdings nur kurz, der entsprechende Eintrag ist mittlerweile korrigiert worden, der Hinweis auf die Quest 3s fehlt nun wieder. Wir konnten bei unserer Recherche kein Spiel mehr finden, bei dem die Quest 3s noch erwähnt wird.
Was steckt in der Meta Quest 3s und warum soll ich mich darauf freuen?
Bereits vor einigen Tagen machten Details zu einer abgespeckten Meta Quest 3 die Runde. VR-Enthusiastin Luna teilte via X/Twitter eine Folie aus einer Meta-internen Präsentation, auf der die Quest 3s (Codenamen: Ventura und Panther) zu sehen und mit technischen Daten zu begutachten war.
Link zum Twitter-Inhalt
Technische Daten der Meta Quest 3s:
- Qualcomm Snapdragon XR2 Gen 2
- LCD mit 1.832 x 1.920 Pixeln pro Auge
- 90/120 Hz Refresh Rate
- Fresnel-Linsen mit IPD-Anpassung in drei Stufen
- 4 IR-Tracking-Kameras
- 2 Kamera für Farb-Passthrough
- 2 IR Illuminatoren für Tiefeninformationen
Warum ist das interessant? Meta scheint sich im Abverkauf der Meta Quest 2 zu befinden, die VR-Brille hat in den letzten Monaten mehrere Preissenkungen auf inzwischen nur noch 250 Euro (128 GB) durchlaufen. Erste Händler scheinen bereits keinen Bestand mehr zu haben. Ein Nachfolger steht also offenbar bereits.
Der Preis der Meta Quest 3s dürfte sich an dem der Meta Quest 2 orientieren und wird eher in Richtung 300 Euro liegen als bei den 550 Euro der Meta Quest 3.
Für Meta selbst ist eine günstige Einstiegsbrille wichtig, um mehr Nutzer für den hauseigenen Store zu generieren.
Schon im vergangenen Weihnachtsgeschäft war nicht die modernere Quest 3 der Verkaufsschlager, sondern die pünktlich dazu reduziert angebotene Meta Quest 2.
Aus Virtual Reality wird Mixed Reality
Allerdings bewegt sich der Markt stark in Richtung MR und AR, weg von reinem Virtual Reality. Der Unterschied? Bei VR ist eure Umgebung komplett abgedichtet, ihr befindet euch komplett in der virtuellen Umgebung. AR ist das andere Extrem: Hier wird eure reale Umgebung nur mit einzelnen Computergrafiken angereichert. MR ist ein Mittelding, die Mixed Reality beherrscht beide Funktionen. Auch Apples Vision Pro ist wie die Meta Quest 2/3 ein MR-Headset, also eine VR-Brille mit Durchsicht für AR-Funktionen.
Die Meta Quest 2 beherrscht MR zwar, allerdings ist die Durchsicht auf eure reale Umgebung wenig immersiv, nur schwarz-weiß und bietet auch keine Tiefeninformationen wie bei der Meta Quest 3.
Um mit der veralteten MR-Integration der Quest 2 nicht zunehmend die Entwicklung spannenderer MR-Erfahrungen zu boykottieren, ist eine günstigere Quest-Option mit besseren MR-Funktionen dringend nötig.
Unterschiede zwischen Meta Quest 3 und Quest 3s
Bei Rechenleistung und Auflösung gibt es einen Gleichstand zwischen Quest 3 und 3s - es kommt sogar exakt der gleiche XR2 Gen2-Prozessor zum Einsatz, was gegenüber einer Pico 4 oder Quest 2 für deutlich mehr Leistung sorgt.
Bei den für den Bildeindruck sehr wichtigen Linsen hingegen geht Meta offenbar bewusst einen Schritt zurück Richtung Quest 2: Fresnel-Linsen sorgen für ein weniger scharfes Bilderlebnis, einen kleineren Sweetspot (der Punkt, wo das Bild scharf ist) und für eine bulligere Bauform der VR-Brille. Außerdem wird die Einstellung des Augenabstandes (IPD) wie bei Quest 2 in nur drei Stufen möglich sein.
Bei den AR/MR-Funktionen wird die Quest 3s offenbar ebenfalls etwas weniger bieten als die Meta Quest 3, aber dank Farb-Passthrough und Tiefensensor immerhin die gleiche Basis unterstützen. Entwickler müssen sich also weniger Gedanken machen, wenn sie MR integrieren wollen, als sie es mit einer Quest 2 im Hinterkopf müssten.
Schlechte Nachrichten für Quest 2-User
All das bedeutet aber auch, dass die Meta Quest 2 über kurz oder lang fallengelassen wird und neue Spiele und Anwendungen primär die Quest3-Produktlinie als Minimum ansetzen. Vor allem MR-Anwendungen werden eher früher als später nicht mehr in vollem Umfang für Quest 2 realisiert werden. Bereits jetzt gibt es erste Spiele und Ankündigungen, bei denen die Quest 2 ausgeschlossen wird.
Das bedeutet aber nicht, dass die Quest 2 sofort Technikmüll wird, es dürfte noch einige Jahre dauern, bis Meta wie jüngst bei Oculus Go und Meta Quest 1 den Stecker zieht.





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