Microsofts Verhaltenskodex - Beleidigungen können zu Account-Sperren führen

Microsoft wird zum 1. Mai seine Nutzungsbedingungen für viele Dienste ändern – und droht Nutzern bei Beleidigungen mit der Sperre des Kontos.

von Georg Wieselsberger,
27.03.2018 09:35 Uhr

Microsoft ändert ab Mai seinen Servicevertrag. Microsoft ändert ab Mai seinen Servicevertrag.

Microsoft bietet sehr viele Dienste an, darunter auch das für Gamer wichtige Xbox Live, aber auch Skype, Outlook oder OneDrive. Zum 1. Mai 2018 wird Microsoft nun den »Servicevertrag« ändern, dem Nutzer zustimmen müssen, um die Angebote verwenden zu können.

Temporärer Ban oder Komplettsperre

In den neuen Bedingungen finden sich einige Passagen, die laut Bleeping Computer dazu führen können, dass beispielsweise Accounts für Xbox Live zeitweise oder komplett gesperrt werden, ihre Restlaufzeit von Xbox Gold und auch das im Account gespeicherte Guthaben verlieren. Die Webseite berichtet zwar nur über die US-Version der neuen Nutzungsbedingungen, doch ein Blick auf die deutsche Version zeigt, dass die Änderungen auf hierzulande eingeführt werden sollen.

"Im Abschnitt "Verhaltenskodex" haben wir klargestellt, dass die Verwendung beleidigender Sprache und betrügerische Aktivitäten verboten sind. Wir haben außerdem dargelegt, dass ein Verstoß gegen die Verhaltensregeln der Xbox-Dienste den vorübergehenden oder dauerhaften Ausschluss von der Teilnahme an Xbox-Diensten nach sich ziehen kann, einschließlich der Verwirkung von Inhaltslizenzen, Xbox Gold-Mitgliedschaftszeit und Microsoft-Kontoguthaben, die mit dem Konto verbunden sind."

Im Verhaltenskodex finden sich folgende Passagen:

"Unterlassen Sie es, unangemessene Inhalte oder anderes Material (das z. B. Nacktdarstellungen, Brutalität, Pornografie, anstößige Sprache, Gewaltdarstellungen oder kriminelle Handlungen zum Inhalt hat) zu veröffentlichen oder über die Dienste zu teilen."

"Unterlassen Sie Handlungen, die Ihnen, dem Dienst oder anderen Schaden zufügen (z. B. das Übertragen von Viren, das Belästigen anderer, das Posten terroristischer Inhalte, Hassreden oder Aufrufe zur Gewalt gegen andere)."

Maßstäbe bleiben unklar

Wie genau Microsoft anstößige Sprache definiert, welcher Maßstab an Nacktdarstellungen oder gar an Hassrede angelegt wird, geht daraus nicht hervor. Außerdem unternimmt Microsoft anscheinend von sich aus keine Schritte, um tatsächlich nach solchen Inhalten zu suchen.

"Wir behalten uns außerdem das Recht vor, Ihre Inhalte jederzeit sperren oder aus dem Dienst zu entfernen zu können, wenn uns zur Kenntnis gelangt, dass die Inhalte möglicherweise gegen anwendbares Recht oder diese Bestimmungen verstoßen. Microsoft behält sich das Recht zur Überprüfung Ihrer Inhalte vor, soweit dies zur Untersuchung mutmaßlicher Verstöße gegen diese Bestimmungen erforderlich ist. Wir überwachen die Dienste jedoch nicht und unternehmen auch nicht den Versuch hierzu."


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